IOC-Präsident Thomas Bach beantwortet in einer virtuellen Pressekonferenz Fragen von Journalisten | VIA REUTERS

IOC zu Winterspielen in Peking "Die kritisierten Maßnahmen werden korrigiert"

Stand: 09.01.2022 13:14 Uhr

Für IOC-Präsident Thomas Bach ist trotz der sich rasant ausbreitenden Omikron-Variante eine Absage der Olympischen Winterspiele in Peking kategorisch ausgeschlossen. Die teils als unwürdig wahrgenommenen Bedingungen vor Ort würden korrigiert.

Thomas Bach, Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC). | Kimimasa Mayama/EPA/dpa

IOC-Chef Bild: Kimimasa Mayama/EPA/dpa

Sportschau

Die Wettkämpfe vom 4. bis 20. Februar würden "definitiv" stattfinden, sagte der 68-Jährige im Interview mit der "Welt am Sonntag" und begründete seine Zuversicht mit der Null-Covid-Politik Chinas, die "sehr, sehr strikt und streng" sei.

Zugleich verbürgte sich der Vorsitzende des Internationalen Olympischen Komitees dafür, dass die von Sportlern teils als unwürdig wahrgenommenen Bedingungen bei Testwettkämpfen kein schlechter Vorgeschmack auf die Spiele waren. So äußerte der deutsche Alpindirektor Wolfgang Maier im Sportschau-Interview am Samstag (08.012022.) scharfe Kritik an den Organisatoren der Winterspiele in China und forderte eine Standardisierung der Corona-Testmaßnahmen.

Kritik an den Maßnahmen und Tests

"Es wurde teilweise übers Ziel hinausgeschossen, und es wurden auch noch nicht alle Protokolle für die Spiele angewandt, sondern strengere Regeln", beteuerte Bach. Die Probleme seien vom IOC angesprochen worden: "Die kritisierten Maßnahmen werden korrigiert."

Wartezeiten seien verkürzt worden, auch müsse "niemand, der einen positiven Test abgibt, aber asymptomatisch ist, in ein Krankenhaus", sondern könne "in einem angemessenen Hotel" seine Quarantäne absolvieren. Im Vergleich zu den Sommerspielen in Tokio seien die Maßnahmen zwar "einerseits strikter", so Bach, doch der Umgang innerhalb dieses geschlossenen Zirkels werde "andererseits unbeschwerter sein".

Keine Angst vor Absagen

Das zweite große Thema im Vorfeld sind die Boykottaufrufe durch mehrere Nichtregierungsorganisationen. Diesen sind bislang lediglich einige Regierungen gefolgt, welche den Spielen auf diplomatischer Ebene fernbleiben, darunter die USA und Großbritannien. Dies akzeptierte Bach, für den ohnehin die Haltung der Sportlerinnen und Sportler im Vordergrund steht. "Wenn sich ein Athlet gegen eine Teilnahme entscheiden würde, wäre dieser individuelle Entschluss zu respektieren. Doch diese Befürchtungen haben wir nicht", erklärte der IOC-Chef.

Vergabe nach China verteidigt

Bach unterstrich noch einmal die politische Neutralität der Ringe-Organisation: "Unsere Aufgabe, unsere Mission ist es, mit den Olympischen Spielen Menschen aus der ganzen Welt zusammenzubringen. Das schaffen wir nicht, wenn wir politische Positionen ergreifen, politisch Stellung beziehen und damit Athleten aus verschiedenen Ländern ausgrenzen."

Auf die Frage, ob die Vergabe der Winterspiele nach China 2015 ein Fehler gewesen sei, antwortete der Jurist ausweichend: "Damals buhlte die Weltgemeinschaft um die Gunst von China in allen Bereichen. Das tut sie im Übrigen auch heute noch in vielen Bereichen."

Winterspiele 2050 trotz Klimawandels? Bach geht "davon aus"

Bach sieht die Winterspiele auch im nächsten Vierteljahrhundert nicht unmittelbar durch den Klimawandel bedroht. Er "gehe davon aus", dass auch 2050 noch auf Schnee und Eis um Medaillen gekämpft wird. Zwar erkenne man, "dass der Wintersport mit den Folgen des Klimawandels konfrontiert ist, dass es in einstigen Wintersportgebieten eben keine Schneesicherheit mehr gibt in bestimmten Höhen, wo auch Neuinvestitionen entweder zurückgehen oder gar ausbleiben", sagte er, "auf der anderen Seite haben auch wir ein gewachsenes Interesse an den Winterspielen auf dem asiatischen, aber auch auf dem amerikanischen Kontinent. Deshalb sehen wir Peking auch als Chance für den globalen Wintersport und für die Athleten."

Quelle: sportschau.de

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 08. Januar 2022 um 19:35 Uhr.