Dortmunds Erling Haaland (r.) und Paderborns Frederic Ananou im Kampf um den Ball  | dpa

Sieg im DFB-Pokal gegen Paderborn Dortmund mit umstrittenem Tor weiter

Stand: 02.02.2021 23:29 Uhr

Erst Blitzstart, dann großes VAR-Drama - Borussia Dortmund hat in einem Pokal-Thriller die nächste Hürde auf dem Weg nach Berlin nur mit Ach und Krach genommen. Nach drei Achtelfinalpleiten in Serie bezwang der BVB den leidenschaftlich kämpfenden Zweitligisten SC Paderborn im westfälischen Dauerregen mit 3:2 (2:2, 2:0) nach Verlängerung und schaffte es in die Runde der letzten acht.

Sportschau

Die niemals verzagenden Gäste boten nach ihrem Zweitrunden-Coup bei Union Berlin am Dienstag (02.02.2021) wieder eine starke Leistung - doch Torjäger Erling Haaland (95. Minute) sorgte für die Entscheidung, die erst nach knapp fünfminütiger Überprüfung wegen einer möglichen Abseitsstellung feststand. Viermal in Folge Finale, danach dreimal das bittere Aus: 2021 soll es für den BVB bis ins Endspiel gehen.

Emre Can (6.) und Jadon Sancho (16.) bescherten Dortmund mit frühen Toren nur scheinbar einen entspannten Abend - auch ohne Abwehrchef Mats Hummels, Stammtorwart Roman Bürki (beide verletzt) und Kapitän Marco Reus, der auf der Bank saß.

SCP-Trainer Baumgart verärgert

"Wir haben wieder mal die erste Viertelstunde verschlafen. Wir kommen aber zurück, das ist das, was uns auszeichnet. Das haben die Jungs gut gemacht. Aber Dortmund hätte es auch früher entscheiden können. Ein tolles Spiel mit einer schwierigen Entscheidung gegen uns", sagte SCP-Trainer Steffen Baumgart in der ARD.

Spätestens nach dem Treffer durch Julian Justvan (79.) musste der Favorit bangen. In der Nachspielzeit wurde es dramatisch. Haaland traf zur vermeintlichen Entscheidung (90.+5), doch Schiedsrichter Tobias Stieler bemühte aufgrund einer vorherigen Szene im BVB-Strafraum den Videobeweis und entschied nach Studium der Bilder auf Foul von Felix Passlack an Sebastian Schonlau. Prince Owusu (90.+7) verwandelte den Elfmeter sicher.

"Wir haben schnell zwei Tore gemacht und dann wird es ein Pokalspiel, wo alles passieren kann. Ich hoffe, dass es für die Zuschauer ein geiler Pokalabend war. Für uns war es hart", sagte Dortmunds Thomas Delaney in der ARD. 

BVB früh im Verwaltungsmodus

Paderborn ist der Gegner gleichgültig: Es wird stets gepresst und nach vorne gespielt. Das setzten die Gäste mutig um - aber sie wurden kalt erwischt, als Can mit links aus sieben Metern wuchtig abzog. Sanchos Tor machte der Hoffnung auf einen "sensationellen Tag" (Baumgart) dann fast schon ein Ende.

Doch der BVB schaltete zu früh auf Verwaltung um und verunsicherte sich gegen flinke, extrem laufstarke Paderborner selbst. Dennis Srbeny (25.) und Christopher Antwi-Adjei (31.) vergaben große Chancen auf den Anschlusstreffer, Can musste seine Kollegen in der Abwehr wachrütteln. Erst danach hatten die Dortmunder wieder mehr Kontrolle, obwohl auch Mateu Morey (Übelkeit) den Platz verlassen musste.

SCP "nervig"

In ungewohnter Zusammensetzung spielte der BVB fortan mit viel Ballbesitz die Uhr herunter, hohe Kunst war es äußerst selten. Die Paderborner blieben ihrem Stil treu, sie rannten wie besessen auf und ab, waren unangenehm und liefen häuffig mit Erfolg stets die gegnerischen Abwehrspieler an. Mehr als eine weitere Srbeny-Chance (56.) und einen Fernschuss von Jamilu Collins (66.) brachte dieser gewaltige Paderborner Aufwand aber nicht ein.

Andererseits war das schon besser als alles, was der BVB offensiv nach dem 2:0 bis zur 70. Minute zustande brachte: Erst Sancho (73.) hatte bei einem Konter wieder eine gute Gelegenheit. Er schob den Ball knapp am Pfosten vorbei, damit blieb Paderborn aus Sicht der Gastgeber unnötig im Spiel gab mit dem Anschlusstor den Startschuss für einen Krimi.

Quelle: sportschau.de

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 03. Februar 2021 um 09:00 Uhr.