Englands Jordan Henderson trifft zum 1:0 gegen Senegal | AP Photo/Francisco Seco

FIFA WM 2022 England macht Traum-Viertelfinale perfekt

Stand: 04.12.2022 21:52 Uhr

England steht im Viertelfinale der WM 2022 in Katar. Die "Three Lions" setzten sich am Sonntag (4.12.2022) mit 3:0 (2:0) gegen den Senegal durch und dürfen damit weiter vom ersten Titelgewinn seit 1966 träumen. Jordan Henderson (39.), Harry Kane (45.+2) und Bukayo Saka (57.) sorgten für klare Verhältnisse und bescherten vielen Fußball-Fans damit ein Traum-Viertelfinale. Englands Gegner in der nächsten Runde heißt Frankreich.

Mark Weidenfeller
Sportschau

Der englische Nationaltrainer Gareth Southgate hatte die Startelf im Vergleich zum 3:0-Sieg gegen Wales auf einer Position verändert. Doppeltorschütze Marcus Rashford musste etwas überraschend auf der Bank Platz nehmen, für ihn begann Saka. Raheem Sterling stand aus privaten Gründen nicht im Kader.

Beim Senegal fehlten mit Spielmacher Idrissa (gesperrt) und Abräumer Papa (Bank) gleich beide Gueyes. Dafür rückten Nampalys Mendy von Leicester City und der Monegasse Krépin Diatta in die Anfangsformation. In der Viererkette spielten mit Abdou Diallo von RB Leipzig und dem ehemaligen Kölner Ismail Jakobs zwei alte Bekannte aus der Bundesliga.

Löwen zunächst auf beiden Seiten ohne Biss

Die Geschichte der ersten Hälfte ist schnell erzählt: Der Vize-Europameister aus Großbritannien übernahm die Initiative und erspielte sich knapp 70 Prozent Ballbesitz. Der Afrikameister aus dem Senegal zog sich zurück und lauerte auf Konter. Ein attraktives Spiel entwickelte sich so zunächst nicht. Die "Three Lions" spielten öfter quer als nach vorne, die "Löwen von Teranga" machten die Räume eng. Viel Kampf, viel Krampf, wenige Torraum-Szenen.

Bezeichnend: Die besten Chancen des Senegals, lange Zeit die besten der ersten 45 Minuten, entstanden im Anschluss an Fehlpässe. Erst leitete Harry Maguire eine Möglichkeit von Ismaili Sarr ein (23.), dann profitierte Boulaye Dia von einem Ballverlust von Saka (32.). Die Senegalesen trauten sich mit zunehmender Dauer des Spiels immer mehr aus der Deckung, in der Schlussphase der ersten Hälfte bekamen sie dann aber die kalte Dusche.

Henderson und Kane treffen noch vor der Pause

Die Engländer, die bis dahin in der Offensive gar nicht in Erscheinung getreten waren, schafften es genau zweimal, das Tempo anzuziehen und belohnten zwei schöne Angriffe mit zwei Toren. Nach einer Kombination über Harry Kane und Jude Bellingham traf Henderson zur Führung, in der Nachspielzeit führte dann ein Konter über Bellingham und Foden zu Kanes erstem Turnier-Treffer und der Vorentscheidung.

Bukayo macht den Saka zu

Nach dem Seitenwechsel versuchte Senegals Trainer Aliou Cissé mit einem Dreierwechsel noch einmal Akzente zu setzen. Die Engländer kamen nach abfänglichen Schwierigkeiten aber immer besser in Tritt und nutzten die angebotenen Räume perfekt aus. Kane prüfte zunächst Senegals Keeper Edouard Mendy mit einem strammen Distanzschuss (56.), dann machte Saka nach schönem Anspiel von Foden alles klar (57.). Von vier englischen Schüssen aufs Tor gingen drei ins Tor. So geht Effizienz.

In der Folgezeit beschränkten sich die Engländer weitgehend auf die Sicherung des Vorsprungs und schonten dabei schon ein wenig die Kräfte. Mit den Einwechslungen von Rashford und Jack Grealish ließ Trainer Southgate zwar noch einmal die Muskeln spielen und zeigte wie stark dieser englische Kader auch in der Breite ist. Nennenswerte Offensiv-Aktionen bekamen die Zuschauer im Al-Bayt-Stadium aber nicht mehr zu sehen.

England ist Frankreichs Angstgegner

Im Viertelfinale kommt es nun zum Duell mit Topfavorit Frankreich – und zumindest die Historie spricht dabei klar für England. Die zwei bisherigen WM-Duelle der beiden europäischen Topteams (1966 und 1982) gewannen jeweils die "Three Lions". Die Tatsache, dass bei beiden Turnieren später Deutschland im Finale stand, zeigt aber, dass sich Geschichte nicht immer wiederholt.

Quelle: sportschau.de

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 04. Dezember 2022 um 23:15 Uhr.