Kampf um den Ball: Kölns Uth gegen den Mainzer Niakhate | Bildquelle: dpa

Bundesliga Köln verspielt Sieg gegen Ex-Trainer

Stand: 17.05.2020 19:07 Uhr

Der 1. FSV Mainz 05 sah am 26. Spieltag der Fußball-Bundesliga beim 1. FC Köln schon wie der sichere Verlierer aus. Doch es sollte anders kommen - dank einer engagierten Leistung der Rheinhessen.

Köln verspielte beim Bundesliga-Re-Start am Sonntag (17.05.2020) gegen den 1. FSV Mainz 05 einen Zwei-Tore-Vorsprung und musste sich am Ende mit einem 2:2 (1:0) begnügen. Mark Uth (6. Minute) per Strafstoß brachte den FC früh in Führung, nachdem der Mainzer Verteidiger Moussa Niakhaté den Kölner Angreifer gefoult hatte. Florian Kainz (53.) erhöhte per Kopf. Taiwo Awoniy (61.) gelang der Anschlusstreffer für Mainz, Pierre Kunde (72.) sogar der Ausgleich.

Leistner enttäuscht und stolz zugleich

Die Mainzer verteidigten ihr Polster von vier Zählern auf Platz 16. Der Abstand der Kölner auf den Abstiegs-Relegationsrang beträgt weiter zehn Punkte. FC-Verteidiger Toni Leistner sagte dem ARD-Hörfunk nach dem Spiel: "Ich bin enttäuscht, dass wir das 2:0 nicht über die Bühne bekommen haben." Er habe aber auch einen gewissen Stolz, dass seine Mannschaft "nach acht Wochen schon so eine Intensität auf den Platz legen kann gegen ein Team, das körperlich sehr robust spielt. Da haben wir gut dagegengehalten. Wir haben die ganze Situation als Mannschaft gut angenommen."

Der Mainzer Schlussmann Florian Müller sagte der ARD: "Nach dem 0:2 haben wir uns aufgerafft und wirklich nochmal Gas gegeben und verdient noch zwei Tore gemacht. Am Ende war es dann sehr offen und ein schönes Spiel zum Anschauen."

Mainz vom Rückstand wenig beeindruckt

Acht Mal war Mainz zuvor bei Auswärtsspielen in dieser Saison in Rückstand geraten und hatte immer verloren. Doch schon nach dem 0:1 zeigten die Rheinhessen mit Trainer Achim Beierlorzer, der zu Saisonbeginn noch den FC trainiert hatte, dass das diesmal nicht passieren sollte. Bereits in der elften Minute hatte Jean-Paul Boetius den Ausgleich auf dem Fuß, seinen Schuss aus zentraler Strafraumposition konnte Toni Leistner gerade noch zur Ecke abblocken. Einen Volleyschuss von Karim Onisiwo (29.) von der Strafraumgrenze lenkte FC-Keeper Timo Horn stark um den Pfosten. Auf der Gegenseite verfehlte Kainz (44.) mit einem Fernschuss nur knapp das Tor.

Skhiri verpasst Vorentscheidung

Kalt erwischt wurden die Mainzer auch zu Beginn des zweiten Durchgangs. Eine Flanke von rechts des zur Pause eingewechselten Dominick Drexler köpfte Kainz acht Minuten nach Wiederanpfiff zum 2:0 ein. Ellyes Skhiri (57.) hätte schon so gut wie alles klarmachen können, scheiterte aber bei einem Schuss mit der Pike im Strafraum am stark reagierenden Mainzer Torhüter Müller.

Die Quittung folgt sogleich

Vier Minuten später gab es dann die Quittung für Köln: Nach einer flachen Flanke von Bote Baku drückte Awoniyi den Ball aus kurzer Distanz zum Mainzer Anschlusstreffer über die Linie. Damit nicht genug: Weitere elf Minuten später schloss Kunde ein tolles Solo über gut 30 Meter zum Ausgleich ab.

Die Partie ging hin und her, beide Mannschaften erspielten sich noch gute Chancen. In der Schlussphase suchten beide Teams die Entscheidung. Kölns Torjäger Jhon Cordoba scheiterte aus nächster Distanz am Mainzer Schlussmann Müller (81.), nur Sekunden später stand FC-Keeper Horn bei einem Schuss von Awoniy im Mittelpunkt. Am Ende blieb es beim Unentschieden.

Besondere Geisterspiel-Atmosphäre

Trotz Geisterspiel-Atmosphäre hatten sich die Kölner einiges einfallen lassen, um ein bisschen Stimmung ins Stadion zu bringen. Geißbock Hennes IX. hatte wegen der Corona-Pandemie zwar Stadionverbot, das Klub-Maskottchen wurde aber per Videoschalte aus dem Kölner Zoo zugeschaltet. Zudem konnte der FC auf etwa 1.300 Glücksbringer von Dauerkarten-Besitzern bauen, die auf der Osttribüne drapiert wurden - wenngleich nicht mit dem gewünschten Erfolg.

Außerdem wurde ein virtueller Chor organisiert, um vor dem Anpfiff das Vereinslied "Mer stonn zo dir, FC Kölle" zu singen. Die Fans konnten sich online zuschalten und wurden dann zum betreffenden Zeitpunkt akustisch vom Balkon oder aus dem Garten zusammengeschaltet.

Köln empfängt nun am kommenden Sonntag (24.05.2020) um 18 Uhr den rheinischen Rivalen Fortuna Düsseldorf. Mainz empfängt schon zweieinhalb Stunden früher RB Leipzig.

Quelle: sportschau.de

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 17. Mai 2020 um 20:00 Uhr.

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