Die Sprinterinnen Alexandra Burghardt, Lisa Mayer, Gina Luckenkemper und Rebekka Haase bejubeln ihren Sieg über 4x100-Meter mit Deutschland-Fahnen. | EPA

European Championships Gold für Frauen-Sprintstaffel und Speerwerfer Weber

Stand: 21.08.2022 23:36 Uhr

Die deutsche 4x100-Meter-Staffel der Frauen triumphierte im letzten Wettbewerb von München. Auch Speerwerfer Julian Weber erfüllte sich bei den European Championships in München seinen Traum: Er warf den Speer weiter als alle anderen. Ein Drama erlebte die deutsche Männer-Sprint-Staffel.

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Im allerletzten Wettbewerb der Leichtathletik-Wettbewerbe von München gab es die ersehnte Krönung für deutsche Frauen-Sprint-Staffel. Alexandra Burghardt, Lisa Mayer, Gina Lückenkemper und Schlussläuferin Rebekka Haase setzten sich vor einem tobenden Publikum im Olympiastadion in 42,34 Sekunden vor Polen (42,61) und Italien (42,84) durch.

Die mitfavorisierten Britinnen mit Dina Asher-Smith und die Französinnen waren nach einem Wechselfehler ausgeschieden.

Weber triumphiert im Speerwurf

"Julian ist ein Wettkampftyp - es ist alles möglich", hatte Boris Obergföll vorher während des Wettbewerbs der Speerwerfer prophezeit. Und der Speerwurf-Bundestrainer sollte Recht behalten: Im vierten Versuch übertraf Julian Weber am Sonntagabend (21.08.2022) gewissermaßen sich selbst und warf den Speer auf eine grandiose Weite von 87,66 Metern.

Er hatte damit den führenden Jakub Vadlejch überflügelt, der bis dahin mit 87,28 Metern vorn gelegen hatte. Und letztlich konnte der Tscheche auch nicht mehr kontern - Weber durfte sich die europäische Speerwurf-Krone aufsetzen. Bronze holte der Finne Lassi Etelätalo mit 86,44 Metern. 

Endlich eine Medaille

Weber hatte bei den Olympischen Spielen 2021 in Tokio und bei der WM in Eugene im vergangenen Monat jeweils als Vierter eine Medaille knapp verpasst. 

Enttäuscht war Andreas Hofmann, der unter 80 Metern blieb und als Elfter seine Erwartungen nicht erfüllen konnte.

Drama für deutsche Sprinter bei Großbritanniens Sieg

In der mit hohen Erwartungen ins Rennen gegangenen 4x100-Meter-Staffel erlebten die deutschen Starter ein Drama. Schon der erste Wechsel funktionierte nicht, Joshua Hartmann bekam den Stab von Kevin Ranz nicht zu fassen. Damit schied das deutsche Quartett, das eigentlich um den Sieg laufen wollte, aus. Den Titel holte sich Großbritannien mit Meisterschaftsrekord von 37,67 Sekunden vor Frankreich (37,94). Bronze gewann Polen mit 38,15 Sekunden.

Jungfleisch im Hochsprung auf Platz sechs

Marie-Laurence Jungfleisch hat bei der Medaillenvergabe im Hochsprung bei der Heim-EM in München nur eine Nebenrolle gespielt. Die EM-Dritte von Berlin 2018 schaffte im Olympiastadion 1,90 m und wurde diesmal Sechste. Gold sicherte sich Jaroslawa Mahutschich aus der Ukraine (1,95 m) vor Marija Vukovic aus Montenegro (1,95 m).

Hochspringerin Marie-Laurence Jungfleisch bei der Leichtathletik WM 2022 in Eugene. | IMAGO/BEAUTIFUL SPORTS/Oliver Kremer

Hochspringerin Marie-Laurence Jungfleisch Bild: IMAGO/BEAUTIFUL SPORTS/Oliver Kremer

Bronze holte die 17 Jahre alte Serbin Angelina Topic (1,93 m), Tochter von Ex-Europameister Dragutin Topic.

Spanien jubelt über 800 Meter

Das Männer-Rennen über 800 Meter hatte den finalen Sonntagabend im Münchener Olympiastadion eingeläutet. Während sich die Sprint-Staffeln draußen auf ihren Höhepunkt vorbereiteten, kämpften Mariano García und Jake Wightman aus Großbritannien um den 800-Meter-Titel.

Mariano Garcia | getty

Mariano Garcia Bild: getty

Der Spanier holte sich schließlich EM-Gold vor Wightman und Mark English aus Irland. Favorit Andreas Kramer aus Schweden hatte zu spät angesetzt und dadurch den Anschluss verpasst. Mehr als Platz vier gab es dadurch nicht.

10.000 Meter - drei Deutsche unter den Geschlagenen

Über 10.000 Meter traten gleich drei deutsche Läufer an - sie alle konnten aber in den Kampf um die Medaillen nicht eingreifen. Als bester belegte Nils Voigt Rang acht, der aus Eritrea stammende Samujel Fitwi wurde Neunter, Filimon Abraham landete im Hinterfeld auf Rang 19. Den Sieg holte sich Yeman Crippa aus Italien, ein in Äthiopien geborener Läufer.

Quelle: sportschau.de