Bundesliga-Spiel Bremen-Leverkusen | Bildquelle: STUART FRANKLIN/POOL/EPA-EFE/Shu

Bundesliga Leverkusen lässt Bremern keine Chance

Stand: 18.05.2020 23:31 Uhr

Bayer Leverkusen behält die Champions-League-Plätze im Auge. Der "Werkself" gelang zum Abschluss des 26. Spieltags der Fußball-Bundesliga ein ungefährdeter Sieg beim weiterhin stark abstiegsgefährdeten SV Werder Bremen.

Die Wende für den abstiegsbedrohten SV Werder Bremen ist am Montagabend (18.05.2020) ausgeblieben. Die Hanseaten verloren ihr erstes Geisterspiel nach der Corona-Zwangspause gegen Bayer 04 Leverkusen sang- und klanglos mit 1:4 (1:2). Kai Havertz (28. Minute) brachte die Leverkusener in Führung, Theodor Gebre Selassie (30.) gelang der zwischenzeitliche Ausgleich. Wiederum Havertz (33.), Mitchell Weiser (61.) und Kerem Demirbay (78.) mit seinem ersten Bundesliga-Treffer für Bayer machten den Sieg der "Werkself" perfekt.

Werder fehlen schon neun Punkte zur Rettung

Bremens Trainer Florian Kohfeldt gab sich trotz des neuerlichen Rückschlags am ARD-Mikrofon trotzig: "Es sind für uns noch neun Spiele. Ich sage nochmal, wir dürfen jetzt nicht sagen oh nein, das wird nichts. Wir müssen an die Art und Weise, wie wir spielen, glauben - und das werden wir tun." Werder bleibt Tabellenvorletzter mit nun neun Punkten Rückstand zum rettenden Ufer. Leverkusen um Trainer Peter Bosz rückt dagegen mit nur einem Punkt Rückstand RB Leipzig auf Champions-League-Rang vier auf die Pelle.

Bremer Initialzündung bleibt aus

Hinten zu anfällig und vorne zu harmlos - so konnte man das Bremer Spiel gegen Leverkusen mal wieder auf den Punkt bringen. Und so stand folgerichtig am Ende die siebte Heimpleite in Serie für den SVW. Bremens Trainer Kohfeldt hatte den Neustart nach der zweimonatigen Corona-Pause als große Chance für sein Team gewertet. Vor der Unterbrechung der Saison waren die Norddeutschen von einer Niederlage in die nächste getaumelt, das Team wirkte nicht fit. Vor allem diesen Umstand habe seine Mannschaft wettgemacht, sagte Kohfeldt vor dem Neustart. Doch die erhoffte Initialzündung blieb aus.

Von Beginn an dominierten die Gäste aus dem Rheinland, während die Hausherren vor allem defensiv alte Schwächen offenbarten. Nach einer ereignisarmen Anfangsphase nutzte die Werkself ihre erste gute Chance: Nach einer Flanke von Moussa Diaby war Havertz zur Stelle und köpfte den Ball zur Führung ins lange Eck.

Gebre Selassie mit dem Ausgleich

Werders Antwort folgte prompt, bezeichnenderweise nicht aus dem Spiel heraus, sondern nach einem Standard. Einen Eckball von Leonardo Bittencourt vollendete Gebre Selassie am Fünfer zum Ausgleich. Die Bremer Freude währte jedoch nur kurz. Nach einem Freistoß von Demirbay agierten Davie Selke und Gebre Selassie viel zu passiv. Havertz hingegen war hellwach und brachte Bayer per Kopf erneut in Führung.

Drei Kopfballtreffer in einem Spiel

Auch nach dem Seitenwechsel fehlte Werder einfach die Qualität, um gegen eine Spitzenmannschaft wie Leverkusen zu bestehen. Auffällig war vor allem, dass Bayer die absolute Lufthoheit hatte. Auch Weisers dritter Treffer für Leverkusen kam auf diese Weise zustande. Drei Kopfballtreffer in einem Spiel waren der Werkself zuletzt im Mai 2006 bei Hertha BSC gelungen.

Der Rest war nur noch Formsache aus Leverkusener Sicht. Nach einem schönen Zuspiel von Karim Bellarabi lupfte Demirbay den Ball über Bremens Torhüter Jiri Pavlenka zum Endstand ins Tor. Bremen hatte sogar noch Glück, dass die Abreibung nicht schlimmer ausfiel.

Bremens Bürgermeister: "Problematisches Signal"

Außerhalb des Stadions war es übrigens ebenso ruhig geblieben wie in der Arena selbst. Im kleinsten Bundesland Bremen werden Geisterspiele deutlich kritischer gesehen als anderswo. Etwa zeitgleich mit dem Anpfiff sagte Bremer Bürgermeister Andreas Bovenschulte in der ARD: "Es bleibt das ganz problematische Signal an die Öffentlichkeit: Wir predigen überall 'Abstand halten', im Kindergarten, in der Schule, in den Gaststätten. Und dann lassen wir sportliche Großereignisse zu, bei denen es zum Programm gehört, dass sich 22 Menschen auf die Pelle rücken. Und zwar nicht aus zwei Haushalten, sondern aus 22 verschiedenen Haushalten."

Werder spielt nun am kommenden Samstag (23.05.2020) um 15.30 Uhr auswärts beim SC Freiburg. Leverkusen muss zeitgleich bei Borussia Mönchengladbach ran.

Quelle: sportschau.de

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 18. Mai 2020 um 22:35 Uhr.

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