Braunschweigs Martin Kobylanski jubelt nach einem Tor gegen Herta BSC | Bildquelle: dpa

DFB-Pokal Braunschweig gewinnt Tor-Spektakel

Stand: 11.09.2020 23:19 Uhr

Die neue Saison startet spektakulär - und der DFB-Pokal hat seine erste dicke Überraschung: Eintracht Braunschweig schaltet den Hauptstadtklub Hertha BSC nach einem wilden Torfestival in der 1. Runde aus.

5:4 (3:2) hieß es am Ende vor 500 Zuschauern für den Zweitliga-Aufsteiger, der zu keinem Zeitpunkt dieses offenen Schlagabtauschs in Rückstand lag.

"Einfach brutal enttäuschend"

"Man muss schon sagen, dass wir uns heute selber geschlagen haben", analysierte Hertha-Trainer Bruno Labbadia nach der Partie genervt bei Sky. "So viele Fehler, wie wir in der Defensive gemacht haben, das kannst du vorne gar nicht auffangen. Das war schon extrem, denn besser kann man einen Gegner offensiv kaum bespielen, als wir das gemacht haben. Zu unseren vier Toren hatten wir ja noch etliche Chancen. Das ist einfach brutal enttäuschend und tut richtig weh."

Der überragende Eintracht-Kapitän Martin Kobylanski eröffnete bereits in der 2. Minute das Torfestival, Herthas Maximilian Mittelstädt baute die Führung der Gastgeber mit einem unglücklichen Kopfball-Eigentor in der 17. Minute auf 2:0 aus. Hertha wirkte schwer angeschlagen, kämpfte sich aber zurück in die Partie: Dodi Lukebakio (23.) und Matheus Cunha (29.) glichen für den haushohen Favoriten aus.

Kobylanski in Torlaune

Doch noch vor der Pause war wieder die Eintracht vorne: Kobylanski traf im Nachschuss vom Elfmeterpunkt. Aber auch diesmal erholten sich die stark ersatzgeschwächten Gäste. Peter Pekarik erzielte nach einem schnellen Konter über die rechte Seite den erneuten Ausgleich (65.).

Ein Dämpfer mit Folgen für den Außenseiter? Weit gefehlt. Noch ehe sich Anzeichen von Verunsicherung breit machen konnten, hatte Kobylanski mit einem herrlichen Halbvolley von der Strafraumgrenze schon wieder das 4:3 erzielt (66.).

Abdullahi mit der Vorentscheidung

Die Hertha drückte danach extrem aufs Tempo, hatte durch Cunha und Lukebakio beste Chancen. Doch das nächste Tor erzielten wieder die Braunschweiger: Suleiman Abdullahi, der zuvor schon eine Top-Chance vergeben hatte, schob den Ball eiskalt unter dem neuen Hertha-Keeper Alexander Schwolow hindurch - das 5:3.

Hertha gab sich zwar auch danach immer noch nicht auf, kam aber durch Lukebakio (83.) nur noch zum 4:5 - das Finale in Berlin wird also einmal mehr ohne die Hertha stattfinden. "Ein Albtraum-Spiel", fasste Hertha-Torwart Schwolow zusammen. "Es lief alles schief, was schief laufen kann. Das war furchtbar, eine Katastrophe für uns. Braunschweig hat heute eiskalt zugeschlagen und sehr viel Glück gehabt."

Quelle: sportschau.de

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 12. September 2020 um 10:00 Uhr.

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