Bayerns Robert Lewandowski (rechts) und Unions Grischa Prömel kämpfen um den Ball. | dpa

Fußball-Bundesliga Union verpasst Sieg gegen Bayern

Stand: 12.12.2020 21:04 Uhr

Dank Weltfußballer-Kandidat Robert Lewandowski hat Rekordmeister Bayern München eine böse Überraschung im vorweihnachtlichen Bundesliga-Endspurt verhindert. Beim leidenschaftlich kämpfenden Underdog Union Berlin holte der Triple-Sieger nach einem 0:1-Rückstand noch ein 1:1 (0:1).

Sportschau

Trotz des dritten Unentschiedens aus den vergangenen vier Ligaspielen bleiben die Münchner vorerst Spitzenreiter vor dem punktgleichen Tabellenzweiten RB Leipzig (beide 24 Zähler). Star-Stürmer Lewandowski (67. Minute) sicherte dem haushohen Favoriten in der Hauptstadt mit seinem 13. Saisontreffer am Samstag (12.12.2020) einen Punkt. Vorher hatte Union-Mittelfeldspieler Grischa Prömel (4.) den Bayern den schon 17. Gegentreffer in der elften Bundesligapartie eingeschenkt. "Wir haben uns das Leben selber schwer gemacht", sagte Bayern-Profi Thomas Müller mit Blick auf das 0:1. "Für unsere eigenen Ansprüche fühlt sich das natürlich als zu wenig an." Union-Coach Urs Fischer indes war deutlich besser gelaunt: "Ich bin wirklich zufrieden mit dem Punkt", sagte Fischer. Auch Christopher Trimmel bezeichnete gegenüber der Sportschau das 1:1 als "gerecht - wir haben gegen die Bayern gespielt. Das war definitiv ein sehr wichtiger Schritt nach vorne", sagte er.

Die Bayern hatten im Stadion An der Alten Försterei gleich zu Beginn Glück. Nach schneller Balleroberung in der Abwehr überspielten die Gastgeber noch in der Anfangsminute die bayerischen Linien, Stoßstürmer Taiwo Awoyini war frei durch und scheiterte nur am glänzend parierenden Manuel Neuer. Nur Minuten später köpfte Prömel einen Eckball von Unions Kapitän Christopher Trimmel am langen Pfosten vorbei ins Tor.

Kaum gefährliche Bayernangriffe

Direkt nach dem Rückstand war der Champions-League-Sieger um Spielkontrolle und produktives Kombinationsspiel bemüht, für gefährliche Angriffe reichte das aber zu selten. Im Vergleich zum 2:0-Sieg gegen Lokomotive Moskau unter der Woche in der Königsklasse änderte Flick sein Team auf sechs Positionen, unter anderem saß Leroy Sané zu Beginn erst einmal draußen. Von Kingsley Coman, Thomas Müller und Serge Gnabry in der Offensive hinter Lewandowski kam allerdings zunächst zu wenig, Union räumte an den entscheidenden Schnittstellen robust ab - und setzte Nadelstiche.

Fast deckungsgleich zum Spielbeginn tankte sich Awoyini (22.) durch die Bayern-Verteidigung und zielte im Duell mit Neuer diesmal am rechten Aluminium vorbei. Die bis dato besten Münchner Chancen waren Weitschüsse von David Alaba (33.) und Gnabry (43.): Einer ging am Tor vorbei, den anderen wehrte Unions Torwart Andreas Luthe gut ab. Etwas zwingender wurden die Gäste nach der Halbzeitpause, als die Bayern immer wieder versuchten, in den Rücken der Berliner Abwehr zu gelangen.

Lewandowski trifft im 200. Bayern-Ligaspiel

Oft fehlte jedoch die Genauigkeit im Passspiel. Um mehr Schwung in den Angriff zu bekommen, brachte Flick in der 63. Minute den zuletzt kritisierten Sané für den 17-jährigen Jamal Musiala. Den Ausgleich markierte schließlich Lewandowski nach einem überragenden Solo von Coman durch die Berliner Reihen und einem überlegten Zuspiel auf den Polen, der nur noch einschieben musste. Es war Lewandowskis 175. Tor im 200. Bundesligaspiel im Bayerndress. In der Folge drängte der Meister vehement auf den späten Siegtreffer.

Kaum Verschnaufpause: Zwar ist keine Champions League mehr in diesem Jahr, aber es erwartet die Fußballfans eine "englische Woche" in der Bundesliga: Am zwölften Spieltag tritt Union bereits am Dienstagabend (15.12.2020, 20.30 Uhr) beim VfB Stuttgart an. Die Münchner müssen tagsdrauf ran, Gegner ist dann der VfL Wolfsburg (20.30 Uhr, jeweils im Live-Ticker bei sportschau.de).

Quelle: sportschau.de

Über dieses Thema berichtete die sportschau im Ersten am 12. Dezember 2020 um 18:30 Uhr.