Borussia Dortmunds Mats Hummels im Duell mit Lazio Roms Joaquin Correa | Marco Rosi - SS Lazio/Getty Images

Champions League Dortmund zieht ins Achtelfinale ein

Stand: 02.12.2020 23:21 Uhr

Schlimme Nachricht, gutes Ergebnis: Auch ohne seinen verletzten Sturm-Superstar Erling Haaland greift Borussia Dortmund wieder tief in die "Schatztruhe" Champions League. Mit einem 1:1 (1:0) gegen Lazio Rom und dem vorzeitigen Sprung ins Achtelfinale erspielte sich der BVB in der Königsklasse weitere fürstliche Einnahmen - die pandemiebedingten Verluste von mindestens 75 Millionen Euro werden deutlich abgefedert.

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Am Mittwochmorgen (02.12.2020) hatten beim BVB allerdings einige Verantwortliche ganz tief durchatmen müssen. "Das tut uns sehr weh", sagte Sportdirektor Michael Zorc über den unverzichtbaren Haaland: Das norwegische Torphänomen wird wegen eines Muskelfaserrisses bis ins neue Jahr hinein ausfallen. Haaland hatte allein in der Königsklasse viermal getroffen, 17 von 37 BVB-Saisontoren in allen Wettbewerben gingen vor dem Lazio-Spiel auf sein Konto. "Erst haben wir im Training noch gedacht, es wäre nicht so schlimm", berichtete Trainer Lucien Favre bei "sky" vor dem Anpfiff betrübt: "Aber Erling kann erst im Januar wieder spielen."

Das 1:0 durch Raphael Guerreiro (44. Minute) hellte die Stimmung nur bedingt auf, dem früheren BVB-Torjäger Ciro Immobile gelang mit einem fragwürdigen Foulelfmeter der Ausgleich (67.). Da sich auch Emre Can mit Muskelbeschwerden abgemeldet hatte, blieben von der Startelf des jüngsten 1:2 gegen den 1. FC Köln nur noch vier Spieler übrig. Marco Reus bemühte sich redlich, aber meist vergeblich, im Sturm jene gewaltige Lücke zu füllen, die Haaland hinterließ.

Guerreiro trifft kurz vor der Pause

Der BVB beherrschte das Spiel mit sicheren, flüssigen Kombinationen, denen allerdings am Ende wenig überraschend der Abnehmer fehlte. Lazio zog sich bereitwillig zurück und machte bis zur ersten Chance durch Joaquin Correa (19.) wenig Anstalten, die Festigkeit der defensiven Dortmunder Dreierkette mit der zentralen Figur Mats Hummels zu überprüfen. Danach zeigten die Gäste ab und an aber zielstrebigen Konterfußball.

Auf der anderen Seite setzte Reus einen Abpraller aus kürzester Distanz neben das Tor, Sekunden später verzog Gio Reyna (30./31.). Dass Reus im Abseits stehend zurückzog, ermöglichte Guerreiro kurz vor der Pause das 1:0. Reyna hätte eine Vorentscheidung erreichen können (49.). Es war kein großer Fußball, aber der BVB spielte konzentriert. Immobile, einst in Dortmund gescheitert und schon im Hinspiel (1:3) Lazio-Torschütze, hing zumeist in der Luft. Nach einer Stunde scheiterte er mit seiner ersten gefährlichen Aktion am aufmerksamen BVB-Torwart Roman Bürki.

Hummels verletzt

Lazio war mit Blick auf die Live-Tabelle gezwungen, mehr zu riskieren. Da die Dortmunder im Ausspielen ihrer Gelegenheiten fahrlässig blieben, kamen die Römer durch Immobiles Elfmetertor zurück. Der eingewechselte Nico Schulz war ein wenig ungelenk in den Zweikampf mit Sergej Milinkovic-Savic gegangen, der allerdings schon vor dem Kontakt abhob. Kurz vor Schluss musste auch noch Hummels nach einem Zweikampf mit Immobile verletzt vom Feld. "Das war kein Elfmeter, das war Schauspielerei", sagte Lucien Favre nach der Partie bei "sky", "aber wir sind qualifiziert, und Lazio nicht", fügte der Coach schmunzelnd hinzu.

Vor dem Jahresende stehen für den BVB neben dem Gruppenfinale gegen Zenit St. Petersburg (8. Dezember) noch die Ligaspiele bei Eintracht Frankfurt (05.12.20, 15.30 Uhr Live-Ticker bei sportschau.de), gegen Stuttgart, Bremen und Union Berlin auf dem Programm. Hinzu kommt das Pokal-Zweitrundenspiel bei Eintracht Braunschweig am 22. Dezember.

Quelle: sportschau.de