Jiri Pavlenka vom SV Werder Bremen rettet vor Eric Maxim Choupo-Moting vom FC Bayern München den Ball während des Bundesliga-Fußballspiels. | Bildquelle: ALEXANDER HASSENSTEIN/POOL/EPA-E

Unentschieden in München FC Bayern patzt gegen Werder Bremen

Stand: 21.11.2020 20:08 Uhr

Nach zehn Jahren und 19 Niederlagen in Folge hat Werder Bremen im Bundesligaduell gegen den FC Bayern wieder einmal gepunktet - und das verdient. Münchens Trainer Hansi Flick verzockte sich dabei.

Viele hatten vor dem Anpfiff nur über die Höhe des Münchner Siegs gegen den einstigen Titelrivalen Werder Bremen spekuliert. Doch es sollte anders kommen. Die mutigen Hanseaten erkämpften sich am Samstag (21.11.2020) im 109. Bundesligaduell beider Klubs und damit der häufigsten Paarung der Liga-Geschichte ein verdientes 1:1 (0:1). Maximilian Eggestein (45. Minute) ließ Werders Coach Florian Kohfeldt in dessen 100. Bundesliga-Spiel sogar vom ersten Sieg in München seit 2008 träumen. Doch Kingsley Coman (62.) rettete Bayerns Trainer Hansi Flick beim 50. Pflichtspiel auf der Münchner Bank zumindest halbwegs das Jubiläum.

Müller: "Gehen sehr verärgert aus dem Spiel"

Kohfeldt sagte der Sportschau nach dem Spiel: "Ich bin sogar einen ganz kleinen Hauch enttäuscht, weil vielleicht mehr möglich gewesen wäre." Bayerns Schlussmann Manuel Neuer analysierte: "Wir haben zu wenige Tormöglichkeiten gehabt. Gute Großchancen haben wir normalerweise schon im zweistelligen Bereich, und heute waren es vielleicht fünf, sechs Möglichkeiten - und das kennen wir ja so nicht." Münchens Thomas Müller sagte am Sportschau-Mikro: "An vielen Tagen gewinnen wir solche Spiele noch, heute hat's leider nicht geklappt. Deswegen gehen wir sehr verärgert aus dem Spiel, nur 1:1 gespielt zu haben."

Flick pokert und verzockt sich

Der Bremer Punktgewinn wurde aber auch dadurch begünstigt, dass Flick vier Tage nach der historischen 0:6-Klatsche der DFB-Auswahl in Spanien zunächst auf gleich vier deutsche Nationalspieler verzichtete - und das, obwohl er im Training von ihnen "total begeistert" gewesen sei. Niklas Süle stand wegen Trainingsrückstands nicht mal im Kader, Leon Goretzka, Serge Gnabry und Leroy Sané saßen erst einmal auf der Bank. Goretzka musste allerdings schneller einspringen als geplant: Lucas Hernández kam nach einem Luftduell mit Theodor Gebre Selassie unsanft mit dem Rücken auf und musste verletzt raus (19.).

Neuer mit starkem Auftritt

Die Bayern konnten sich zu diesem Zeitpunkt schon bei ihrem Torwart Neuer bedanken, dass sie nicht bereits zurücklagen. Der Kapitän entschärfte in seinem 400. Pflichtspiel für die Bayern eine Doppelchance von Joshua Sargent und Ludwig Augustinsson (16.). Wenig später verzog Leonardo Bittencourt freistehend (24.). Flicks ungewöhnliche Aufstellung mit Martínez als einzigem Sechser und dem agilen, aber bei seiner Liga-Startelf-Premiere überforderten Youngster Jamal Musiala zündete nicht.

Die Bayern dominierten zwar die Partie, erspielten sich aber keine echten Torchancen und hatten viele Ballverluste. Als Coman doch einmal durchkam, wurde er von Ömer Toprak im Strafraum grenzwertig gestoppt - der Elfmeterpfiff blieb allerdings aus (26.).

Aus der Komfortzone geholt

"Wenn wir Mut mit dem Ball haben, holen wir sie aus ihrer Komfortzone", hatte Kohfeldt vor dem Spiel gesagt. Es waren geradezu prophetische Worte. Immer wieder setzten die Werderaner zu gefährlichen Kontern an. Kurz vor der Pause überraschten sie die Münchner Hintermannschaft nach einem Einwurf. Sargent enteilte Martínez, seine Hereingabe verwertete Eggestein unbedrängt von Goretzka zur Führung.

Costa mit Lattentreffer

Ein Lattenknaller von Douglas Costa nach der Pause (52.) war dann so eine Art Weckruf für den Rekordmeister, der Werder zunehmend stärker unter Druck setzte. Coman traf schließlich per Kopf nach einer Flanke von Goretzka zum Ausgleich. Der eingewechselte Eric Maxim Choupo-Moting vergab die Riesenchance zum 2:1 (84.), auf der anderen Seite parierte Neuer ganz stark gegen Sargent (87.). So blieb es beim 1:1, das sich die Bremer wegen ihres couragierten Auftritts redlich verdient hatten. Kurios: Es war Werders fünftes 1:1 in Folge.

Der FC Bayern spielt nun am Mittwoch (25.11.2020) um 21 Uhr in der Champions League gegen RB Salzburg und am Samstag (28.11.2020) in der Liga um 15.30 Uhr bei Aufsteiger VfB Stuttgart. Werder Bremen muss schon tags zuvor um 20.30 Uhr beim VfL Wolfsburg ran.

Quelle: sportschau.de

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 21. November 2020 um 17:45 Uhr.

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