Kai Häfner jubelt gegen Belarus | wiedensohler

DHB-Team bei der Handball-EM Zum Auftakt ein Sieg gegen Belarus

Stand: 14.01.2022 19:34 Uhr

Die deutsche Handball-Nationalmannschaft hat einen gelungenen Einstand in die Europameisterschaft gefeiert. Gegen einen unangenehmen Gegner aus Belarus brauchte es eine Leistungssteigerung in Durchgang zwei zum Erfolg.

Von Robin Tillenburg

Die DHB-Auswahl siegte am Freitagabend (14.01.2022) im ersten Gruppenspiel mit 33:29 (17:18) und wusste vor allem offensiv zu überzeugen. In der Abwehr offenbarten Kapitän Johannes Golla und Co. noch einige Probleme.

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Deutschland startet mit Klimpke im Tor - und mit Problemen

Die deutsche Mannschaft startete erwartungsgemäß ohne Rechtsaußen Lukas Zerbe im Aufgebot, dafür gab es auf dem Parkett zu Beginn die erste Überraschung: Youngster Till Klimpke startete zwischen den Pfosten, Andreas Wolff nahm auf der Bank Platz. Die zweite, etwas kleinere Überraschung war, dass der abwehrstarke Christoph Steinert statt Timo Kastening auf der Rechtsaußenposition begann.

Von der viel beschworenen Abwehrstärke des deutschen Teams war zu Beginn aber noch nicht viel zu sehen, und auch Klimpke bekam keine Hand an den Ball. Weil die Deutschen sich vorn unvorbereitete Abschlüsse und Ungenauigkeiten leisteten, stand es nach zehn Minuten 2:7 aus Sicht des DHB-Teams. Gislason nahm seine erste Auszeit und wechselte Wolff ein.

Nur vier Paraden in Durchgang eins

Ob es die Präsenz des Torwart-Hünen war oder die Ansprache des Bundestrainers: Es wurde besser. Kai Häfner und Co. zogen in der Offensive nun klarer durch, holten Zeitstrafen heraus und nutzten dann auch die entstehenden Lücken konsequenter. Die eingespielte Mannschaft aus Belarus machte nun auch den ein oder anderen Fehler mehr, es gab einfache Gegenstoßtore - und beim 11:10 nach gut zwanzig Minuten war das deutsche Team wieder im Spiel.

Die Belarusen zeigten sich aber gefestigt, besannen sich auf ihre Stärken und fanden immer wieder ihren herausragenden Kreisläufer Artsem Karalek, den die deutschen Abwehrspieler isoliert nie verteidigt bekamen. Zur Pause stand es letztendlich 17:18. Alle vier eingesetzten Torhüter brachten es zusammen auf vier Paraden - nur eine ging auf das Konto der Deutschen.

Es war ein Scheibenschießen, bei dem bei den Deutschen neben der Zuordnung zum Kreisläufer auch die Abstimmung zwischen Block und Torhüter nicht zu klappen schien. "Das war schwierig. Wir sind in Angriff und Abwehr nur schwer ins Spiel gekommen und haben in der ersten Halbzeit Karalek gar nicht unter Kontrolle bekommen", erklärte Gislason nach dem Spiel, räumte aber seinem Innenblock aus Patrick Wiencek und Johannes Golla eine Leistungssteigerung ein, als er "Simon Ernst zum Warmmachen geschickt" habe.

Häfner "überragend"

Wolff fand zu Beginn des zweiten Durchgangs dann besser in die Begegnung und brachte sein Team somit nicht nur ins Tempospiel, sondern auch zu einem Zwischenspurt. Der starke Kai Häfner und Co. zeigten sich im Angriff auch bei drohendem Zeitspiel treffsicher. Nach 40 Minuten stand es 25:21. "Überragend, Kai", erkannte der Bundestrainer im von den Belarusen genommenen Timeout die Leistung seines Halbrechten an, der insgesamt acht Tore erzielte und mit Marcel Schiller bester Schütze war. Aus dem Mund des Isländers ist das beinahe überschwänglich.

Davonziehen konnten die Deutschen aber nicht. Gislason setzte über weite Teile auf den erfahrenen Rückraum mit Philipp Weber, Häfner und Julius Kühn - die machten ihre Sache gut, aber der Kontrahent von Trainer Iouri Chevtsov zeigte, dass er der stärkste Gruppengegner sein dürfte. In die letzten zehn Minuten ging es mit einem 28:26.

Konditionsvorteile bei den Deutschen

In der Schlussphase agierte die deutsche Abwehr dann nochmal ein bisschen offensiver und zwang die Belarusen zu weiten Wegen. Die taten denen sichtbar weh - konditionell war Deutschland dem Kontrahenten hintenraus überlegen, obwohl Gislason nur wenig durchwechselte. Der Sieg hätte sogar noch deutlicher ausfallen müssen, die ein oder andere Chance ließen Weber und Kollegen dann doch noch liegen. Am Sonntag (16.02.2022) geht es live im Ersten weiter gegen Österreich.

Quelle: sportschau.de

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 14. Januar 2022 um 20:00 Uhr.