Friedhelm Funkel schaut konzentriert | Dean Mouhtaropoulos / Getty Images

Fußball-Bundesliga Funkel wird Trainer des 1. FC Köln

Stand: 12.04.2021 12:00 Uhr

Friedhelm Funkel wird beim 1. FC Köln bis zum Saisonende als Trainer übernehmen. Zuvor war Markus Gisdol entlassen worden.

Sportschau

Der Verein bestätigte am Montagvormittag (12.04.2021), dass Funkel als Trainer übernehmen wird. Der erfahrene Coach soll den 1. FC Köln vor dem drohenden erneuten Abstieg in die 2. Bundesliga bewahren.

Funkel erhält in Köln einen Vertrag bis zum Ende der Saison und wird Nachfolger von Gisdol. Der Trainer, der in der laufenden Saison bereits mehrfach vor dem Aus stand, wurde am Sonntagabend im Anschluss an die 2:3-Niederlage gegen den direkten Konkurrenten Mainz 05 entlassen. Nach der bitteren Pleite gegen Mainz rutschte der FC auf Tabellenplatz 17 ab, der Rückstand auf den Relegationsplatz beträgt drei Punkte.

Funkel: "Überzeugt, dass wir es schaffen können"

"Ich habe den FC in den vergangenen Wochen intensiv verfolgt. Die Mannschaft hat zuletzt gute Leistungen gezeigt, sich aber nicht belohnt", sagte Funkel in einem ersten Statement und verbreitete auch gleich etwas Zuversicht in der altbewährten Rolle des Feuerwehrmanns. "Ab sofort gilt es, mit dem gleichen Einsatz die notwendigen Punkte zu holen, um in der Liga zu bleiben. Ich bin überzeugt davon, dass wir das schaffen können."

Funkel wird sein erstes Training am Dienstag (11.00 Uhr) leiten und das Team auf das Derby am Samstag bei Bayer Leverkusen vorbereiten. Anschließend kommt RB Leipzig nach Köln, bis zum Saisonende folgen Spiele gegen den FC Augsburg, den SC Freiburg, Hertha BSC und Schalke 04.

Über Funkels Verpflichtung hatte zuvor nach Satzung der "Gemeinsame Ausschuss" des 1. FC Köln abgestimmt. Funkel war der einzige Kandidat für Gisdols Nachfolge, nachdem Sport-Geschäftsführer Horst Heldt das richtungsweisende Spiel gegen Mainz als Endspiel für Gisdol ausgerufen hatte.

Heldt über Funkel: "Souveränität, die es jetzt braucht"

"Friedhelm hat nicht nur große Erfahrung, sondern ist auch mit solchen Situationen absolut vertraut. Er wird unsere Mannschaft bis zum Saisonende führen, mit dem Ziel, den Klassenerhalt zu erreichen", sagte Heldt: "Er hat die Souveränität, die es jetzt braucht, um in dieser Phase einen neuen Impuls zu geben, die notwendige Ruhe zu bewahren und unser Team auf die wichtigen verbleibenden sechs Spiele einzustellen."

Zweites Engagement beim FC

Der Rheinländer war bereits in den Jahren 2002/03 beim Trainer beim FC. Funkel kam in der Rückrunde in ähnlich prekärer Situation und konnte den FC nicht vor dem Abstieg retten, im Anschluss führte er den Klub aber zum direkten Wiederaufstieg.

Der 67 Jahre alte Funkel hatte zuletzt bis Januar 2020 für Fortuna Düsseldorf gearbeitet. Nach seiner Entlassung hatte er eigentlich sein Karriereende als Trainer angekündigt - bis er jetzt doch dem Ruf aus Köln folgte.

Alarmierende Talfahrt seit Februar

In Müngersdorf erwartet ihn nun die schwierige Aufgabe, die alarmierende sportliche Talfahrt zu bremsen. Nach dem Derbysieg in Mönchengladbach hat der FC nur zwei Punkte aus acht Partien geholt und das zwischenzeitlich erarbeitete Polster auf die Abstiegsränge komplett verspielt.

Die Verantwortung dafür ist sicherlich nicht nur dem nun beurlaubten Gisdol anzulasten - trotz der immer lauter werdenden Zweifel an der Taktik des Trainers, der den Fokus zu sehr auf die Sicherheit legte. Resultate waren die mangelnde Offensivkraft und die schwache Torausbeute, vor allem in Heimspielen.

Transfer-Flops unter Heldt

Zugleich musste Gisdol aber auch die Versäumnisse der sportlichen Leitung verwalten, der von Heldt zusammengestellte Kader erwies sich vor allem bei den unglücklichen Niederlagen zuletzt als nicht ausreichend belastbar.

Auch mit den Nachverpflichtungen im Winter griff der FC komplett daneben, während sich etwa die Konkurrenz aus Mainz verstärken konnte. Emmanuel Dennis und Max Meyer wurden zudem von Gisdol nur mit Widerwillen in den Kader integriert, Sturm-Flop Dennis flog am Ende komplett aus dem Kader.

Köln schon wieder Sanierungsfall

Ende März musste der Vorstand zudem einen Umsatzverlust von 63 Millionen Euro verkünden. Infolge der Corona-Pandemie befürchtet man in Köln, dass die Schulden bis zum Ablauf des Geschäftsjahres bis auf 50 Millionen Euro anwachsen könnten.

Angesichts dieser Zahlen bleibt den Verantwortlichen wenig Handlungsspielraum für den dringend benötigten Umbau des Kaders, in welcher Liga auch immer. Verkäufe von Leistungsträgern wie Ellyes Skhiri oder U21-Nationalspieler Ismail Jakobs scheinen unumgänglich. Als Vorbild gilt in Köln die erfolgreiche Sanierung des Klubs nach dem Abstieg 2012, im Anschluss leitete der FC auch wirtschaftlich gestärkt die erfolgreichste Phase in diesem Jahrtausend ein.

Spekulationen um Stöger

Der Trainer aus dieser Zeit ist seit dem Wochenende auch wieder auf dem Markt: Peter Stöger kündigte an, seinen Trainerposten bei Austria Wien zum Ende der Saison aufzugeben. Dies beschleunigte prompt die ohnehin seit Wochen kursierenden Spekulationen, Stöger, der den FC nach 25 Jahren wieder in den Europapokal geführt hatte, könnte spätestens im Sommer wieder nach Müngersdorf zurückkehren.

Restprogramm 1. FC Köln
Spieltag Gegner
29 Leverkusen (A)
30 Leipzig (H)
31 Augsburg (A)
32 Freiburg (H)
33 Hertha (A)
34 Schalke (H)

Quelle: sportschau.de