Robert Lewandowski | dpa

Bundesliga-Torschützenkönig Lewandowski bricht den Torrekord

Stand: 22.05.2021 17:30 Uhr

Robert Lewandowski hat's geschafft: Mit nun 41 Toren ist er neuer Rekord-Torschütze der Bundesliga. Ein Blick in die Geschichte der Torschützenkönige zeigt, wie besonders diese Marke ist.

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"Ich habe gedacht, der Rekord von Gerd Müller, den er vor grauer Steinzeit erzielt hat, wird nie mehr gebrochen", sagte Karl-Heinz Rummenigge vor einer Woche nach dem Münchner 6:0 gegen Mönchengladbach.

Auch ehemalige Bayern-Legenden rühmen den neuen Rekordhalter. "Er hat so eine gigantische Qualität und obendrein eine Gier, wie ich sie in fünf Jahrzehnten nur vom Gerd kannte", äußerte Müllers früherer Teamkollege Paul Breitner im Vereinsmagazin des FC Bayern. "Wenn er könnte, dann würde Gerd heute auf der Tribüne sitzen und bei jedem Tor von Lewandowski mit der Zunge schnalzen." Der demenzkranke Müller (75) bekommt den Rummel um seine Bestmarke und den möglichen Nachfolger leider nicht mit.

"Der kompletteste Stürmer auf der Welt"

Für den früheren Bayern-Torjäger Mario Gomez ist Lewandowski "der kompletteste Stürmer auf der Welt". Den früheren Münchner Champions-League-Gewinner Giovane Elber (48) beeindruckt das Repertoire des Bayern-Goalgetters der Gegenwart: "Es gibt keine wirklich typischen Lewandowski-Tore - weil er einfach alles kann!"

Nach Seelers Debüt wurde es schwieriger

Wie besonders Lewandowskis Leistung ist, wird deutlich, wenn man einen Blick zurück auf die Bundesliga-Torschützenkönige wirft. Erster König der Stürmer in der Bundesliga war Uwe Seeler, der 1963/64 für den Hamburger SV 30 Treffer erzielte.

Danach aber wurde es schwieriger - die Stürmer wurden von den Verteidigern härter markiert, insgesamt wurde das Spiel zeitweise erheblich defensiver ausgerichtet. So reichten 1988/89 Thomas Allofs (1. FC Köln) und Roland Wohlfarth (Bayern München ) jeweils 17 Tore, um sich die Krone der Saison zu teilen. Mit ebenfalls 17 Treffern gewann 1995/96 Fredi Bobic für den VfB Stuttgart diese Trophäe.

Die Torschützenkönige mit den meisten Treffern:

Gerd Müller (Bayern München), 1971/72: 40 Tore

Gerd Müller (l) im Spiel gegen Borussia Dortmund 1971 | picture alliance/dpa/Lothar Parschauer

Gerd Müller (l) im Spiel gegen Borussia Dortmund 1971 Bild: picture alliance/dpa/Lothar Parschauer

Beinahe 49 Jahre ist es her, dass Gerd Müller in der Saison 1971/72 für seine legendäre 40-Tore-Marke sorgte. Der "Bomber", der auch für die DFB-Auswahl zuverlässig traf und das entscheidende Tor zum Gewinn der Weltmeisterschaft 1974 erzielte, wurde insgesamt sechs Mal Torschützenkönig in der Bundesliga.

Dieter Müller (1. FC Köln), 1976/77: 34 Tore

Dieter Müller (r) vom 1. FC Köln 1977 mit der Torjägerkanone | imago sportfotodienst

Dieter Müller (r) vom 1. FC Köln 1977 mit der Torjägerkanone Bild: imago sportfotodienst

Der ehemalige Stürmer des 1. FC Köln schoss in der Saison 1976/77 satte 34 Tore in der Liga und dazu unglaubliche 14 in acht Pokalspielen. Ein Jahr später, als Müller mit seinem Verein Double-Sieger wurde, teilte er sich die Torschützenkrone mit Namensvetter Gerd - beide trafen 24-mal.

Pierre-Emerick Aubameyang (Borussia Dortmund), 2016/17: 31 Tore

Pierre-Emerick Aubameyan beim Torjubel im Spiel gegen Eintracht Frankfurt 2017 | imago/DeFodi/Alex Gottschalk

Pierre-Emerick Aubameyan beim Torjubel im Spiel gegen Eintracht Frankfurt 2017 Bild: imago/DeFodi/Alex Gottschalk

In der Saison 2016/17 wurde Aubameyang mit 31 Saisontoren Torschützenkönig in der Bundesliga und schoss das entscheidende Tor zum DFB-Pokalsieg gegen Eintracht Frankfurt. Am 31. Januar 2018 wechselte Aubameyang in die Premier League zum FC Arsenal. Mit einer Ablösesumme in Höhe von 63,75 Millionen Euro wurde er zum bis dahin teuersten Neuzugang in der Geschichte des Vereins.

Klaas-Jan Huntelaar (Schalke 04), 2011/12: 29 Tore

Klaas-Jan Huntelaar (l) im Spiel gegen den 1. FC Nürnberg 2012 | WDR/imago sportfotodienst

Klaas-Jan Huntelaar (l) im Spiel gegen den 1. FC Nürnberg 2012 Bild: WDR/imago sportfotodienst

Klaas-Jan Huntelaar von Schalke 04 wurde erster niederländischer Torschützenkönig der Bundesliga. Der Vize-Weltmeister erzielte am 34. Spieltag bei Werder Bremen seine Saisontore 28 und 29 und distanzierte Mario Gomez (Bayern München) um drei Treffer. Er stellte damit den Schalker Liga-Rekord von Klaus Fischer aus dem Jahr 1975/76 ein. Huntelaar, erster Torschützenkönig der "Königsblauen" seit Ebbe Sand 2001, stellte zudem mit 48 Toren in 48 Pflichtspielen eine Schalker Bestmarke auf.

Ailton (Werder Bremen), 2003/04: 28 Tore

Ailton nach dem vorzeitigen Gewinn der Deutschen Meisterschaft 2004 | imago images/ExSpo

Ailton nach dem vorzeitigen Gewinn der Deutschen Meisterschaft 2004 Bild: imago images/ExSpo

Nie war Werder Bremen in Deutschland so beliebt wie in der Saison 2003/04. Die Mannschaft von Trainer Thomas Schaaf begeisterte Fans und neutrale Fußball-Feinschmecker und wurde am Ende hochverdient deutscher Meister. Herz des Bremer Meisterteams war das Mittelfeld, in dem Micoud überragend die Fäden zog. Und dann zeigte der 1998 zu Werder gewechselte Ailton auch noch eine sensationelle Leistungs-Explosion.

Quelle: sportschau.de