Deutschlands Nico Schlotterbek und Memphis Depay kämpfen um den Ball | AP Photo/Peter Dejong

DFB-Elf spielt 1:1 Gerechtes Remis in Amsterdam

Stand: 30.03.2022 07:00 Uhr

Deutschlands Fußball-Nationalmannschaft spielt lange sehr ordentlich, verliert aber in der letzten halben Stunde den Faden. Daher kommt es im Test gegen die Niederlande zu einem gerechten Unentschieden.

Sportschau

Die Partie in Amsterdam endete am Dienstag (29.03.2022) nach Treffern von Thomas Müller (45+1. Minute) und Steven Bergwijn (68.) 1:1 zwischen Deutschland und Niederlande. Zum ersten Mal in seiner Zeit als Bundestrainer verließ Bundestrainer Hansi Flick den Platz mit der deutschen Fußball-Nationalmannschaft damit nicht als Sieger.

Er wird dennoch zufrieden gewesen sein, denn die Leistung stimmte über weite Strecken. Zudem waren die Niederlande im neunten Spiel unter Flick der erste Gegner mit klangvollem Namen.

"Wir haben einen guten Charakter und sind selbstbewusst. Das hat man heute gesehen. Wenn man einen Strich drunter zieht, sieht man, dass wir auf einem guten Weg sind", sagte Kapitän Manuel Neuer der Sportschau nach dem Abpfiff.

Topf 2 bei der Gruppenauslosung

Da sich Portugal zeitgleich durch einen Sieg in den Playoffs gegen Nordmazedonien für die WM qualifizierte, weiß die deutsche Mannschaft nun endgültig, dass sie bei der Auslosung der Vorrundengruppen am Freitag in Topf 2 landen wird. Aus Topf 1 wird ihnen einer dieser Gegner zugelost werden: Katar, Brasilien, Belgien, Frankreich, Argentinien, England, Spanien, Portugal.

Erste Chance für die Niederlande

Zur ersten Chance des Spiels am Dienstag in der Johan-Cruyff-Arena kamen die Niederlande durch Teun Koopmeiners, dessen Kopfball aber zu zentral aufs Tor flog (6.). Die Partie war ausgeglichen. Positiv fiel in der deutschen Mannschaft erneut Nico Schlotterbeck auf. Der Innenverteidiger des SC Freiburg, der an der Seite von Antonio Rüdiger in einem 4-2-3-1-System spielte, gefiel in der Anfangsphase durch einen wichtigen abgefangenen Pass und eigene präzise Pässe nach vorne.

Die Mannschaft von Bundestrainer Flick störte sehr früh, der Gegner wurde dadurch gezwungen, das Spiel häufig über Mark Flekken zu eröffnen, Schlotterbecks Vereinskollegen vom SC Freiburg.

Zum ersten Mal mit den Händen griff Flekken in der 19. Minute bei einem Schuss von Leroy Sané ein, der ebenfalls zu zentral aufs Tor flog, um gefährlich zu werden.

Müller zieht mit Seeler gleich

Wenig später prallte ein Kopfball von Mittelstürmer Timo Werner an die Latte. Es wurde auf Abseits entschieden, aber dies wäre möglicherweise nach einer Betrachtung durch den Videoassistenten zurückgenommen worden, der auf Wunsch der Niederländer auch beim Testspiel zum Einsatz kam.

Ein präziser Pass zwischen die Innenverteidiger Rüdiger und Schlotterbeck ermöglichte den Gastgebern die beste Chance der ersten Halbzeit. Donyell Malen nahm den Ball auf und kam aus gut zwölf Metern zum Abschluss. Der Profi von Borussia Dortmund schoss links am Tor vorbei, in dem Manuel Neuer stand, nachdem drei Tage zuvor beim 2:0-Sieg gegen Israel Marc-André ter Stegen und Kevin Trapp je eine Halbzeit spielen durften.

Nachdem die regulären ersten 45 Minuten gerade abgelaufen waren, erzielte Deutschland den Führungstreffer. Jamal Musiala spielte einen Rückpass, der Kai Havertz erreichen sollte. Der Ball wurde jedoch abgewehrt, direkt vor den linken Fuß von Müller, der mit einem Vollspannschuss in die linke Ecke traf.

Es war das 43. Länderspieltor von Thomas Müller, der in dieser Statistik mit Uwe Seeler gleichzog.

"Die Führung ist verdient, weil Deutschland einen Tick aktiver war", sagte Sportschau-Experte Bastian Schweinsteiger zur Pause.

Raum mit der Chance zum 2:0

Die Führung hätte gleich zu Beginn ausgebaut werden können. David Raum stand nach einem Pass von Sané frei im Strafraum, hatte die Chance zum Schuss oder Abspiel auf Werner. Er entschied sich für den Schuss, der über das Tor flog. Ähnlich knapp ging es bei einem Volleyschuss von Matthijs de Ligt zu (57.).

Nach gut einer Stunde Spielzeit verlor die deutsche Mannschaft ein bisschen die Kontrolle. Die Anzahl der Fehlpässe und verlorenen Zweikämpfe erhöhte sich. So kamen die Niederlande dann auch zum Ausgleich durch Steven Bergwijn, der eine Kopfballvorlage von Denzel Dumfries nutzte (68.).

Wenig später entschied Schiedsrichter Craig Pawson auf einen Elfmeter nach einem Foul des schwachen Thilo Kehrer. Kaum jemand dürfte damit gerechnet haben, dass er seine Meinung nach Ansicht der Bilder am VAR-Monitor ändern wird - doch er tat es.

Gleich vier Spiele im Juni

Für die deutsche Nationalmannschaft stehen nun im Juni gleich vier Spiele in der Nations League an. Los geht es am 4. Juni in Bologna gegen Europameister Italien.

Quelle: sportschau.de

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 30. März 2022 um 02:11 Uhr.