Haaland trifft zum 1:0 | getty

Champions League Dortmund zieht ins Viertelfinale ein

Stand: 09.03.2021 23:28 Uhr

Doppelpack im Hinspiel, zwei Tore im Rückspiel - dank "Naturgewalt" Erling Haaland gehört Borussia Dortmund erstmals seit vier Jahren wieder zu den besten acht Teams in Europa. Wie schon vor drei Wochen schlug der Norweger auch beim 2:2 (1:0) im Achtelfinal-Rückspiel gegen den FC Sevilla in unnachahmlicher Manier zu (35. Minute/54. Foulelfmeter).

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Der mit nunmehr zehn Treffern beste Torschütze der Champions League bescherte dem Revierklub damit nicht nur einen großen Prestigegewinn, sondern auch zusätzliche Prämiengelder in Höhe von 10,5 Millionen Euro. Die Gegentreffer von Youssef En-Nesyri (69./Foulelfmeter und 90.+6) brachten Dortmund am Dienstag (09.03.2021) nach dem 3:2 im Hinspiel nicht mehr entscheidend in Bedrängnis. "Es war turbulent. Wir sind einfach nur glücklich. Es fühlt sich ganz cool an", sagte BVB-Coach Edin Terzic nach der Partie, "es ist nicht selbstverständlich für uns, so weit zu kommen. Jetzt zu den besten acht in Europa zu gehören, macht uns sehr zufrieden. Erling Haaland ist einfach herausragend."

Terzic zu Beginn nicht zufrieden

Drei Tage nach dem 2:4 in der Bundesliga beim FC Bayern wurde der BVB in der Anfangsphase stark unter Druck gesetzt. Trainer Terzic hatte kurz vor der Partie noch vor den "sehr gefährlichen" Europapokalspezialisten gewarnt, die mit aller Macht den Rückstand aus dem Hinspiel wettmachen wollten. BVB-Torwart Marwin Hitz wurde schon in der 3. Minute von Lucas Ocampos per Fernschuss gefordert, der Versuch von Suso ging nur knapp vorbei (18.).

Terzic war an der Seitenlinie überhaupt nicht zufrieden. Im Spielaufbau fehlten dem BVB, der auf mehrere Leistungsträger verzichten musste, zunächst die klare Linie und die Ruhe. Das Tempo von Jadon Sancho wurde schmerzlich vermisst, auch Raphael Guerreiro und Giovanni Reyna waren nicht rechtzeitig fit geworden. Kapitän Marco Reus wurde von Terzic auf die linke Seite beordert.

Dortmunder Führung aus dem "Nichts"

BVB-Boss Hans-Joachim Watzke saß nach gut einer halben Stunde stoisch mit verschränkten Armen auf der Tribüne. Dann nutzte der BVB aus dem Nichts die erste eigene Chance zur Führung. Nach Balleroberung schon in der Hälfte der Spanier legte Reus überlegt in die Mitte auf Haaland, der auch in seinem sechsten Königsklassenspiel dieser Saison ein Tor erzielte. Der junge Norweger nahm Reus jubelnd in den Arm. Die Gäste, die zuletzt drei Pflichtspiele in Folge verloren hatten, reagierten genervt.

Der Rekordsieger des kleinen Europapokals (UEFA-Cup und Europa League) brauchte nun drei Tore zum Weiterkommen, erspielte sich vor der Halbzeit aber keine klaren Torchancen mehr. Der BVB kam dagegen dem ersten Viertelfinale seit 2016/17, als der Revierklub unter schlimmsten Begleitumständen des Bombenattentats auf den Teambus gegen die AS Monaco ausgeschieden war, immer näher.

VAR im Dauereinsatz

Kurz nach dem Wiederanpfiff bereicherten Schiedsrichter Cüneyt Çakır und sein Team die Geschichte des Videobeweises um eine weitere Kuriosität. Der Unparteiische pfiff das vermeintliche und wohl nach Offensivfoul erzielte 2:0 von Haaland zurück und gab stattdessen Elfmeter für den BVB wegen eines Fouls fast eine Minute zuvor. Den Strafstoß von Haaland hielt Yassine Bounou ebenso wie einen Nachschuss (52.). Weil sich Sevillas Torwart aber zu früh von der Linie bewegt hatte, wurde der Elfmeter wiederholt - und Haaland traf. Für die unsportliche Jubelgeste in Richtung Bounou sah der BVB-Stürmer Gelb (55.).

Sevilla gab nicht auf und belagerte weiter die Dortmunder Hälfte. Den Strafstoß zum Anschlusstreffer verursachte Emre Can mit einem Schubser gegen den früheren Bundesligaprofi Luuk de Jong. En-Nesyri verwandelte sicher und sorgte Sekunden vor Schluss für kurzzeitige Hochspannung. "Am Ende wurde es noch einmal unnötig eng. Das war ein geiler Fight heute", sagte Lizenzspielerchef Sebastian Kehl bei "sky", "das haben wir uns verdient."

Dortmund jetzt gegen Hertha BSC

Die Borussia trifft im nächsten Ligaduell auf Hertha BSC (13.03.21, 18.30 Uhr), der FC Sevilla muss nach dem Aussscheiden aus der Champions League ins Stadtderby gegen Betis (14.03.21, 21 Uhr).

Quelle: sportschau.de

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 09. März 2021 um 23:00 Uhr.