Die deutsche Parakanutin Edina Müller | Imago Images

European Championships Zwei Goldmedaillen für deutsche Kanuten

Stand: 21.08.2022 18:19 Uhr

Am letzten Tag der European Championships in München hat es bei den Kanu-Wettbewerben zweimal Gold, zweimal Silber und dreimal Bronze für Deutschland gegeben. Damit hat der Deutsche Kanu-Verband, der 13 Medaillen angepeilt hatte, sogar 16 gewonnen.

Sportschau

Im Kajak-Zweier über 1.000 Meter setzten sich die Weltmeister Tamas Grossmann und Martin Hiller durch und holten den nächsten Titel. Sie feierten einen Start-Ziel-Sieg vor Spanien und Italien.

Im Gegensatz zur WM in Kanada ging es diesmal knapper zu. Die Iberer lagen 0,693 s zurück, die Italiener 1,250. Für den 22 Jahre alten Hiller war es bereits die zweite Goldmedaille der EM, nachdem er im Kajak-Vierer über 1.000 m triumphiert hatte.

Müller mit Europarekord

Parakanutin Edina Müller hatte mit Europarekord Gold über 200 Meter in der Klasse KL1 geholt. Die Paralympics-Gewinnerin und Weltmeisterin startete stark und gewann mit 1,595 Sekunden Vorsprung auf die Italienerin Eleonora de Paolis. Dritte wurde Maryna Mazhula (Ukraine/+ 1,883 s). Müller hatte bereits bei den Paralympics 2012 in London Gold erreicht - damals im Rollstuhlbasketball.

Florstedt/Frank lange auf Goldkurs

Lange auf Siegkurs waren Moritz Florstedt und Felix Frank im Kajak-Zweier über 500 Meter. Die WM-Achten hatten schon einen ordentlichen Vorsprung, wurden dann aber doch noch von Weltmeister Ungarn abgefangen, weil ihnen am Ende ein wenig die Puste ausging. Das deutsche Boot wies im Ziel 0,293 Sekunden Rückstand auf. Dritter wurde Litauen.

Eine weitere Silbermedaille holte Annika Loske, die über 5.000 Meter im Canadier-Einer ein beherztes Rennen zeigte. Neue Europameisterin wurde die Spanierin Maria Corbera in 25:46 Minuten. Loske hatte rund 56 Sekunden Rückstand.

Das deutsche Kanu-Duo Frank/Florstedt | Sportschau

Moritz Florstedt (re.) und Felix Frank Bild: Sportschau

Bronze für Kanu-Legende Brendel und Hecker

Im Zweier-Canadier sicherte sich die deutsche Kanu-Legende Sebastian Brendel mit Partner Tim Hecker Bronze über 500 Meter. Vorne lag Weltmeister Spanien vor Vize-Weltmeister Polen. Brendel/Hecker waren über einen Kilometer sogar zu EM-Gold gepaddelt. Der Potsdamer Brendel gewann zudem über 5.000 m den Titel.

Hake/Paszek auf Rang drei

Bereits ihre zweite EM-Bronzemedaille können sich Jule Hake und Paulina Paszek umhängen. Der Kajak-Zweier konnte auf den letzten Metern der 200 Meter noch die Ukraine um 0,032 Sekunden abfangen. Gold ging an Ungarn vor Polen. Zuvor hatte sich das Duo aus Lünen und Hannover Bronze über 500 Meter gesichert.

Kurz nach dem Gewinn ihrer zweiten Bronzemedaille und der Siegerehrung fuhr Hake auch im Einzel über 500 Meter. Da reichte es dann aber nur zu Platz fünf.

Jahn/Koch auf dem Podium

Im Canadier-Zweier fischten Lisa Jahn und Sophie Koch Bronze aus dem Wasser in Oberschleißheim. Das Duett aus Berlin und Karlsruhe startete über die kurze 200-m-Strecke sehr gut, konnte das Tempo aber nicht ganz halten und musste sich der Ukraine und Großbritannien beugen. Anschließend wurde Lisa Jahn über 200 Meter Fünfte. Die neue Europameisterin heißt Antia Jacome (Spanien).

In einem umkämpften 200-Meter-Lauf, den der Lette Robert Akmens für sich entschied, wurde der Dresdner Kajak-Fahrer Jonas Draeger Siebter.

Kajak-Vierer verpasst Bronze knapp

Über 500 Meter verpasste der junge deutsche Kajak-Vierer Bronze nur um 0,04 Sekunden. Paulina Paszek, Lena Röhlings, Caroline Arft und Katharina Diederichs lagen in ihrem erst zweiten Rennen in dieser Besetzung nur haarscharf hinter Olympiasieger und Titelverteidiger Ungarn. Einen klaren Erfolg feierte Weltmeister Polen.

Parakanutinnen Laberer und Adler Vierte

Parakanutin Felicia Laberer wurde im Kajak-Einer über 200 Meter nach einem verpatzten Start ebenso Vierte wie Anja Adler. Die Hallenserin in der Klasse KL2 hatte auf diese undankbare Platzierung eigentlich gar keine Lust gehabt. Die Berlinerin Laberer startet in der Klasse mit der geringsten Einschränkung, der KL3. Anas Al Khalifa belegte in der KL1 Rang fünf.

Quelle: sportschau.de