Joachim Löw beobachtet in Belfast Niklas Stark beim Training | Bildquelle: Bongarts/Getty Images

EM-Qualifikation DFB-Elf gegen Nordirland unter Druck

Stand: 09.09.2019 08:00 Uhr

Das Wort "Druck" fällt vor Deutschlands Spiel in Nordirland (Live-Ticker ab 20.30 Uhr) inflationär oft. Denn die Kritiker von Bundestrainer Joachim Löw haben neues Futter, die EM-Qualifikation wird zur Rechenaufgabe - und zwei Spieler fallen kurzfristig aus. Das Wichtigste zum Spiel.

Vor dem Spiel in Nordirland: Alarmstufe Rot beim DFB
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Die Ausgangslage

Die 2:4-Niederlage gegen die Niederlande war ein schwerer Rückschlag für Deutschland. Denn das Hinspiel hatte die DFB-Elf nur mit 3:2 gewonnen, der direkte Vergleich geht nun also an "Oranje". Den Gruppensieg und damit die Chance auf den optimalen Lostopf bei der EM-Auslosung kann Deutschland nicht mehr aus eigener Kraft erreichen.

"Alle sind selbstkritisch" - die DFB-Reform gegen Nordirland auf dem Prüfstand
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Bei einer Niederlage in Belfast wäre auch das Rennen um Platz zwei wieder offen. Denn Nordirland hat seine bisherigen vier Spiele gegen Estland und Weißrussland gewonnen und führt die Gruppe C an. Deutschland würde mit einem eigenen Sieg aber die Tabellenführung übernehmen und einen großen Schritt Richtung EM machen. Denn Nordirland hat neben dem Rückspiel gegen Deutschland auch noch zwei Duelle mit den Niederlanden vor der Brust.

Die Hintertür

Selbst Platz drei könnte für die DFB-Elf noch zur Qualifikation reichen. Denn obwohl sie in der Rangliste der Liga A der Nations League 2018 nur Platz elf belegt hatte, dürfte sie wohl an den Playoffs im März 2020 teilnehmen. Der Grund: An der letzten Ausscheidungsrunde nehmen die vier besten noch nicht qualifizierten Teams der Nations-League-Staffel teil.

Derzeit sieht es so aus, als würden sich sogar mehr als sieben vor der DFB-Elf liegende Nationen das direkte EM-Ticket sichern. Dann hätte Deutschland ein Startrecht für die Playoffs, in denen noch die letzten vier EM-Startplätze ausgespielt werden.

So funktioniert die EM-Qualifikation
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Die Personallage

Zwei kurzfristige Ausfälle muss das deutsche Team kompensieren. Borussia Dortmunds Linksverteidiger Nico Schulz (Fußverletzung) und Manchester Citys Ilkay Gündogan (grippaler Infekt) sind bereits abgereist.

Für Schulz könnten Marcel Halstenberg (Leipzig) oder Jonas Hector (Köln) hinten links zum Einsatz kommen. Löw sieht beide gleichauf, er wolle erst nach dem Abschlusstraining entscheiden, sagte er am Sonntag. Halstenberg gilt als offensivstärkere Variante, der erfahrenere Hector könnte der zuletzt unsicheren Defensive Halt geben.

Die Taktik

Löw musste nach dem schwachen Auftritt gegen die Niederlande viel Kritik einstecken, auch an seiner Taktik mit Fünferkette und wenig Ballbesitz. Der Bundestrainer sagte anschließend zwar, er würde die Formation wieder so wählen. Doch gegen Nordirland, das meist mit nur einer Sturmspitze aufläuft, will er umstellen.

Löw verriet auf der Abschlusspressekonferenz am Sonntag (08.09.2019), dass er nur zwei statt drei Innenverteidiger aufbieten werde. Für den zusätzlichen Platz im Mittelfeld wäre Gündogan ein aussichtsreicher Kandidat gewesen. Nach dessen Ausfall könnten nun als noch offensivere Variante Leverkusens Kai Havertz oder Dortmunds Julian Brandt in die Startelf rutschen. Emre Can von Juventus Turin wäre die körperlich robustere Alternative.

Der Gegner

Deutschland ist klarer Favorit, hat zuletzt vor 37 Jahren gegen Nordirland verloren. Allerdings warnte Löw, die Nordiren seien ein eingespieltes Team, das sich stark verbessert habe. Hinzu komme der Heimvorteil im Windsor Park von Belfast. "Hier brennt's im Stadion, darauf müssen wir uns einstellen."

Nordirlands Nationaltrainer Michael O'Neill verwies darauf, dass möglicherweise sechs Punkte aus den ausstehenden vier Spielen für die EM-Qualifikation reichen. "Und die größte Chance auf Siege haben wir in den Heimspielen." Kapitän Steven Davis hofft auf "eine dieser speziellen Nächte im Windsor Park, auf die man noch Jahre zurückschaut".

Die voraussichtliche deutsche Aufstellung:

Neuer - Klostermann, Ginter, Süle, Halstenberg - Kimmich, Kroos - Havertz - Reus, Gnabry, Werner

Quelle: sportschau.de

Über dieses Thema berichtete das Erste in der "Sportschau" am 08. September 2019 um 18:00 Uhr.

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