RB Leipzig jubelt über ein Tor im Spiel gegen Istanbul Basaksehir | AP

Champions League Leipzig gewinnt wilde Partie in Istanbul

Stand: 02.12.2020 20:53 Uhr

RB Leipzig hat im vorletzten Gruppenspiel der Champions League einen wichtigen Auswärtssieg bei Basaksehir Istanbul gefeiert und somit noch alle Chancen auf das Achtelfinale.

Von Robin Tillenburg

Die Leipziger gewannen am Mittwochabend (02.12.2020) mit 4:3 (2:1) in Istanbul und würden mit einem Sieg im letzten Gruppenspiel gegen Manchester United ins Achtelfinale einziehen. RB wird aber definitiv in Europa überwintern, der dritte Gruppenplatz und damit die Teilnahme an der K.o.-Phase der Europa League ist dem Tabellenzweiten der Bundesliga nicht mehr zu nehmen.

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Yussuf Poulsen (26. Minute) und Nordi Mukiele (43.) sorgten für die Leipziger Führung. Irfan Kahveci (45.+2) traf für Basaksehir noch vor der Pause. Dani Olmo (66.) stellte wieder auf einen Zwei-Tore-Vorsprung, ehe erneut Kahveci verkürzte und schließlich auch noch den Ausgleich erzielte (71., 85.). Der eingewechselte Alexander Sörloth wurde zum Helden des Abends und schoss in der Nachspielzeit das 4:3 (90.+2).

Leipzig anfangs mit Chancenwucher

RB begann die Partie direkt dominant. Der Bundesligist kombinierte sich früh mehrfach in den Strafraum und hatte durch Emil Forsberg (3.) und einen Kopfball von Mukiele (4.) nach einer Ecke direkt zwei richtig gute Chancen. Forsberg zielte aber zu ungenau, Mukieles Versuch wurde so gerade noch von Torhüter Mert Günok entschärft. Eigentlich hätte Leipzig da schon führen müssen. In einer munteren Anfangsphase kam Irfan Kahveci nach einer guten Viertelstunde dann auch zum ersten Abschluss der Gastgeber, schoss von halblinks aber ein gutes Stück über das Tor.

Trotzdem waren die Gäste aus Deutschland die klar bessere Mannschaft. Nach weiteren Möglichkeiten musste sich die Elf von Julian Nagelsmann eigentlich nur Chancenwucher vorwerfen lassen. Das RB-Angriffsspiel hatte Tiefe, Tempo und Entschlossenheit - nur keinen guten Abschluss. Das nötige Glück hatte man dann in der 26. Minute, als ein Schuss von Sabitzer sowohl die Beine von Martin Skrtel als eben auch den Fuß von Yussuf Poulsen touchierte und der Ball somit vom Angreifer abgefälscht über die Linie trudelte. Die Führung war aber trotz der etwas glücklichen Entstehung hochverdient.

Kurz vor der Pause fallen zwei Tore

Nach dem Führungstreffer nahmen die Gäste allerdings einen halben Gang raus. Das führte dazu, dass Istanbuls Demba Ba nach 37 Minuten völlig frei im Strafraum auftauchte und Peter Gulacsi zu einer Weltklasse-Parade zwang. Der Ungar fischte den Drehschuss von halbrechts so gerade noch aus dem langen Eck. Kurz vor der Halbzeitpause hatte dann aber RB nochmal das Heft des Handelns in der Hand und belohnte sich für die Bemühungen. Nach einer Flanke von Forsberg von links kam Mukiele rechts im Strafraum aus vollem Lauf zum Abschluss, traf den Ball zwar nicht sauber, brachte ihn aber doch links unten im Eck unter. Quasi mit der Pausen-Brause in der Hand war Leipzig dann in der Nachspielzeit etwas unaufmerksam und besetzte bei einem Eckball den Rückraum nicht. Die Gastgeber nutzten das clever, Kahveci hatte am Strafraumrand genügend Zeit und erzielte das Anschlusstor.

Doppelter Kahveci schockt RB

Angetrieben von diesem Treffer kam Basaksehir deutlich aggressiver und besser aus der Pause. Leipzig fand nicht so richtig rein und hatte Glück, dass Edin Visca den Ball nach 55 Minuten aus schwierigem Winkel nicht in das größtenteils verwaiste Tor bugsieren konnte. Erst nach einer Stunde konnten die Leipziger sich etwas befreien und hatten in Person vom bis auf im Abschluss sehr starken Forsberg die Chance auf den dritten Treffer, doch der Schwede vergab aus drei Metern. Besser machte es Olmo, der nach tollem Außenristpass von Angeliño im Strafraum noch einen Gegenspieler aussteigen ließ und eiskalt zum 3:1 einschoss. Ein wunderbares Tor des Spaniers.

Die Gastgeber steckten aber nicht auf, fünf Minuten später bekam Kahveci erneut zu viel Platz und stellte seine starke Schusstechnik erneut unter Beweis. Ganz in Arjen-Robben-Manier vollendete er von rechts nach innen ziehend ins lange Eck. Es wurde also nochmal eine spannende Schlussviertelstunde, in der beide Mannschaften mehrfach Gelegenheiten für weitere Tore bekamen. Kahveci zirkelte einen Freistoß aus 20 Metern schließlich unhaltbar unter die Latte - das 3:3 (85.).

Sörloth erlöst Leipzig

Nachdem Poulsen schon vor dem dritten Gegentor einmal Aluminium-Pech hatte, traf kurz vor Abpffif auch noch Sörloth bei einem Kopfball nur die Querlatte. Beide Teams gingen voll auf das vierte Tor. Der zuletzt sehr glücklose Sörloth traf schließlich vom Strafraumrand und erzielte seinen umjubelten Premierentreffer im Leipziger Trikot. Es war der perfekte Schlusspunkt eines unterhaltsamen und wilden Fußballspiels - obwohl Basaksehir sogar noch eine Möglichkeit hatte.

"Da müssen wir ein gewisses Killer-Gen entwickeln. Wenn du wirklich eine Spitzenmannschaft sein willst, musst du so ein Spiel auch mal ein bisschen früher entscheiden", erklärte Nagelsmann nach dem Spiel bei "DAZN" und ergänzte: "93 Minuten müssen wir immer marschieren wie die Bekloppten. Das hängt uns irgendwann nach." Gerade mit dem Auftritt in der ersten Halbzeit war der Trainer aber zufrieden und lobte auch die Moral: "Das ist schon auch eine Qualität, das Ding dann noch zu gewinnen."

Für RB steht am Samstag (05.12.2020) in der Liga das Topspiel gegen Bayern München an. Am Dienstag (08.12.2020) ist dann Manchester United in der "Königsklasse" zu Gast in Leipzig.

Quelle: sportschau.de

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 02. Dezember 2020 um 22:15 Uhr.