Leverkusens Jeremie Frimpong (r.) im Duell mit Eduard Sobol von Club Brügge | Lars Baron/ Getty Images

Champions League Leverkusen kämpft sich in die Europa League

Stand: 02.11.2022 08:02 Uhr

Bayer Leverkusen hat durch ein torloses Unentschieden gegen den FC Brügge das Überwintern im Europapokal gesichert. Möglich machte das Schützenhilfe des FC Porto, der am letzten Gruppenspieltag der UEFA Champions League gegen Atletico Madrid gewann.

Sebastian Hochrainer
Sportschau

Für Bayer Leverkusen war es gegen Brügge der nächste Anlauf, die Krise zu besiegen. Im vorigen Champions-League-Spiel gab es dank eines verschossenen Elfmeters in der Schlussminute ein 2:2 bei Atletico Madrid und Hoffnung auf Besserung - die in der Liga durch die trübe Leistung beim 0:2 bei RB Leipzig wieder einen kräftigen Knick bekam.

Trainer Xabi Alonso setzte deswegen am Dienstagabend auf Veränderungen, sechs neue Spieler rückten in die Startelf, darunter auch Patrik Schick, der in der vergangenen Saison Tore in Serie produzierte, in dieser Spielzeit aber in 16 Spielen erst dreimal erfolgreich war. Das Ziel der neu formierten Mannschaft: Punkten, um noch eine Chance zu haben, als Dritter in der Europa League zu überwintern. Wobei dafür auch der FC Porto gegen Atletico Madrid (war vor dem letzten Spieltag einen Punkt vor Leverkusen) mithelfen musste.

Brüge schon zuvor weiter in der Champions League

Auf dem Platz war davon jedoch recht wenig zu sehen, stattdessen machte sich die derzeitige Verunsicherung bemerkbar. Brügge (schon vor dem Spiel sicher im Achtelfinale) kombinierte sich teilweise recht einfach durch die Leverkusener Reihen, war aber im letzten Drittel zu ungenau. Selbiges galt für Bayer in fast allen Bereichen.

Und dennoch hatte der Bundesliga-16. die erste gute Chance des Spiels. Moussa Diaby kam nach Zuspiel von Callum Hudson-Odoi zum Abschluss, Brügges Keeper Simon Mignolet konnte jedoch parieren (33. Minute). Diese Szene untermauerte, dass Leverkusen mit fortlaufender Dauer besser ins Spiel kam und an (Ball-)Sicherheit gewann.

Beinahe hätte ein eigener Fehler die Leistungssteigerung aber wieder zunichtegemacht. Exequiel Palacios verlor im defensiven Mittelfeld unnötig den Ball und ermöglichte Kamal Sowah die erste Großchance für Brügge - Lukas Hradecky rettete aber mit einem starken Reflex (39.). Auf der anderen Seite hätte Jeremie Frimpong Sekunden vor dem Halbzeitpfiff die Führung erzielen müssen, schoss aber nur ans Außennetz (45.+1).

Zweite Hälfte startet mit zwei Lattentreffern

Kurz nach der Pause hatte Leverkusen dann Glück. Bei einer Dreifachchance der Gäste scheiterte Tajon Buchanan am knappsten und traf aus spitzem Winkel die Latte (46.). Auch auf der anderen Seite prallte der Ball kurz darauf auf den Querbalken, nachdem Mignolet einen Kopfball von Schick entschärft hatte (55.).

In der Folge verkrampfte die Partie wieder. Leverkusen - vielleicht auch mit der Gewissheit, dass ein Punkt dank des komfortablen Vorsprungs des FC Porto gegen Atletico Madrid (2:0) für Platz drei reichen würde - mied das Risiko, die Belgier ebenfalls. Brügge hatte jedoch die Möglichkeit, mit einem Erfolg noch den Gruppensieg einzufahren - eine Schlussoffensive war also zu erwarten. Und bei einem Gegentor wäre die Europapokal-Saison für Bayer beendet gewesen.

Beides blieb jedoch aus. Leverkusen konnte den Gegner in den letzten Minuten in Schach halten und überstand die Schlussphase unbeschadet. So gab es zwar nicht die Wende in der Bayer-Krise, aber immerhin das Erreichen von Platz drei in der Gruppenphase - und damit das Überwintern im Europapokal, weil Porto mit 2:1 gewann. Am 16. und 23. Februar spielt Leverkusen dann in der Zwischenrunde der Europa League um den Einzug ins Achtelfinale.

"Wir haben das Minimalziel erreicht. Wenn die Spiele im Februar losgehen, sind wir dabei", sagte Bayer-Keeper Lukas Hradecky. "Darüber sind wir froh, gerade in der aktuell schwierigen Phase."

Quelle: sportschau.de

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 01. November 2022 um 22:00 Uhr.