Frankfurts Bas Dost (r) bejubelt seinen Treffer zum 2:0  | Bildquelle: Getty Images

1:3-Niederlage im eigenen Stadion Frankfurt sorgt bei Hertha für Ernüchterung

Stand: 25.09.2020 22:26 Uhr

Eintracht Frankfurt hat Hertha BSC die Heimpremiere mit Zuschauern gründlich verdorben. Die Frankfurter gewannen am Freitagabend (25.09.2020) zum Auftakt des 2. Spieltags der Fußball-Bundesliga im Berliner Olympiastadion verdient mit 3:1.

André Silva mit einem verwandelten Foulelfmeter (30. Minute), Angriffskollege Bas Dost (36.) und Sebastian Rode (71.) sorgten für den Sieg der Frankfurter, die die Berliner damit in der Tabelle mit nunmehr vier Punkten nach zwei Spielen überholten. Hertha konnte erst nach dem Rückstand und drei Halbzeit-Wechseln für kurze Zeit an die Leistung beim 4:1-Erfolg zum Liga-Start in Bremen anknüpfen - mehr als der Anschluss durch ein Eigentor von Martin Hinteregger aber kam nicht mehr heraus (76.).

Labbadia: "Verdienter Sieg für die Eintracht"

"Das war ein verdienter Sieg für die Eintracht, vor allem wegen der ersten Halbzeit", sagte Herthas Coach Bruno Labbadia im Anschluss. "Die Eintracht hat zu einfach die Zweikämpfe gewonnen und zu einfach die Tore geschossen Wir waren zu zögerlich."

"Ein toller Auswärtssieg", meinte Frankfurts Trainer Adi Hütter. "Der erste Dreier in dieser Saison, bei einer sehr starken Mannschaft. Deshalb freue ich mich wirklich sehr."

Frankfurt von Kostic-Ausfall nicht geschockt

Die Eintracht war von Beginn an das aktivere Team im Olympiastadion. Die Gäste attackierten früh, mussten aber schon in der Anfangsphase einen herben Ausfall wegstecken. Filip Kostic prallte mit Berlins Innenverteidiger Jordan Torunarigha zusammen (9.), wurde lange am rechten Knie behandelt und musste schließlich doch raus.

Die Frankfurter, bei denen Almamy Touré und Stefan Ilsanker im Vergleich zum 1:1 beim Saisonauftakt gegen Aufsteiger Bielefeld neu in die erste Elf gerückt waren, ließen sich nicht beeindrucken. Dost näherte sich mit einem Kopfball dem Berliner Tor (20.), Silva besaß die erste gute Chance (25.). Nach einem Zweikampf des Portugiesen mit dem neuen Hertha-Kapitän Dedryck Boyata entschied Schiedsrichter Bastian Dankert auf Elfmeter - eine strittige Angelegenheit, die vom Video-Assistenten nicht als grob falsch eingeschätzt wurde. Silva übernahm den Strafstoß selbst - und verwandelte sicher.

Viel Stückwerk bei Hertha, Frankfurt effektiv

Bei Hertha war kein konstruktiver Spielaufbau zu erkennen, vieles blieb Stückwerk. Auch Matheus Cunha, der vor dem Anpfiff von seiner erstmaligen Nominierung in die brasilianische A-Nationalmannschaft erfahren hatte, brachte keine Kreativität. So kamen die Gastgeber bis zur Halbzeit nur zu einer einzigen Chance, als Dodi Lukebakio am stark reagierenden Eintracht-Keeper Kevin Trapp scheiterte (32.).

Dost machte es auf der Gegenseite besser. Der 31 Jahre alte Niederländer köpfte nach einer Freistoß-Eingabe von Daichi Kamada wuchtig ein. Boyata und Torunarigha konnten ihn nicht entscheidend stören. Damit war Herthas Traum von einem perfekten Saisonstart praktisch schon beerdigt. 25-Millionen-Mann Lucas Tousart blieb blass, wie viele seiner Nebenleute.

Labbadia mit drei Wechseln zur Pause

Neuzugang Jhon Cordoba, zunächst nur auf der Bank, durfte dann zu Beginn der zweiten Hälfte den wirkungslosen Angreifer Krzysztof Piatek ersetzen. Labbadia hatte von einer "Gefühlssache" gesprochen bei der Entscheidung für den Polen - und lag damit offenbar falsch.

Auch Arne Maier und Neuzugang Deyovaisio Zeefuik kamen - und sorgten tatsächlich für Belebung im Hertha-Spiel. Frankfurt verteidigte mit Leidenschaft und Glück. Lukebakio scheiterte knapp (58.), die übrigen Gelegenheiten entschärfte Frankfurts Keeper Trapp. Mit einem Schuss aus 16 Metern ins lange Eck erstickte dann Rode Herthas Hoffnung auf eine Wende. Auch nach Hintereggers Eigentor nach einer Flanke von Torunarigha geriet Frankfurts Sieg nicht mehr in Gefahr.

Die Berliner hatten Glück, dass sie das Spiel nicht in Unterzahl beendeten, nachdem Cunha für einen üblen Tritt gegen Hinteregger nur Gelb sah. Für die 4.000 Hertha-Fans endete das erste Stadion-Liveerlebnis nach 202 Tagen dennoch mit einer großen Enttäuschung.

Hertha reist zum FC Bayern

Auf die Berliner wartet in der kommenden Woche die nächste Bewährungsprobe, die kaum schwieriger sein könnte: Am Sonntag (18 Uhr) steht das Gastspiel beim Rekordmeister und frisch gekürten Supercup-Sieger FC Bayern an. Die Eintracht spielt bereits am Samstag und erwartet 1899 Hoffenheim.

Quelle: sportschau.de

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 25. September 2020 um 23:00 Uhr.

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