Der Pokal der Frauenfußball-WM | Bildquelle: imago images / PA Images

Fußball-Weltverband Frauen-WM 2023 in Australien und Neuseeland

Stand: 25.06.2020 19:18 Uhr

Die Frauenfußball-WM 2023 findet in Australien und Neuseeland statt. Der FIFA-Rat sprach sich mehrheitlich für die gemeinsame Bewerbung aus - Europa stimmte allerdings geschlossen für Kolumbien.

Von Chaled Nahar

Der FIFA-Rat entschied sich bei seiner per Videokonferenz abgehaltenen Sitzung am Donnerstag (25.06.2020) mit 22:13 Stimmen für die gemeinsame Bewerbung aus Australien und Neuseeland und gegen die aus Kolumbien.

"Frauenfußball ist entscheidend für die FIFA", sagte FIFA-Präsident Gianni Infantino bei der Bekanntgabe. Die Vergrößerung des Turniers werde den Frauenfußball weltweit wichtiger machen, so Infantino.

Erstmals 32 Teams dabei

Die neunte Auflage wird die bisher größte WM der Frauen, erstmals werden 32 Teams mitspielen. Beim ersten Turnier 1991 waren zwölf Länder dabei, seitdem war das Turnier zweimal vergrößert worden - zunächst auf 16 Teams (1999) und dann auf 24 Teams (2015). Das Turnier wird bei der Ausrichtung also auch logistisch eine immer größere Herausforderung.

Beide Länder versprachen, ein bestmögliches Turnier zu organisieren. Johanna Wood, Präsidentin des neuseeländischen Verbandes, sprach davon, "Geschichte zu schreiben".

Frauen-WM
JahrGastgeberinnenWeltmeisterinnenTeams
1991ChinaUSA12
1995SchwedenNorwegen12
1999USAUSA16
2003USADeutschland16
2007ChinaDeutschland16
2011DeutschlandJapan16
2015KanadaUSA24
2019FrankreichUSA24
2023Australien/Neuseeland?32

FIFA veröffentlicht Stimmverhalten: Europa war für Kolumbien

Der FIFA-Rat stimmte über die Vergabe ab. Die 36 gewählten Vertreterinnen und Vertreter der Konföderationen wie beispielsweise der UEFA plus Präsident Infantino haben im FIFA-Rat grundsätzlich eine Stimme. Von den 37 Mitgliedern des FIFA-Rats waren zwei nicht stimmberechtigt. Eine Frau aus Neuseeland sowie ein Mann aus Kolumbien dürfen nicht abstimmen, weil ihre Verbände kandidieren, heißt es im offiziellen Wahlverfahren.

Unter den 35 möglichen Stimmen bedurfte es einer einfachen Mehrheit für den Zuschlag. Die FIFA veröffentlichte das Stimmverhalten der Ratsmitglieder. Die sechs Konföderationen stimmten demnach im Block ab, Europa votierte vollständig für Kolumbien. Eine offizielle Begründung dafür gibt es nicht. Es könnte mit aber mit der zuletzt sehr engen Zusammenarbeit der UEFA und der südamerikanischen Konföderation CONMEBOL zusammenhängen.

Der DFB hat keine Stimme im FIFA-Rat. Seit Reinhard Grindels Rücktritt als DFB-Präsident und seinem Rückzug von den internationalen Ämtern hält der Franzose Noël Le Graët diesen Sitz.

Stimmen im FIFA-Rat Frauen-WM 2023
KonföderationAnzahl StimmenAustralien und NeuseelandKolumbien
Europa909
Afrika770
Asien770
Nord-/Mittelamerika/Karibik550
Südamerika404
Ozeanien220
plus FIFA-Präsident110
Summe352213

FIFA-Präsident fordert Änderung des Wahlverfahrens und Zwei-Jahres-Rhythmus

Infantino lobte das Verfahren als transparent, sprach sich aber dafür aus, die Wahl der Gastgeberländer von Frauen-Weltmeisterschaften künftig wie bei den Männern vom Kongress bestimmen zu lassen. Dort wären alle 211 Mitgliedsländer stimmberechtigt. "So könnten wir einen noch demokratischeren Ablauf haben", sagte Infantino.

Außerdem erneuerte er seine Forderung, die WM der Frauen alle zwei Jahre auszutragen.

Voss-Tecklenburg: "Freue mich sehr"

Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg begrüßte die Entscheidung. "Ich freue mich sehr, dass die WM 2023 in Neuseeland und Australien ausgetragen wird. Gerade Australien aber auch Neuseeland zählen zu den führenden Nationen im Frauenfußball", sagte Voss-Tecklenburg laut Sport-Informationsdienst.

Im September 2021 beginnt die Qualifikation für die WM 2023.

Prüfbericht stellte Kolumbien schlechte Noten aus

In einem 228 Seiten langen Prüfbericht hatte die FIFA aufgezählt, welche Bewerbung besondere Stärken oder Schwächen, beispielsweise bei Stadien, Hotels, Sicherheit oder Verkehr hat.

Das Ergebnis: Die Bewerbung von Australien und Neuseeland lag bei 5 möglichen Punkten mit einem Wert von 4,1 vorne, während Kolumbien nur 2,8 Punkte erreichte. Kolumbien beklagte sich und sprach von Diskriminierung.

Viele zurückgezogene Bewerbungen

Zu Beginn des Verfahrens waren neun Bewerbungen angekündigt gewesen, doch das Feld lichtete sich schnell. Zuletzt zogen Brasilien und Japan ihre Bewerbungen zurück, wodurch nur noch Kolumbien sowie die gemeinsame Bewerbung von Australien und Neuseeland übrig blieben.

Quelle: sportschau.de

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 25. Juni 2020 um 20:00 Uhr in den Nachrichten.

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