Handballer Lukas Zerbe jubelt nach einem Treffer gegen Polen | dpa

Handball-EM DHB-Team überzeugt gegen Polen

Stand: 18.01.2022 19:33 Uhr

Allen Corona-Sorgen zum Trotz hat sich die deutsche Handball-Nationalmannschaft bei der EM gegen Polen durchgesetzt und sich eine glänzende Ausgangslage für die Hauptrunde verschafft.

Von Robin Tillenburg

Die Deutschen gewannen am Dienstagabend (18.01.2022) im dritten und letzten Vorrundenspiel mit 30:23 (15:12) gegen die Polen. Beide Mannschaften standen schon vor der Partie als Hauptrundenteilnehmer fest.

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Deutschland nimmt die beiden frisch eingefahrenen Punkte mit in die nächste Runde und startet dank dieses Sieges mit viel Rückenwind in den Kampf ums Halbfinale. Dort geht es nun noch gegen Norwegen, Schweden, Spanien und Russland. Zwei der sechs Teams erreichen die Runde der letzten Vier.

Coronasorgen bei beiden Teams

Die DHB-Auswahl ging nach den diversen Corona-Ausfällen mit 13 Feldspielern und nur einem Torhüter in die Partie. Neben Johannes Bitter waren Paul Drux, Fabian Wiede, Sebastian Firnhaber und Rune Dahmke neu im Aufgebot. Till Klimpke und Marcel Schiller hatten nach positiven Coronatests am Dienstag ebenfalls kurzfristig passen müssen. Ab Mittwoch sollen noch Torwart Daniel Rebmann und Linksaußen Patrick Zieker stoßen sollen. Auch die Polen waren coronabedingt nicht mit ihrem bestmöglichen Aufgebot ins Turnier gestartet.

Gute deutsche Abwehr - Steinert und Köster vorne stark

Schon kurz nach Beginn der Partie merkte man dem DHB-Team an: An Motivation mangelte es nicht. In der Abwehr gingen Patrick Wiencek, Johannes Golla und Co. knallhart zur Sache - besser als in den beiden anderen Vorrundenpartien. Vorne lief der Ball dagegen anfangs noch nicht so richtig rund, oft drohte Passives Spiel, einige Ungenauigkeiten schlichen sich ein. Es war zunächst auf beiden Seiten viel Kampf und wenig Glanz, nach elf Minuten stand es erst 3:3.

Angetrieben von einem überragenden Christoph Steinert, der in Durchgang eins bei sechs Versuchen sechsmal erfolgreich war, schafften es die Deutschen dann aber, konstant Tore vorzulegen. Nach knapp 20 Minuten stand es 8:5 und Polens Trainer Patryk Rombel sah sich gezwungen, erstmals eine Auszeit zu nehmen. Bundestrainer Alfred Gislason brachte als Antwort den jungen Zweitligaspieler Julian Köster, der richtig heiß lief und den DHB-Angriff sichtbar belebte. Die deutsche Halbzeitführung von 15:12 zur Pause war hochverdient.

Bis zum Schluss hochkonzentriert

Und obwohl die Polen mit zwei schnellen Treffern in die zweite Hälfte starteten, gestalteten die Deutschen die Partie weiter von vorn. Gislason wechselte immer wieder durch und machte von seinem trotz der Ausfälle breiten und ausgeglichenen Kader reichlich Gebrauch. Knapp zwanzig Minuten vor Schluss nahm Rombel schon seine zweite Auszeit. Zu diesem Zeitpunkt lagen die Deutschen erstmals mit fünf Treffern in Führung - 20:15.

Der 21 Jahre alte Köster war inzwischen von den Polen überhaupt nicht mehr einzufangen und hatte immer wieder auch das Auge für seine Nebenleute. Die deutsche Defensive blieb zudem sehr aufmerksam und agil. Wiencek und Co. kamen auch durch den von Rombel zusätzlich eingesetzten siebten Feldspieler nicht in größere Bedrängnis und waren auch in zwischenzeitlich nochmal etwas holprigeren Phasen das Fundament eines begeisternden deutschen Spiels. Steinert traf insgesamt neunmal, Köster und Golla steuerten sechs Treffer bei.

Am Donnerstag gegen Spanien

"Man hat den ganzen Tag gemerkt, wie sehr die Jungs fokussiert waren. Riesiges Kompliment, was sie gezeigt haben. Überragende Abwehr, überragender Angriff - von der ersten Minute an voll da", erklärte ein begeisterter Gislason im ZDF. Johannes Golla ergänzte: "Das Spiel war extrem wichtig heute, denn die Gegner in der Hauptrunde werden Hochkaräter. Jetzt hoffen wir, dass wir dann auch in dieser Besetzung bleiben können." Am Donnerstag geht es im ersten Hauptrundenspiel gegen einen dieser Hochkaräter - gegen Titelverteidiger Spanien.

Quelle: sportschau.de

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 18. Januar 2022 um 20:00 Uhr.