Gladbacher Spieler bejubeln einen Treffer gegen Frankfurt | Bildquelle: dpa

Bundesliga-Neustart Gladbachs frühe Tore zum Sieg

Stand: 16.05.2020 20:20 Uhr

Eintracht Frankfurt taumelt auch nach dem Neustart der Fußball-Bundesliga. Gegen Borussia Mönchengladbach gab es eine ernüchternde Heimpleite.

Am 26. Spieltag unterlag die Mannschaft von Adi Hütter am Samstagabend (16.05.2020) Mönchengladbach mit 1:3 (0:2) und muss als 13. weiter die Abstiegszone im Blick halten.

Die Gladbacher dagegen haben nur eines der vergangenen acht Ligaspiele verloren und zogen an Leipzig vorbei auf Rang drei.

Blitzstart spielt Gladbach in die Karten

Die Eintracht machte dort weiter, wo sie vor der Corona-Pause im Geisterspiel beim 0:3 gegen Basel aufgehört hatte: Gladbachs Alassane Plea nutzte nach nur 36 Sekunden einen Abstimmungsfehler der Eintracht-Defensive zum zweitschnellsten Treffer der Gladbacher Bundesliga-Historie (1.). Die nächste Unsicherheit in der Frankfurter Hintermannschaft bestrafte kurz darauf Marcus Thuram gnadenlos (7.).

Ramy Bensabaini sorgte mit einem allerdings mit viel Glück verwandelten Foulelfmeter (73.) für die Vorentscheidung. Der eingewechselte Andre Silva konnte für die Gastgeber nur noch verkürzen (81.).

Auch Thuram jubelt nicht kontaktlos

Gladbachs Torschütze Thuram war der nächste Profi, der die von der DFL ausgesprochenen Empfehlungen, auf einen gemeinsamen Jubel zu verzichten, offenbar verdrängt hatte. Der Stürmer ging nach seinem Treffer mit seinem Teamkollegen Bensebaini in engen Wangenkontakt.

Am Nachmittag hatten schon einige Spieler von Hertha BSC beim 3:0-Sieg in Hoffenheim mit ausgiebigem gemeinsamem Torjubel mit Körperkontakt für Aufsehen gesorgt. Eine Strafe droht aber nicht.

Frankfurts Offensive ideenlos

Nach den frühen Toren zogen sich die Gladbacher zurück, setzten vor allem auf Gegenstöße - und waren damit über die gesamte Spielzeit trotzdem gefährlicher als die uninspirierten und verkrampften Frankfurter. Plea hätte mit einem Distanzschuss (21.) beinahe nachgelegt für die Gladbacher, die vor allem durch ihr präzises Spiel in der ersten halben Stunde überzeugten.

Ähnliche Lichtblicke suchte man bei den Gastgebern vergebens. Die knapp 70 Tage ohne Partie inklusive zweiwöchiger Quarantäne wegen positiver Coronatests hatten der Eintracht offensichtlich nicht gut getan. Das schon vor der Zwangspause ideenlose Offensivspiel lahmte. Ein Freistoß von Filip Kostic (23.), den Gladbachs Keeper Yann Sommer problemlos entschärfte, blieb im ersten Durchgang die gefährlichste Aktion.

Dost ohne Durschlagskraft

Frankfurts Trainer Hütter musste reagieren und dem völlig wirkungslosen Bas Dost in der Spitze eine Unterstützung zur Seite stellen. Da Goncalo Paciencia wegen einer Muskelverletzung nicht zur Verfügung stand, war der portugiesische Nationalspieler Silva die einzige Option. Aber auch die Hereinnahme des 24-Jährigen verpuffte bis zu dessen spätem Anschlusstreffer.

Die Gäste mussten sich freilich zunächst den Vorwurf gefallen lassen, nicht entschlossen genug auf das dritte Tor und die Entscheidung zu gehen. Die nötige Absicherung brachte erst der schwach geschossene Foulelfmeter von Bensebaini, den Eintracht-Torhüter Kevin Trapp beinahe abgewehrt hätte. Jonas Hofmann hätte nach Frankfurts Gegentreffer sogar noch einen vierten Gladbacher Treffer nachlegen können (85.), vergab aber völlig frei fahrlässig gegen den nachgerückten Eintracht-Verteidiger Martin Hinteregger.

Gladbachs Sommer: "Erste zehn Minuten überragend"

Insgesamt aber war Hofmann wie alle Gladbacher nach dem Schlusspfiff hochzufrieden: "Wir haben sehr schön rauskombiniert." Nach der langen Pause sei dies "nicht selbstverständlich" gewesen, so Hofmann. "Die ersten zehn Minuten von uns waren überragend", sagte auch Keeper Yann Sommer: "Ich bin sehr stolz auf die Mannschaft."

Die Frankfurter haderten mit eben jenen ersten Minuten, in denen sie das Spiel praktisch schon verloren hatten. "Dass wir die Anfangsphase komplett verschlafen haben, hat Gladbach in die Karten gespielt. Das darf nicht passieren", sagte Torwart Kevin Trapp und wurde deutlich: "Wir müssen weitermachen und die nötigen Punkte holen. Dass es noch eng werden kann, sieht man in der Tabelle."

Frankfurts Coach Hütter kündigte an, dass er "Schlüsse aus diesem Spiel ziehen" wolle, betonte aber auch: "Es bringt nichts, jetzt draufzuhauen. Das klären wir intern. Das Herz hat gestimmt, aber ein paar Situationen haben wir sehr unglücklich gelöst."

Gladbach erwartet Leverkusen, Frankfurt beim FC Bayern

Mönchengladbach empfängt nun am kommenden Samstag mit Bayer Leverkusen einen direkten Konkurrenten im Kampf um den Champions-League-Einzug. Die Frankfurter bekommen im Topspiel erneut am Samstagabend die nächste Gelegenheit, die Wende einzuleiten, müssen dann aber beim Tabellenführer FC Bayern antreten.

Quelle: sportschau.de

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 16. Mai 2020 um 21:30 Uhr.

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