Roland Sallai vom SC Freiburg jubelt mit seinen Teamkollegen nach seinem Treffer | Getty Images / Alex Grimm

Einzug in Halbfinale Freiburg ringt Bochum nieder

Stand: 02.03.2022 23:49 Uhr

Der SC Freiburg hat sich am Mittwochabend (02.03.2022) beim VfL Bochum ins Halbfinale des DFB-Pokals gekämpft. Nach der regulären Spielzeit hatte es 1:1 gestanden - die Entscheidung fiel in der Verlängerung: Roland Sallai nutzte einen Fehler der Bochumer eiskalt aus.

Sportschau

Petersen brachte die Gäste kurz nach der Pause per Abstauber in Führung (51.), Sebastian Polter glich per Kopf aus (64.). Die torchancenarme Partie ging in die Verlängerung, wo Roland Sallai in der allerletzten Minute einen Fehler der Bochumer eiskalt ausnutzte und Freiburg zum Sieg schoss (120.).

"Du gibst 120 Minuten Vollgas hier vor der geilen Kulisse - und dann kriegst du leider so ein ärgerliches Tor", sagte VfL-Torschütze Polter in der Sportschau - doch dann kam schon die Kampfansage für die nächsten Aufgaben in der Liga: "Wir gewinnen zusammen, wir verlieren zusammen, das wird hier niemandem angekreidet", sagte der 30-Jährige, "es ist ärgerlich, nichtsdestotrotz werden wir weitermachen!"

Streichs Analyse gewohnt fair

"Das war sehr ausgeglichen, mit leichten Vorteilen vielleicht für Bochum. Wir hatten heute das glücklichere Ende für uns", sagte Freiburgs Trainer Christian Streich am Sportschau-Mikrofon. Und auf die Frage, ob er jetzt auf das Finale schiele, sagte Streich mit einem Schmunzeln: "Ich schiele nicht."

Im ersten Spielabschnitt lieferten sich beide Teams einen intensiven Schlagabtausch, der jedoch von vielen Fehlpässen und wenigen Torchancen geprägt war. Bochum, zuletzt 1988 im Halbfinale, hielt die Gäste aus dem Breisgau vom eigenen Strafraum fern, Freiburg konnte wenig dagegen setzen.

Bochum mit viel Glück, Petersen und Polter treffen

Die größte Chance der ersten Spielhälfte vergab Nils Petersen leichtsinnig, als er viel zu überhastet abschloss (38.). Das 0:0 zur Pause war dementsprechend leistungsgerecht. Bochum hatte kurz vor dem Pausenpfiff Glück, dass der Unparteische Robert Schröder einen Griff von Jürgen Locadia an den Hals von Philipp Lienhart nicht als Tätlichkeit ansah und auch der VAR nicht eingriff. Bochum-Trainer Thomas Reis ersetzte Locadia vorsorglich durch Sebastian Polter. Ein Glücksgriff, wie sich später herausstellen sollte.

Petersen zeigte seine eigentliche Klasse fünf Minuten nach dem Wiederanpfiff. Nach einem Abschluss von der halbrechten Seiten von Kevin Schade konnte VfL-Keeper Manuel Riemann zwar noch parieren. Doch der Ball fiel Knipser Petersen vor die Füße, der goldrichtig in Position gelaufen war und den Ball aus sieben Metern abstaubte.

Die Gastgeber brauchten eine Viertelstunde, um sich vom Schock des Rückstands zu erholen: Elvis Rexhbecaj nahm im rechten Mittelfeld den Ball schön mit und bediente Sebastian Polter mit einer präzisen Musterflanke: Polters Kopfball ins lange Eck war unhaltbar für SCF-Keeper Mark Flekken.

Freiburg baut um

Freiburgs Trainer Christian Streich baute sein Team 20 Minuten vor dem regulären Ende noch einmal kräftig um: Höler, Sallai und Demirovic kamen für Petersen, Grifo und Jeong. Taktisch und effektiv im Spiel änderte sich dadurch nichts, die Partie blieb weiterhin umkämpft, ohne überhart zu werden: Bis zur 90. Minute hatte Schiedsrichter Schröder keine einziges Mal sein gelbe Karte aus der Brusttasche geholt.

Die dickste Bochumer Torchance auf den zweiten Treffer entstand in der Verlängerung nach einer der wenigen Ecken im Spiel (99.): Eduard Löwen führte kurz von der linken Seite aus, wurde schnell wieder angespielt und zog den Ball flach aufs Freiburger Tor - Rexhbecaj verpasste den Ball um wenige Zentimeter. Und nur drei Minuten später verpasste Polter eine Hereingabe von Christopher Antwi-Adjei - die Hausherren waren zu diesem Zeitpunkt dem Führungstreffer deutlich näher als die Gäste aus dem Süden.

Sallai bis zum Ende hellwach

Beide Teams beschäftigten sich schon mit dem Elfmeterschießen - bis auf Roland Sallai. Bochums ansonsten gutem Innenverteidiger Maxim Leitsch (78% gewonnene Zweikämpfe, 104 Ballkontakte) unterlief ein missglückter Rückpass, den Sallai eiskalt ausnutzte. Freiburg erreichte zum zweiten Mal in seiner Vereinsgeschichte das Halbfinale.

Der Halbfinal-Gegner wird am Sonntag (06.03.2022) in der Sportschau von Bob-Olympiasiegerin Laura Nolte ausgelost. Die Halbfinals werden am 19. und 20. April gespielt, das Endspiel am 21. Mai traditionell in Berlin. Alle Partien werden live in der ARD übertragen.

Quelle: sportschau.de

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 03. März 2022 um 00:15 Uhr.