Ronaldo und Quaresma tun sich gegen den Iran sichtlich schwer | Bildquelle: AFP

Remis gegen den Iran Portugal zittert sich ins Achtelfinale

Stand: 25.06.2018 21:50 Uhr

Portugal hat gegen den Iran am 3. Spieltag der Gruppe B bei der Fußball-WM 2018 im abschließenden Gruppenspiel nur ein 1:1-Remis erreicht und damit den Gruppensieg verpasst. Ein Fehlschuss von Cristiano Ronaldo beschert den Portugiesen nun einen schwierigen Gegner im Achtelfinale. Der Portugiese entgeht außerdem nur knapp einem Platzverweis.

Was für ein Krimi im letzten Gruppenspiel: Altstar Ricardo Quaresma brachte Portugal am Montag (25.06.2018) gegen den Iran mit einem Kunstschuss in Führung, Ronaldo vergab die Entscheidung vom Elfmeterpunkt. In der 90. Minute bestrafte dann Karim Ansarifard mit einem umstrittenen Handelfmeter den passiven Europameister, der in letzter Sekunde von Spanien an der Spitze überholt wurde. "Das Wichtigste ist, dass wir weiter sind", fasste Spielmacher Joao Mario den Abend aus portugiesischer Sicht zusammen.

Iran gegen Portugal - die Zusammenfassung
WM 2018: Iran gegen Portugal - die Zusammenfassung

Ronaldo vermiest sich selbst die Laune

Ronaldo war zu diesem Zeitpunkt schon laut schimpfend in den Stadion-Katakomben verschwunden. Ein normales Verhalten für einen Weltklasse-Spieler, wie sein Trainer Fernando Santos erklärte: "Sie wollen immer gewinnen, sie wollen immer die Besten sein. Wenn sie das nicht schaffen, sind sie verärgert."

Die Ausgangslage vor der Partie war klar: Portugal reichte schon ein Remis für den sicheren Einzug ins Achtelfinale. Die Iraner benötigten dringend einen Sieg, um nicht auf unwahrscheinliche Schützenhilfe von Marokko angewiesen zu sein. Eine schwierige Aufgabe, die das Team des portugiesischen Trainers Carlos Queiroz aber zunächst sehr mutig anging.

Iran spielt munter mit

Nach einem ersten Warnschuss von Ronaldo (3. Minute) war es Vahid Amiri, der einen schönen iranischen Konter etwas zu überhastet abschloss und die Chance zur Führung für den Außenseiter liegen ließ (7.). Portugal machte das Spiel, der Iran lauerte auf schnelle Gegenstöße. So sah sie aus, die Anfangsphase im Stadion von Saransk.

Der Europameister tat sich gegen die tapfer kämpfenden Iraner sichtlich schwer, selbst bei den Freistößen war kein Qualitätsunterschied erkennbar: Superstar Ronaldo blieb bei seinem Versuch in der Mauer hängen (17.), auf der Gegenseite verfehlte Ramin Rezaeian (22.) nur knapp. Wenig später scheiterte Saeid Ezatolahi mit einem zu unplatzierten Kopfball (34.).

Iran gegen Portugal - die Tore
WM 2018: Iran gegen Portugal - die Tore

Der Iran kratzte an der Überraschung, für das Highlight sorgte dann aber doch noch Portugal. Kurz vor der Pause fasste sich Quaresma bei seinem Startelf-Debüt ein Herz und tat das, was er am besten kann: Er zirkelte den Ball vom rechten Strafraumeck mit dem Außenrist in den linken Winkel. Ein Traumtor zum perfekten Zeitpunkt (45.).

Der verschossene Elfmeter als Startschuss

Kurz nach dem Seitenwechsel hätte dann Ronaldo seinen fünften Turniertreffer erzielen und früh alles klarmachen können. Die Fußball-Weisheit, dass der Gefoulte beim Elfmeter nicht selbst antreten soll, zählt aber offenbar auch für Weltfußballer. Statt wie gewohnt ins Tor schoss der Angreifer von Real Madrid einen an ihm verursachten Foulelfmeter in die Arme von Irans Keeper Ali Beiranvand (53.).

Die durch diesen Fehlschuss zusätzlich angestachelten Iraner legten in der Folge noch einmal den Vorwärtsgang ein und drängten auf den Ausgleich. Portugal beschränkte sich zunehmend aufs Verwalten, bestraft wurde der Favorit für die mehr als durchwachsene Leistung aber zunächst nicht. Ein Schuss des eingewechselten Saman Ghoddos strich knapp am Pfosten vorbei, die restlichen Angriffe waren meist zu ungenau.

Ronaldo entkommt Platzverweis

Für Aufregung abseits des Balles sorgte in der Schlussphase Ronaldo, der seinen Gegenspieler Morteza Pouraliganji mit dem Ellenbogen im Gesicht traf. Eine Tätlichkeit? Schiedsrichter Enrique Caceres entschied nach Ansicht der Videobilder auf Gelb.

Richtig dramatisch wurde es dann kurz vor Schluss: Nach einem vermeintlichen Handspiel von Cedric gab es Elfmeter für den Iran, den Karim Ansarifard zum Ausgleich ins Netz setzte. Fast zeitgleich erzielte Spanien den 2:2-Ausgleich gegen Marokko und zog noch an Portugal vorbei. Der Iran schaffte trotz einer weiteren Großchance durch Vahid Amiri keinen Treffer mehr und ist durch das Remis ausgeschieden.

Im Achtelfinale am Samstag trifft Portugal nun auf die starken Uruguayer. Spanien bekommt es mit den schwächer einzuschätzenden Russen zu tun.

Quelle: sportschau.de

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