Spieler der SV Elversberg jubeln nach dem Sieg gegen den FC St. Pauli | Bildquelle: dpa

DFB-Pokal Elversberg blamiert den FC St. Pauli

Stand: 13.09.2020 17:45 Uhr

Fußball-Regionalligist SV Elversberg hat den Zweitligisten FC St. Pauli in der ersten Runde des DFB-Pokals böse blamiert. Erst nach Elfmeterschießen musste sich der 1. FC Kaiserslautern gegen Jahn Regensburg geschlagen geben. Am Abend verlor überraschend Heidenheim bei Wehen Wiesbaden.

Bittere Pleite für den FC St. Pauli zum Pflichtspiel-Einstand seines neuen Trainers Timo Schultz Im Erstrunden-Spiel beim ambitionierten Regionalligisten SV Elversberg mussten sich die Hamburger am Sonntag (13.09.2020) unerwartet mit 2:4 (1:2) geschlagen geben und verpassten damit schon zum dritten Mal bei den vergangenen vier Versuchen die zweite Runde.

St. Pauli lässt sich Heft aus der Hand nehmen

Die Begegnung nahm zunächst scheinbar den zu erwartenden Verlauf. Marvin Knoll (7. Minute) sorgte für die nur vermeintlich beruhigende Führung, doch danach ließ sich der Pokal-Halbfinalist von 2006 das Heft zunehmend aus der Hand nehmen. Lucas Schnellbacher (16.) und Patryk Dragon (26.) drehten das Spiel schon bis zur Mitte des ersten Spielabschnitts zugunsten der Saarländer.

Nach der Pause zogen die Platzherren, die bei ihren vorherigen sechs Erstrunden-Teilnahmen immerhin schon dreimal den Sprung in die zweite Runde geschafft hatten, durch Robin Fellhauer (48.) und erneut Schnellbacher (67.) entscheidend davon. Die Aufholjagd der Gäste, denen durch einen verschossenen Foulelfmeter von Isra Suero (73.) eine noch höhere Pleite erspart blieb, kam trotz eines Treffers von Rico Benatelli (78.) zu spät.

Tietz lässt Wehen Wiesbaden jubeln

Überraschend ausgeschieden ist auch St. Paulis Ligakonkurrent 1. FC Heidenheim. Der hessische Drittligist SV Wehen Wiesbaden setzte sich vor 250 Zuschauern durch ein Tor von Phillip Tietz (61. Minute) mit 1:0 (0:0) gegen die Heidenheimer durch und erreichte damit zum sechsten Mal in seiner Vereinsgeschichte die 2. Runde.

Der Zweitliga-Absteiger agierte von Beginn an forsch und erspielte sich schon in der ersten Halbzeit einige gute Möglichkeiten. Nach dem Wechsel gelang Tietz mit einem strammen Schuss aus 17 Metern die Führung. Die Gäste, die in der Vorsaison in der Relegation knapp den Bundesliga-Aufstieg verpasst hatten, enttäuschten.

SC Paderborn ohne Mühe im OWL-Duell

Der SC Paderborn ist zum vierten Mal in Folge in die zweite Runde eingezogen. Der Bundesligaabsteiger setzte sich ohne große Mühe im ostwestfälischen Nachbarschaftsduell mit 5:0 (3:0) beim Regionalligisten SC Wiedenbrück durch.

Vor 120 Zuschauern in Gütersloh erzielten Sven Michel (24.), Dennis Srbeny (32., 45.+2, 58.) und Chris Führich (83.) die Treffer der Gäste.

SV Sandhausen zittert sich weiter

Zweitligist SV Sandhausen hat mit Mühe die zweite Runde erreicht. Die Kurpfälzer kamen am Sonntag beim Südwest-Regionalligisten TSV Steinbach Haiger zu einem 2:1 (2:1)-Zittersieg. Vor 670 Zuschauern traf Julius Biada (23. Minute/45.+1) doppelt für den Favoriten.

Sascha Marquet (40.) erzielte den zwischenzeitlichen Ausgleich für die Hessen. Ein später Treffer von Enis Bytyqi (86.) wurde wegen einer Abseitsstellung des Schützen nicht gegeben. Auf der Gegenseite traf Biada (89.) nur den Pfosten.

Holstein Kiel mit Kantersieg

Holstein Kiel ist locker weitergekommen. Die Schleswig-Holsteiner gewannen gegen den südbadischen Oberligisten 1. FC Rielasingen-Arlen mit 7:1 (5:1). Zunächst aber hatte Linksverteidiger Pascal Rasmus den krassen Außenseiter vom Bodensee in Führung gebracht (3. Minute).

Danach jedoch dominierten die Norddeutschen. Kapitän Hauke Wahl (15.), Janni Serra (19.), Jae-Sung Lee (22., 24.), Fin Bartels (29.), Finn Porath (63.) und Fabian Reese (86.) schossen den verdienten Erfolg heraus.

Weil Rielasingen aus wirtschaftlichen Gründen auf sein Heimrecht verzichtet hatte und deshalb 900 Kilometer an die Ostsee reisen musste, konnten die Kieler erstmals seit sechs Monaten ein Pflichtspiel im Holstein-Stadion vor Publikum bestreiten. 500 Zuschauer waren zugelassen und sorgten für Stimmung.

1. FC Kaiserslautern verpasst Überraschung

Der insolvente 1. FC Kaiserslautern war ganz nah dran an einem zusätzlichen Zahltag, musste sich dann aber doch mit 3:4 im Elfmeterschießen dem klassenhöheren Zweitligisten Jahn Regensburg beugen. Nach der regulären Spielzeit und der Verlängerung stand es 1:1 (0:1). Die Regensburger agierten in der Verlängerung nach Gelb-Rot gegen Nicolas Wähling (92., wiederholtes Foulspiel) lange in Unterzahl. Gäste-Torhüter Alexander Meyer wurde mit zwei gehaltenen Elfmetern dann zum Matchwinner für Regensburg.

Bereits nach vier Minuten brachte Albion Vrenezi den Jahn in Führung. In der Folge bemühte sich der FCK, der sich 1990 und 1996 in die Pokalsieger-Liste eingetragen hatte, intensiv um den Ausgleich und erzwang durch Kevin Kraus (64.) auch die Verlängerung. Doch die Bayern, die zuletzt vor 17 Jahren das Pokal-Achtelfinale erreicht hatten, hatten das bessere Ende für sich.

Darmstadt benötigt Verlängerung in Magdeburg

Zweitligist Darmstadt 98 hat zum Pflichtspiel-Debüt seines neuen Trainers Markus Anfang nur mit Mühe einen Fehlstart in die neue Saison verhindert. Die Hessen siegten bei Drittligist 1. FC Magdeburg nach einem 0:2-Pausenrückstand noch 3:2 (2:2, 0:2) nach Verlängerung. Durch den Siegtreffer von Mathias Honsak (100.) feierten die "Lilien" auch eine erfolgreiche Generalprobe für den Zweitliga-Auftakt am Samstag beim SV Sandhausen.

Zunächst aber rieb sich Anfang angesichts des Magdeburger Schwungs die Augen. Tobias Müller (14.) und Christian Beck (26.) sorgten unter dem Jubel von 5000 erstmals wieder zugelassenen Zuschauern für die überraschend klare Führung des früheren Europacup-Gewinners und siebenmaligen Pokalsiegers der DDR. Acht Minuten nach dem Seitenwechsel gab Marvin Mehlems Treffer das Signal zur Aufholjagd der "Lilien", ehe Tobias Kempe (66.) die Verlängerung erzwang. In dieser traf Honsak zum Sieg. 

Quelle: sportschau.de

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 13. September 2020 um 18:04 Uhr.

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