Lewis Hamilton beim freien Training in Mexico  | Bildquelle: AFP

Formel 1 Hamilton siegt in Mexiko

Stand: 27.10.2019 22:34 Uhr

Mit einer taktischen Meisterleistung seines Mercedes-Teams hat sich Lewis Hamilton von Startplatz drei aus den Sieg beim Großen Preis von Mexiko gesichert. Die Titelentscheidung ist vertagt, weil sein Teamkollege Valtteri Bottas am Sonntag (27.10.19) ebenfalls aufs Podium fuhr.

Von Christian Hornung

Hamilton kann nun aber am kommenden Sonntag in den USA seinen sechsten Weltmeistertitel aus eigener Kraft holen. Rang zwei in Mexiko ging an Sebastian Vettel im Ferrari, der mit perfektem Reifenmanagement Bottas auf Distanz hielt.

Hamilton im Kampf mit Verstappen

Hamilton lieferte sich in Mexiko in den ersten Kurven einen knallharten Kampf mit Max Verstappen im Red Bull. Verstappen hatte sich am Vortag eigentlich die Pole gesichert, wurde wegen eines Regelverstoßes (er hatte bei einem Unfall von Valtteri Bottas weiter Gas gegeben) aber um drei Plätze zurückgestuft.

Hamilton und Verstappen kamen bei ihrem erbitterten Duell nach einer Berührung sogar für kurze Zeit von der Strecke ab. Der Brite büßte dabei einen Rang ein, Verstappen fiel auf Position acht zurück, musste dann mit einem Reifenschaden an die Box und fuhr anschließend zunächst dem kompletten Feld hinterher. Mit einer Reihe von Überholmanövern arbeitete sich der Niederländer am Ende immerhin auf Platz sechs vor.

Leclerc mit Problemen beim Reifenwechsel

Charles Leclerc im Ferrari ging bereits in der 16. Runde erstmals an die Box, sodass in der Folge sein Teamkollege Vettel zahlreiche Führungskilometer sammelte. Als der Monegasse dann in Runde 44 seinen zweiten Stopp vollzog, gab es Probleme bei seinen Mechanikern am rechten Hinterreifen - eine miserable Standzeit von 6,2 Sekunden war die Folge.

Vettel wirkte in dieser Rennphase sehr souverän, musste aber in der 36. Runde bei einer Überrundung eine Schrecksekunde überstehen. Weil sich der vor ihm fahrende Carlos Sainz im McLaren mit Pierry Gasly (Toro Rosso) intensiv um Rang zwölf beharkte, übersah Sainz offenbar die Blauen Flaggen - und wäre Vettel bei dessen Überholmanöver beinahe ins Auto gefahren.

Vierkampf an der Spitze

Im letzten Renndrittel entwickelte sich ein wunderbarer Vierkampf zwischen den beiden Ferrari und den beiden Mercedes, bei dem Hamilton nach Vettels Boxenstopp die Führung übernahm und bis zum Ende souverän verteidigte. Die Top-Zeiten fuhr aber phasenweise Leclerc auf Rang vier, der sich auch den Extrapunkt für die schnellste Rennrunde sicherte. Allerdings verschenkte der Monegasse in der 59. Runde erneut Zeit, als er sich verbremste und kurz neben die Strecke rutschte - so ging er am Ende im Kampf ums Podium leer aus.

Zehn Runden vor Schluss rückte der zu diesem Zeitpunkt drittplatzierte Bottas bedrohlich nahe an Vettel heran, doch der Deutsche gab in der Folge wieder richtig Gas und hielt den Finnen auf Distanz. Pech hatte Vettels Landsmann Nico Hülkenberg, der bis in die Schlussrunde zumindest um einen WM-Punkt kämpfte - dann aber vom Russen Daniil Kwyat im Toro Rosso in die Begrenzungsmauer gedrückt wurde. Der schöne Trost erfolgte nach Rennende: Die Jury brummte Kwyat eine Zeitstrafe auf, Hülkenberg wurde doch noch als Zehnter gewertet.

"Es ist Wahnsinn"

Dass ich jetzt etwas länger auf die WM warten muss, ist mir egal - ich liebe das Racing", sagte Hamilton kurz nach dem Rennen. "Es ist Wahnsinn, dass ich mit diesen Reifen am Ende und mit den Beschädigungen am Auto gewonnen habe - das Team hat da wirklich perfekt gearbeitet." In der Tat warfen seine Reifen am Ende dicke Blasen auf, und aus dem Startcrash mit Verstappen fehlte ihm ein gutes Stück vom seitlichen Unterboden.

Vettel war mit seinem zweiten Platz durchaus nicht unzufrieden: "Es war ein intensives Rennen ohne jegliche Pause. Ich hatte Valtteri hinter mit, der sehr viel Druck gemacht hat. Ich habe vor mir Lewis zwar auch gesehen, aber er hat das mit seinen Reifen wirklich sehr gut gemacht. Wir hätten es von der Strategie sicher etwas besser machen können, aber ich freue mich trotzdem über das Podium."

Thema in: Sport aktuell, Deutschlandfunk, Sonntag, 27.10.19, 22.50 Uhr

Quelle: sportschau.de

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 27. Oktober 2019 um 22:50 Uhr.

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