Uwe Gensheimer (links) und Andreas Wolff nach dem Spiel gegen Russland | Bildquelle: dpa

Remis gegen Russland Dämpfer für deutsche Handballer

Stand: 14.01.2019 19:43 Uhr

Erster kleiner Dämpfer für die deutschen Handballer bei der WM: Gegen Russland reichte es nur zu einem Remis. Das DHB-Team verpasste somit, sich vorzeitig für die WM-Hauptrunde zu qualifizieren.

Nach dem souveränen 30:19-WM-Auftaktsieg gegen Korea und dem begeisternden 34:21 gegen Brasilien hat sich Deutschland am Montag (14.01.2019) gegen Russland 22:22 (12:10) getrennt. Die DHB-Auswahl verpasste durch das Unentschieden den vorzeitigen Einzug in die WM-Hauptrunde. Bester deutscher Werfer war wieder einmal Kapitän Uwe Gensheimer mit acht Toren.

DHB-Team spielt remis gegen Russland
DHB-Team spielt remis gegen Russland

"Es überwiegt jetzt natürlich die Enttäuschung. Beim Stand von 20:17 hätten wir den Sack zumachen müssen. Die Russen waren in den entscheidenden Momenten eiskalt", sagte Bundestrainer Christian Prokop. Verbitterung auch bei Torwart Andreas Wolff. "Mit dem einen Punkt können wir nicht zufrieden sein. Wir haben einige Bälle dumm weggeworfen. Darüber müssen wir uns Gedanken machen", meinte Wolff.

Semper zurück im DHB-Team

Mit Russland trafen die deutschen Handballer vor fast 14.000 euphorisierten Zuschauern in Berlin erstmals in diesem Turnier auf einen qualitativ gleichwertigen Gegner. Mit im Kader war auch wieder Rückraumspieler Franz Semper, der gegen Brasilien wegen Schüttelfrosts passen musste.

Deutschland gegen Russland - die komplette Partie
Handball-WM: Deutschland gegen Russland - die komplette Partie

Von Beginn an entwickelte sich denn auch ein temporeiches Spiel ebenbürtiger Gegner. Nach sieben Minuten brachte Steffen Weinhold mit seinem Treffer zum 4:3 die deutsche Mannschaft erstmals in Führung. Auch in der Folge blieb es das erwartete enge Match, in dem es keinem Team gelang, sich abzusetzen. Dank einer hochkonzentrierten Phase vor der Pause ging die DHB-Auswahl mit einem Zwei-Tore-Vorsprung in die Kabine.

Permanenter Druck

Gleich zu Beginn des zweiten Durchgangs ging Deutschland durch Martin Strobel erstmals mit drei Toren in Führung, Paul Drux vergab kurz darauf das 14:10, Russlands Tormann Viktor Kireev parierte stark. Doch die DHB-Auswahl ließ sich nicht aus dem Konzept bringen und setzte die Russen weiter unter Druck.

Deutschland gegen Russland - die Analyse
Deutschland gegen Russland - die Analyse

Wolff nach Anlaufschwierigkeiten stark

Ein sicherer Rückhalt dabei nach anfänglichen Schwierigkeiten war wieder einmal DHB-Tormann Andreas Wolff, etwa, als er gegen Vitaly Komogorov sensationell mit dem Fuß über dem Kopf parierte. In der Folge leistete sich die DHB-Auswahl aber zu viele Fehlwürfe, um frühzeitig für eine Vorentscheidung sorgen zu können.

Deutschland gegen Russland - die Stimmen
Deutschland gegen Russland - die Stimmen

Dramatische Schlussphase

Bis zum Schluss blieb die Partie dramatisch, auch deshalb, weil keine Mannschaft ihrem laufintensiven Spiel Tribut zollen musste. Als die Russen auf ein Tor herangekommen waren, behielt Gensheimer beim Siebenmeter die Nerven und traf per Heber zum 21:19 (58. Minute). Nach einem schwerwiegenden Fehlpass von Drux glichen die Russen zum 21:21 aus (59.). Fabian Böhm brachte die deutsche Auswahl noch einmal in Front, doch neun Sekunden vor dem Abpfiff wurde der Gastgeber aus seinen Siegträumen gerissen. Der letzte Freiwurf von Steffen Fäth landete in der Schlusssekunde in der russischen Abwehrmauer.

Am Dienstag (15.01.2019) hat die DHB-Auswahl mit Frankreich den härtesten Brocken der Gruppe A vor der Brust. "Das Schöne ist, dass wir es gegen die Franzosen mit diesem tollen Publikum innerhalb von 24 Stunden besser machen können und nicht fünf Tage warten müssen", sagte Prokop. Gegen den Titelverteidiger dürfen sich die deutschen Handballer keine Niederlage leisten, um das Ziel Halbfinale nicht frühzeitig aus den Augen zu verlieren.

Quelle: sportschau.de

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 14. Januar 2019 um 20:00 Uhr.

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