Die Platzwahl beim "Geisterspiel" zwischen Mönchengladbach und Köln | Bildquelle: imago images/Team 2

Fußball-Bundesliga Geisterspiele offenbar wieder im Mai

Stand: 28.04.2020 22:18 Uhr

Die Sportministerkonferenz hat sich für eine Fortsetzung der Fußball-Bundesliga ab Mitte bis Ende Mai ausgesprochen.

Die Entscheidung geht aus einer Beschlussvorlage der Runde hervor, über die am Donnerstag (30.04.20) Bundeskanzlerin Angela Merkel und die 16 Ministerpräsidenten der Bundesländer abstimmen werden.

In dem Papier heißt es: "Die Fußball-Bundesliga hat ein erkennbares Interesse an der Fortsetzung ihres Spielbetriebes auch unter Ausschluss anwesender Zuschauerinnen und Zuschauer im Stadion (sogenannte Geisterspiele). Die SMK hält die Fortsetzung des Spielbetriebes und mithin die Begrenzung des ansonsten entstehenden wirtschaftlichen Schadens [...] für vertretbar. Soweit sich die Konzepte bewährt haben und eine entsprechende Wirtschaftlichkeit für die betroffenen Vereine gegeben ist, kann dies mit einer zeitlichen Verzögerung auf die Frauen-Bundesliga und den DFB Pokal ausgeweitet werden."

Zuvor hatte Anja Stahmann, die Vorsitzende der Sportministerkonferenz (SMK) bereits Spiele ab "Mitte oder Ende Mai" in Aussicht gestellt.

Papier erlaubt auch schrittweise Öffnung im Breitensport

Auch der Sport- und Trainingsbetrieb im Breitensport soll laut Papier schrittweise wieder erlaubt werden. Es gehe dabei nur um Angebote, die an der frischen Luft im öffentlichen Raum oder auf öffentlichen oder privaten Freiluftsportanlagen stattfinden.

Es müsse unter anderem gewährleistet sein, dass das Sportangebot kontaktfrei durchgeführt wird, die Hygiene- und Desinfektionsmaßnahmen, insbesondere bei der gemeinsamen Nutzung von Sportgeräten, konsequent eingehalten werden. Eine Differenzierung nach bestimmten Sportarten oder Altersgruppen wird von der Sportministerkonferenz nicht gemacht.

Konzept der DFL

Die Deutsche Fußball Liga (DFL) hatte am vergangenen Donnerstag ein umfassendes Konzept zur möglichen Wiederaufnahme des Spielbetriebs vorgestellt. Dieses Konzept sieht zwar unter anderem zahlreiche Corona-Tests für Fußballprofis vor - beansprucht werden sollen aber "nicht einmal 0,4 Prozent" der wöchentlichen Testkapazitäten, hatte die DFL mitgeteilt.

Zudem stellte das DFL-Präsidium unlängst klar: "Sollte es durch künftige Entwicklungen - z.B. eine zweite Corona-Infektionswelle - tatsächlich Engpässe geben, wird die DFL die Versorgung der Bevölkerung selbstverständlich nicht beeinträchtigen."

Arbeitsministerium spricht sich für Geisterspiele aus

Das Konzept der Liga kommt in der Politik an. Das Bundesarbeitsministerium stimmte den Spielen der 1. und 2. Liga unter Ausschluss von Zuschauern zu. "Der Arbeitsschutz der Spieler, Trainer und Betreuer kann bei vollständiger Umsetzung des Konzepts weitgehend sichergestellt werden", heißt es demnach in einem Schreiben von Staatssekretär Björn Böhning (SPD), das dem ARD-Hauptstadtstudio vorliegt.

Das Schreiben ist an Kanzleramtschef Helge Braun, das Bundesinnenministerium und das Bundesgesundheitsministerium gerichtet. Das Arbeitsministerium trifft nicht die Entscheidung für oder gegen Geisterspiele, eine positive Rückmeldung ist aber eine Grundvoraussetzung für die Zustimmung der Politik.

Quelle: sportschau.de

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 29. April 2020 um 11:00 Uhr.

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