Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton | Bildquelle: Pool via REUTERS

Formel 1 Hamilton gewinnt auch in der Toskana

Stand: 13.09.2020 18:47 Uhr

Lewis Hamilton hat beim 1000. Grand Prix von Ferrari seine WM-Führung ausgebaut. Der Brite siegte beim Großen Preis der Toskana vor seinem Teamkollegen Valtteri Bottas. Ferrari war erneut chancenlos. Das Rennen war mehrfach wegen heftiger Unfälle unterbrochen.

Von Jo Herold

Sofort nach dem Start sahen die zugelassenen knapp 3.000 Zuschauer am Sonntag (13.09.2020) in Mugello eine Reihe von Kollisionen. Leidtragende: Sebastian Vettel, der sich den Frontflügel beschädigte und von Platz 14 ans Ende des Fahrerfeldes zurückgespült wurde, und Max Verstappen. Der Niederländer wurde von einem Konkurrenten ins Kiesbett geschoben und musste aufgeben. Verstappens Red Bull allerdings hatte vor dem Start Software-Probleme, dem Drittplatzierten in der WM-Wertung fehlte beim Start die nötige Power, was Verstappen indirekt aus dem Rennen beförderte. Auch Hamilton brachte seinen Mercedes nicht von der Startlinie weg auf Touren und verlor den Sprint zur ersten Kurve gegen seinen Teamkollegen Bottas klar. Monza-Sieger Pierre Gasly schied wie Verstappen aus. "Es war möglicherweise dasselbe Problem, wie beim Rennen in Monza", gab Verstappen bei "sky" zu Protokoll, "in der Aufwärmrunde starb der Motor fast ab, nach dem Start hatte ich dann zu wenig Leistung." In Monza musste der Red-Bull-Pilot wegen Motorproblemen aufgeben.

Massencrash beim Restart

Als dann in der sechsten Runde das Rennen erneut freigegeben wurde, kam es im Mittelfeld sofort zum Massencrash: Antonio Giovinazzi, Carlos Sainz, Kevin Magnussen und Nicolas Latifi kollidierten und beschädigten sich ihre Boliden nachhaltig. Grund für den Unfall war ein Stau auf der Zielgeraden, nachdem die Warnlichter am Safety Car zu spät ausgeschaltet worden waren. Somit konnte Valtteri Bottas nicht frühzeitig Abstand zum Safety Car lassen, um seinen Start vorzubereiten. Dahinter entstand eine Art Ziehharmonika-Effekt, was zur Kollision der vier betroffenen Piloten führte.

Hamilton prescht vor

Beim dritten Start des Rennens nutzte Hamilton den Windschatten hinter seinem Teamkollegen Bottas perfekt aus und ging sofort am Finnen vorbei. Dahinter entwickelte sich ein Dreikampf zwischen Renault-Pilot Daniel Ricciardo, Lance Stroll im Force India und Alex Albon im Red Bull. Am Ende des nur noch 13 Piloten umfassenden Fahrerfeldes mühte sich Vettel im erneut völlig unterlegenen Ferrari auf Rang zehn, Teamkollege Charles Leclerc fuhr im Jubiläums-Grand-Prix der Scuderia auf Rang acht. "Es war heute viel los, aber das können heute alle sagen", sagte Noch-Ferrari-Pilot Vettel nach dem Rennen bei "sky", "wir hatten nicht die Pace im Rennen."

Zu Beginn des Mugello-Rennwochenendes hatte Racing Point bekannt gegeben, dass Vettel ab der kommenden Saison Stammfahrer neben Stroll werden würde. Racing Point firmiert ab der Saison 2021 unter dem Namen Aston Martin. Der eigentliche Stammpilot Sergio Perez hatte dafür seinen Rücktritt nach der laufenden Saison erklärt.

Stroll fliegt heftig ab

Ab Mitte des Grand Prix zeichneten sich erneut große Reifenprobleme bei den Rennwagen ab. Erinnerungen an Silverstone wurden wach, als bei Spitzenreiter Hamilton in der letzten Runde ein Reifen platzte und der Brite sich auf drei intakten Reifen ins Ziel rettete und gewann. Hamilton und Bottas wurde ins Cockpit gefunkt, mit den Pneus vorsichtig umzugehen und die Kerbs (erhöhte Kurvenbegrenzungen, d. Red.) zu vermeiden. Spätestens als Lance Stroll in der 44. von 59. Runden nach einem Reifenplatzer in die Reifenstapel einschlug, seinen Wagen allerdings offenbar unverletzt verlassen konnte, war die Konkurrenz gewarnt: Das richtige Reifenmanagement entscheidet über Sieg und Niederlage. Doch wegen der erneuten Wechsel der Reifen bei der letzten Rennunterbrechung spielten die schwarzen Walzen keine Rolle mehr.

Beim dritten stehenden Start dieses Rennens konnte Ricciardo kurzzeitig an Bottas vorbeiziehen, musste aber schnell wieder gegenüber dem deutlich schnelleren Mercedes zurückstecken, später verlor der Australier den Podiumsplatz an den Red-Bull-Fahrer Alex Albon. Der schien auf den letzten Runden noch einmal einen Angriff auf Bottas auf Rang zwei starten zu können, doch der Finne sicherte Platz zwei ab. Den Extra-Punkt für die schnellste Rennrunde holte sich Hamilton. Gesamtführender bleibt ebenfalls Hamilton, der das Tableau nun mit 190 Zählern vor Bottas (135) deutlich anführt. "Das waren heute drei Rennen an einem Tag, es war unglaublich hart", sagte Hamilton nach dem Grand Prix, "mein Herz rast immer noch."

Mick Schumacher im F2004 in Mugello | Bildquelle: imago images/HochZwei
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Mick Schumacher im F2004 in Mugello

Mick Schumacher pilotiert F2004 seines Vaters

Formel-2-Titelanwärter und potenzieller Formel-1-Pilot Mick Schumacher war zum Ferrari-Jubiläum in Mugello als Showeinlage vor dem Grand Prix erneut in ein legendäres Auto seines Vaters eingestiegen und ließ bei einigen Runden im V-10-Renner F1-Nostalgiker schwärmen. Der 21-Jährige pilotierte den F2004, der Rekordchampion Michael Schumacher 2004 zu seinem siebten und letzten WM-Titel getragen hatte. "Es sind solche Emotionen dabei, wenn man das Gaspedal runterdrückt und auf die Strecke fahren darf", sagte Schumacher, der sich einen Helm im knallroten Design seines Vaters anfertigen ließ.

Das nächste Rennen findet am 27. September statt, Schauplatz ist der Große Preis von Russland in Sotschi (Live-Ticker bei sportschau.de).

Quelle: sportschau.de

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 13. September 2020 um 20:00 Uhr.

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