Stabhochspringer Bo Kanda Lita Baehre srpingt bei den European Championships in München | dpa

European Championships Lita Baehre und Meyer gewinnen Silber

Stand: 21.08.2022 00:52 Uhr

Bo Kanda Lita Baehre hat seine Außenseiterchance genutzt. In einem tollen Stabhochsprung-Wettbewerb landete er als "Best of the rest" hinter Armand Duplantis auf Rang zwei. Lea Meyer lief anschließend ein grandioses Rennen über 3.000 Meter Hindernis und holte sich ebenfalls Silber.

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Das schwarze Kopftuch von Bo Kanda Lita Baehre wirbelte wie wild um den Kopf, immer wieder schüttelte der Deutsche vor lauter Begeisterung sein Haupt. Der 23-Jährige von Bayer Leverkusen nutzte am Samstagabend seine Außenseiterchance im Stabhochsprungwettbewerb der European Championships und holte sich mit übersprungenen 5,85 Metern die Silbermedaille.

Duplantis mit Championships-Rekord

Unschlagbar war natürlich Weltrekordhalter Armand Duplantis, der die Konkurrenz im verregneten München beinahe spielerisch beherrschte und schließlich mit 6,06 Metern siegte. Für die anderen ging es in einem eigenen Wettbewerb um die Plätze hinter dem Schweden. Und da hatte Lita Baehre am Ende die Nase vorn. Schlug unter anderem Altmeister Renaud Lavillenie und den starken Norweger Pal Haugen Lillefosse, die an den 5,85 Metern scheiterten.

Blech und Zernikel scheitern früh

Bei schwierigen Bedingungen - Stabhochspringer mögen keine nassen Verhältnisse - mussten die beiden anderen deutschen Finalteilnehmer Torben Blech und Oleg Zernikel frühzeitig die Segel streichen. Doch Lita Baehre kämpfte sich nach Fehlversuchen zu Beginn regelrecht in den Wettbewerb. In dem er am Ende feiern durfte. Und ankündigte: "Ich bin noch nicht ganz zufrieden. Platz zwei ist der erste Verlierer. Ich will immer besser werden!"

Lea Meyer sorgt für Jubelstürme

Kurz nach der Entscheidung im Stabhochsprung brachte 3.000-Meter-Hindernisläuferin Lea Meyer die Zuschauer im Olympiastadion in Hochstimmung. Die leichtfüßige Läuferin vom ASV Köln nahm ihr Herz in beide Hände und machte den favorisierten Läuferinnen das Leben enorm schwer.

Lea Meyer | reuters/rattay

Grandios: Lea Meyer Bild: reuters/rattay

Zunächst hielt sie sich beachtlich in der Führungsgruppe - und als die zerfiel, folgte sie entschlossen den vorn enteilten Top-Läuferinnen Elizabeth Bird und Luiza Gega. Unter dem Jubel der Fans lief Meyer das Rennen ihres Lebens. Und auf der letzten Runde hatte auch die Britin Bird keine Chance mehr. Hingter Gega stürmte Meyer auf Rang zwei.

Titelverteidigerin Gesa Krause, die zweimal Europameisterin war, musste aus gesundheitlichen Gründen auf den Wettbewerb verzichten.

Frauenstaffel mutig auf Rang fünf

Die Frauenstaffel über 400 Meter musste ohne ihre Beste, Corinna Schwab, antreten. Entsprechend blieb sie im Kampf um die Medaillen ohne echte Chance, schlug sich aber achtbar. Alle vier Frauen holten alles aus sich heraus und liefen am Ende auf einen sehr respektablen fünften Rang. Siegerinnen wurden die Niederlande vor Polen und Großbritannien.

Holländische Frauen-Staffel über 4x400 Meter | reuters/rattay

Die niederländische Frauenstaffel Bild: reuters/rattay

Männerstaffel auf Rang sieben

Der deutschen Männer-Staffel wurden allerhöchstens Außenseiterchancen bei optimalem Rennverlauf eingeräumt - doch dazu kam es nicht. Das Quartett mit Marvin Schlegel, Patrick Schneider, Marc Koch und Manuel Sanders wurde im Finale am Samstagabend Siebter (3:02,51 Minuten).

Der Titel ging an die favorisierten Briten (2:59,35). Zu Silber und Bronze liefen Belgien (2:59,49) und Frankreich (2:59,64). Den Finaleinzug hatte das Quartett des Deutschen Leichtathletik-Verbandes bereits als Erfolg verbucht. Bei der WM in Eugene war Deutschland im Hayward Field in 3:04,21 Minuten vorzeitig ausgeschieden.

Hering mit mutigem Rennen auf Rang sieben

Sie startete stark, wurde aber von der Konkurrenz abgefangen: Christina Hering belegte über 800 Meter Platz sieben. Die 27 Jahre alte Münchnerin musste in der Schlussphase des Finales die Konkurrenz ziehen lassen und kam nach 2:00,82 Minuten ins Ziel.

Kam nach 2:00,82 Minuten ins Ziel: Christina Hering. | Marius Becker/dpa

Kam nach 2:00,82 Minuten ins Ziel: Christina Hering Bild: Marius Becker/dpa

Den Titel holte sich die Olympia- und WM-Zweite Keely Hodgkinson aus Großbritannien in 1:59,09 Minuten, Silber ging an die Französin Rénelle Lamote in 1:59,49 Minuten. Die Polin Anna Wielgosz gewann Bronze in 1:59,87 Minuten.

Speerwurftitel geht nach Griechenland

Elina Tzengko hat Christin Hussong als Speerwurf-Europameisterin abgelöst. In Abwesenheit der deutschen Titelverteidigerin gewann die Griechin am Samstagabend in München mit 65,81 m vor der Serbin Adriana Vilagos (62,01) und Weltrekordhalterin Barbora Spotakova (60,68) aus Tschechien. Annika Marie Fuchs verpasste mit 54,52 m den Endkampf um rund drei Meter und wurde Elfte.

Quelle: sportschau.de