Spieler der Vereine Bayer Leverkusen und FC Nürnberg ringen um den Ball. | Bildquelle: dpa

Bundesliga Leverkusen verschenkt Sieg

Stand: 03.12.2018 22:20 Uhr

Bayer Leverkusen war bei Aufsteiger 1. FC Nürnberg in einem teils kuriosen "Wasserball"-Spiel lange klar überlegen, schenkte seinen fünften Saisonsieg am Ende aber geradezu her.

Im Dauerregen von Franken verpasste Leverkusen durch das 1:1 (1:0) beim "Club" den Anschluss ans obere Tabellendrittel der Bundesliga. Vor und nach dem Führungstor durch Kai Havertz (30. Minute) hattte Leverkusen das erste Montagsspiel (03.12.2018) der Saison sicher im Griff gehabt - bis zur 56. Minute. Dann sorgte Georg Margreitter für den Nürnberger Ausgleich.

"Irreguläre Bedingungen"

"Ich hätte es nicht angepfiffen", sagte Leverkusens Geschäftsführer Rudi Völler. "Ich finde, es waren einfach zu viele Stellen auf dem Platz, wo der Ball liegen geblieben ist." Vieles sei dem Zufall überlassen gewesen. Auch Leverkusens Trainer Heiko Herrlich sprach von "irregulären Bedingungen". Sein Kapitän wollte das aber nicht als Ausrede benutzen. "Man muss auch einfach mal den Ball in die Kiste knallen. Bei so einem Wetter geht es nicht darum, den Ball schön reinzutragen", kritisierte Lars Bender.

"Wir haben ein beherztes Spiel abgeliefert. Bei diesen widrigen Bedingungen war es eine riesige Leistung meiner Mannschaft. Beide Teams sind ans Limit gegangen", freute sich "Club"-Trainer Michael Köllner über den unerwarteten Punktgewinn.

Widrige Wetterbedingungen und Protest

In Nürnberg regnete es seit dem frühen Nachmittag zum Teil wolkenbruchartig, bei jedem Schritt spritzte auf dem Rasen das Wasser, der Ball wurde bisweilen durch Pfützen abrupt abgebremst. Hinzu kam, dass die Fanblocks beider Mannschaften aus Protest gegen die Montagsspiele zunächst leer blieben. Die Nürnberger Anhänger tauchten erst nach der Pause auf. Die Pfützen führten zu kuriosen Situationen, etwa in der 9. Minute, als der Ball im Strafraum stoppte und schussbereit für Karim Bellarabi liegen blieb. Nach der anschließenden Ecke traf Sven Bender nur die Latte.

Leverkusen kam mit den Bedingungen aber zunächst sehr gut zurecht, dominierte, drängte den "Club" an und in dessen nassen Strafraum zurück. Vor allem über Julian Brandt liefen viele Angriffe. Leverkusen ging auch mehr als verdient in Führung: Nürnbergs Torwart Fabian Bredlow faustete eine etwas verunglückte Flanke von Kevin Volland vor die Füße von Havertz, der den Ball ins rechte Toreck lupfte. Bayer hatte um die 75 Prozent Ballbesitz, spielte zielstrebig und schnörkellos, ließ dann aber überraschend nach.

Nürnberg wehrt sich mit Leidenschaft

Nach der Pause begann der "Club", sich mit Leidenschaft gegen die Niederlage zu wehren. Der Ausgleich durch einen abgefälschten Schuss Margreitters war der verdiente Lohn. Bayer-Keeper Lukas Hradecky rettete in einer turbulenten Schlussphase letztlich sogar das Unentschieden gegen den eingewechselten Adam Zrelak (87.). Zwei Minuten später musste Bellarabi verletzt raus, Bayer beendete die Partie zu zehnt. 

Leverkusen verpasste durch das Unentschieden in der letzten Begegnung des 13. Spieltags den Anschluss ans Mittelfeld und empfängt am Samstag den FC Augsburg.

Der "Club" ist nun seit sieben Spielen ohne Sieg, verließ aber immerhin den Relegationsplatz. Nach einer sehr schwachen ersten Halbzeit bäumte sich der Aufsteiger auf und liegt aufgrund der besseren Tordifferenz im Vergleich mit dem punktgleichen VfB Stuttgart nun auf Rang 15. Am nächsten Spieltag reist Nürnberg zum Bayern-Duell beim Rekordmeister aus München.

Quelle: sportschau.de

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 03. Dezember 2018 um 23:00 Uhr.

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