Union Berlin gegen Feyenoord Rotterdam | imago images/Contrast

Conference League Union Berlin unterliegt Rotterdam

Stand: 21.10.2021 20:38 Uhr

In der Conference League verliert Union Berlin auswärts bei Feyenoord Rotterdam mit 3:1. Union verpasst damit den Sprung an die Tabellenspitze. Dabei wäre mehr drin gewesen.

Sportschau

Im dritten Gruppenspiel der Europa Conference League hat der 1.FC Union Berlin den Sprung an die Tabellenspitze verpasst. Das Auswärtsspiel bei Feyenoord Rotterdam endete am Donnerstagabend 1:3 (1:2). Die Tore für die Heimmannschaft erzielten Alireza Jahanbakhsh (11.), Bryan Linssen (29.) und Luisa Sinisterra (77.). Für Union traf Taiwo Awoniyi (35.).

Das dritte Gruppenspiel des 1.FC Union Berlin in der Conference League wurde bereits im Vorfeld begleitet von lauten Störgeräuschen. Da war der Angriff am Vorabend des Spiels gegen Feyenoord von Hooligans auf eine 25-köpfige Gruppe um Unions Präsidenten Dirk Zingler, nach dem laut Vereinsangaben eine Person in Krankenhaus gebracht werden musste.

Da war der positive Corona-Test des Abwehrchefs Marvin Friedrich, der sich das Virus womöglich beim Spiel gegen den VfL Wolfsburg vom zwei Tage zuvor positiv getesteten gegnerischen Stürmer Wout Weghorst geholt hatte. Und nicht zu vergessen: Es war das erste Europapokalspiel nach dem Antisemitismus-Eklat im Zuge des Spiels gegen Maccabi Haifa.

Der Spielverlauf

Trainer Urs Fischer setzte zu Beginn auf Abwehrspieler Timo Baumgartl, der Marvin Friedrich ersetzen sollte. Im rechten Mittelfeld fand sich nun auch wieder Kapitän Christopher Trimmel. Der Österreicher hatte zuletzt eine Verschnaufpause erhalten und verdrängte nun den Norweger Julian Ryerson wieder. Im dritten Gruppenspiel setzt Urs Fischer zudem auf das Offensivduo Max Kruse und Taiwo Awoniyi. Im Tor bekommt Stammkeeper Andreas Luthe das Vertrauen, nachdem zuletzt gegen Maccabi Haifa (3:0) noch Frederik Rönnow zwischen den Pfosten gestanden hatte.
 
Auf beiden Seiten war es ein verhaltener Spielbeginn. Das gab insbesondere den Gästen aus Berlin zunächst die Möglichkeit, vor der lautstarken Feyenoord-Kulisse ins Spiel zu finden. In der 8. war es dann der Unioner Taiwo Awoniyi, der im im gegnerischen Sechzehner an den Ball kam, dann allerdings von Feyenoords Verteidiger Gernot Trauner durchaus Elfmeter-würdig zu Fall gebracht wurde. Doch Schiedsrichter Giorgi Kruashvili winkte nur ab.
 
Unmso ironischer mutete an, dass Feyenoord den unmittelbar auf diese Szene folgenden Angriff zur 1:0-Führung verwerten konnte. Der pfeilschnelle Luis Sinisterra setzte sich auf der linken Seite durch und legte den Ball in die Mitte, wo zu Guus Til den heraneilenden Alireza Jahanbakhsh fand, der nur noch einzuschieben brauchte zum 1:0 (11. Minute).
 
In der 29. Minute konnten die Hausherren erhöhen, weil sich Unions Abwehrspieler Robin Knoche einen groben Fehler leistete. Er verschätzte sich bei einem hohen Ball, konnte diesen nicht wegschlagen. Der niederländische Stürmer Bryan Linssen nahm ihm den Ball ab und traf trocken zum 2:0.

Anschlusstreffer aus dem Nichts

Immer wenn Feyenoords Offensivleute in der Folge den Ball führten, war für Unions Abwehr Gefahr im Verzug. Die hitzige Atmosphäre im Stadion De Kuip dürfte ebenfalls keine beruhigende Wirkung auf die Köpenicker entfaltet haben. Mehrmals schien Max Kruse seine Mitspieler mit zum Boden gerichteten Handflächen zu ermahnen: bleibt ruhig.
 
Und tatsächlich: Nach einem zunächst abgewehrten Eckstoß von Trimmel konnte dieser erneut in aller Ruhe zur Flanke ansetzen und brachte den Ball auf den Kopf von Aqwoniyi, der den Gästen mit seinem Anschlusstreffer in der 35. Minute wieder Hoffnung schenkte.
 
Kurz vor dem Kabinengang profilierte sich Unions Keeper Andreas Luthe mehrmals hintereinander, als Feyenoords Stürmer gleich dreimal in wenigen Sekunden aufs Tor feuerten. Dass es zur Pause 1:2 stand, war für die Gäste glücklich.

Entscheidung in der 77. Minute

In der zweiten Hälfte konnten die Offensivspieler von Union trotz mehrerer Nachlässigkeiten von Feyenoord keine zwingenden Torgelegenheiten herausspielen. In der 72. Minute vergab Guus Til frei aus neun Metern die Vorentscheidung für Feyenoord. Diese besorgte in 77. Minute dann Tils groß aufspielender Teamkollege Sinisterra, der den Ball vorm Unioner Gehäuse serviert bekam und zum 3:1 abstaubte.
 
Mit der zweiten Niederlage in Gruppe E fällt Union Berlin zurück auf den dritten Platz. Feyenoord Rotterdam bleibt mit nun sieben Punkten Tabellenführer.

Sendung: rbb UM6, 21.10.2021, 18:15 Uhr

Quelle: sportschau.de