Jürgen Klinsmann, Trainer von Hertha BSC (Archivbild vom 21. Dezember 2019) | Bildquelle: AP

Hertha BSC Klinsmann tritt als Trainer zurück

Stand: 11.02.2020 11:12 Uhr

Jürgen Klinsmann hat nach nur 76 Tagen überraschend sein Amt als Trainer bei Fußball-Bundesligist Hertha BSC zur Verfügung gestellt.

Das erklärte Klinsmann am Dienstag (11.02.2020) auf Facebook. Sein Berater Roland Eitel bestätigte auf SID-Anfrage die Demission des Ex-Bundestrainers bei Hertha. Mit etwa einer halben Stunde Verzögerung kam auch die Bestätigung des Vereins.  Vorerst übernimmt der bisherige Co-Trainer Alexander Nouri die Mannschaft. 

"Als Cheftrainer benötige ich für diese Aufgabe das Vertrauen der handelnden Personen. Gerade im Abstiegskampf sind Einheit, Zusammenhalt und Konzentration auf das Wesentliche die wichtigsten Elemente. Sind die nicht garantiert, kann ich mein Potenzial als Trainer nicht ausschöpfen und kann meiner Verantwortung somit auch nicht gerecht werden", schrieb der ehemalige Bundestrainer.

"Deshalb bin ich nach langer Überlegung zum Schluss gekommen, mein Amt als Cheftrainer der Hertha zur Verfügung zu stellen und mich wieder auf meine ursprüngliche langfristig angelegte Aufgabe als Aufsichtsratsmitglied zurückzuziehen", so Klinsmann.

Beim Verein zeigte man sich überrascht: "Wir sind von dieser Entwicklung am Morgen überrascht worden. Insbesondere nach der vertrauensvollen Zusammenarbeit hinsichtlich der Personalentscheidungen in der für Hertha BSC intensiven Wintertransferperiode gab es dafür keinerlei Anzeichen. Über die weiteren Entwicklungen werden wir zu gegebener Zeit informieren", sagte Sportdirektor Michael Preetz.

In der Winterpause hatte Hertha dank Geldgeber Lars Windhorst kräftig auf dem Transfermarkt investiert. Für die vier Profis Santiago Ascacibar, Krzysztof Piatek, Matheus Cunha und Lucas Tousart, der jedoch auf Leihbasis noch ein halbes Jahr bei Olympique Lyon bleibt, blätterte der Hauptstadt-Klub fast 80 Millionen Euro hin.

Klinsmann hatte das Amt erst Ende November von Ante Covic übernommen, nachdem dieser mit dem Klub in den Tabellenkeller gerutscht war. In neun Bundesliga-Spielen holte der frühere Welt- und Europameister zwölf Zähler. Im DFB-Pokal unterlagen die Berliner im Achtelfinale in der vergangenen Woche bei Schalke 04 mit 2:3 nach Verlängerung. Am Samstag gastieren die Berliner bei Schlusslicht SC Paderborn in einem wegweisenden Spiel für den Abstiegskampf.

Quelle: sportschau.de

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 11. Februar 2020 um 11:00 Uhr.

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