Der Düsseldorfer Rouwen Hennings geht nach der Niederlage vom Platz. | Bildquelle: dpa

Bundesliga Fortuna Düsseldorf steigt ab

Stand: 27.06.2020 18:40 Uhr

In Angst erstarrt: Fortuna Düsseldorf ist bei Union Berlin sang- und klanglos untergegangen und zum sechsten Mal in der Klubgeschichte aus der Fußball-Bundesliga abgestiegen.

Keine Leidenschaft, kein Kampf, kaum Torgefahr: Fortuna Düsseldorf hat am letzten Bundesliga-Spieltag bei Union Berlin eine verdiente 0:3 (0:1)-Niederlage kassiert und damit noch den Relegationsplatz an Werder Bremen verloren. Als Tabellenvorletzter ist die Fortuna am Samstag (27.06.2020) nach zwei Jahren im Fußball-Oberhaus direkt in die 2. Liga abgestiegen.

Düsseldorfs Niederlage leitete ausgerechnet ein Ex-Bremer ein: Anthony Ujah erzielte in der 26. Minute das 1:0 für Union. In der zweiten Halbzeit legte Christian Gentner das 2:0 (54.) nach, der eingewechselte Suleiman Abdullahi (90.) sorgte für den Endstand.

Rösler: "Eine unheimliche Leere"

Düsseldorfs Trainer Uwe Rösler zeigte sich nach dem Schlusspfiff am Sportschau-Mikrofon tief deprimiert: "Es hat am Ende leider nicht gereicht. Es tut mir leid für unsere Fans, für den Verein. Alle erleben gerade eine unheimliche Leere. Wir müssen jetzt erstmal Abstand gewinnen." Fortunas Routinier Adam Bodzek sagte der Sportschau zerknirscht: "Wir hätten es heute richten können, mit einem Sieg in die Relegation zu kommen. Wenn man dann im letzten Spiel so die Klasse verliert, das ist natürlich nicht schön." Unions Trainer Urs Fischer hingegen freute sich noch einmal über den schon am 32. Spieltag erreichten Klassenerhalt und den Sieg: "Meine Mannschaft hat eine herausragende, tolle Saison gespielt."

Offensive Düsseldorfer Aufstellung

Die Düsseldorfer gingen mit einem Zwei-Punkte-Vorsprung und eine um vier Treffer bessere Tordifferenz gegenüber Bremen ins Saisonfinale. Trotz der besseren Ausgangssituation agierten die Rheinländer augenscheinlich wie vor Angst gelähmt. Die frühe und hohe Bremer Führung gegen den 1. FC Köln hatte wohl zusätzliche Verunsicherung geschürt. Dabei hatte Fortuna-Trainer Rösler verstärkt auf Offensive gesetzt: Er stellte mit Top-Torjäger Rouwen Hennings, Kenan Karaman, Erik Thommy und Steven Skrzybski gleich vier Offensivspieler auf.

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Die Abstiegssaison von Fortuna Düsseldorf

Kaan Ayhan (Düsseldorf/Mitte) jubelt nach seinem Tor gegen Bremen im August 2019.

Mit Dodi Lukebakio (Hertha BSC) und Benito Raman (FC Schalke 04), die mit ihren Toren maßgeblich zum vorzeitigen Klassenerhalt beigetragen hatten, verlor die Fortuna vor der Saison ihre Top-Angreifer. Doch die Sorgen über mangelnde Durchschlagskraft in der Offensive sind schnell verflogen: Zum Auftakt der Spielzeit gewinnt Düsseldorf mit 3:1 bei Werder Bremen und zeigt sich vor dem Tor eiskalt. Kaan Ayhan (Bild) erzielt den dritten Treffer. Nach dem 1. Spieltag ahnt noch niemand, dass Werder am Ende der ärgste Konkurrent im Abstiegskampf werden wird. | Bildquelle: imago images / osnapix

Fortuna zu ängstlich und passiv

Auf dem Platz schlug sich das nicht nieder. Düsseldorf agierte viel zu passiv, zuweilen geradezu lethargisch. Auch nach zwei vergebenen Chancen durch Kaan Ayhan (12.) und Karaman (16.) blieb das Fortuna-Spiel uninspiriert und zerfahren. Die Quittung folgte alsbald: Nach einer Ecke reagierte Ujah gedankenschnell und stocherte den Ball zum 1:0 über die Linie. Adam Bodzek schlug den Ball erst hinter der Linie zurück ins Feld. Fortunas Abwehrspieler Mathias "Zanka" Jörgensen verletzte sich auch noch bei der Entstehung des Gegentores und musste ausgewechselt werden.

Erst danach versuchten die Düsseldorfer, den Druck zu erhöhen. Trainer Rösler, der über die hohe Führung der Bremer informiert war, coachte noch engagierter an der Seitenlinie. Doch seine Spieler leisteten sich zu viele Fehler im Aufbauspiel - so wie Kevin Stöger, der kurz vor dem Halbzeitpfiff mit einem unnötigen Ballverlust beinahe das 0:2 durch Marius Bülter eingeleitet hätte.

Sechster Bundesliga-Abstieg insgesamt

Auch nach dem Seitenwechsel kam von den Gästen einfach zu wenig. Die Berliner Defensive hatte kaum Schwierigkeiten, die Angriffe der Düsseldorfer schon vor dem Strafraum zu stoppen. Nach dem 0:2 gingen die Köpfe der Düsseldorfer noch tiefer nach unten. Die Fortunen bemühten sich zwar weiter, kamen aber über das reine Bemühen in keiner Phase des Spiels hinaus. Am Ende fingen sie sich dann noch das 0:3, das sportliche Schicksal war aber schon vorher besiegelt. So stand am Ende der sechste Bundesliga-Abstieg der Düsseldorfer Vereinsgeschichte.

Quelle: sportschau.de

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 27. Juni 2020 um 18:00 Uhr.

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