Franziska Preuß | AFP

Weltcup in Östersund Biathletin Preuß holt Platz drei

Stand: 21.03.2021 16:08 Uhr

Franziska Preuß hat in einem vom Wind dominierten Massenstart der Frauen einen starken Saisonabschluss gefeiert. Trotz sechs Strafrunden wurde sie in Östersund Dritte.

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Der Sieg in einem turbulenten Rennen mit insgesamt 210 Fehlern am Schießstand ging an die Norwegerin Ingrid Landmark Tandrevold, die auf der Schlussrunde noch die Belarusin Dsinara Alimbekawa abfing. Preuß kam mit 11,1 Sekunden Rückstand als Dritte ins Ziel und verpasst damit einen möglichen Triumph in der Massenstart-Disziplinweltcup um 4,2 Sekunden. Diese holte sich Tandrevold, die im letzten Rennen noch ganze acht Plätze gutmachen konnte.

Preuß verpasst kleine Kristallkugel

Durch die Fehler der Konkurrenz hat sich Preuß zumindest den dritten Rang im Gesamt-Weltcup gesichert und dabei noch Hanna Öberg und Dorothea Wierer abgefangen. "Es war echt ein sehr verrücktes Rennen. Nach dem ersten Stehendschießen habe ich mir gefragt, was da jetzt war. Dann habe ich mich vor dem letzten Schießen noch einmal gesammelt und so gut es ging geschossen. Es ist total verrückt, dass ich mit sechs Fehlern auf das Podium laufe. Jetzt bin ich aber auch sehr froh, dass es vorbei ist", erklärte Preuß im Anschluss.

Die mögliche kleine Kristallkugel im Massenstart war für Preuß schließlich nur drei Punkte. Wäre sie Zweite geworden, hätte sie in der Disziplinwertung triumphiert. "Das war nicht in meinen Gedanken. Hätte ich es gewusst, wäre vielleicht noch ein bisschen was gegangen. Ich habe trotzdem alles gegeben. Ich bin aber sicher, dass es nicht mehr gereicht hätte", so Preuß.

Janina Hettich schaffte es im letzten Rennen einer langen Saison mit der besten Schießleistung im gesamten Feld und "nur" vier Fehlern auf Rang neun (+35,2 Skeunden). Denise Herrmann (6 Schießfehler/+45,6 sek) schloss den Weltcup in Schweden als Elfte ab. Die vierte DSV-Skijägerin Vanessa Hinz wurde 16. (6/+1:18,4 Minuten).

Angeschlagene Simon chancenlos

Die deutschen Frauen starteten beim ersten Schießen größtenteils fehlerfrei. Franziska Preuß, Janina Hettich und Vanessa Hinz gingen nach fünf Treffern einem knappen Rückstand auf die Führende Marketa Davidova zurück auf die Strecke. Denise Herrmann musste hingegen ebenso wie Tiril Eckhoff gleich zwei Extrarunden drehen. Sie hatten knapp 50 Sekunden Rückstand auf die Spitze. Ganz bitter verlief der Tag für die bis vor dem Rennen Führende im Massenstart-Weltcup, Julia Simon. Die Französin hatte am Morgen Fieber und musste zum Beginn gleich vier Mal in die Strafrunde.

Preuß und Wierer in die Strafrunde

Beim zweiten Schießen trafen die Spitzenreiterinnen um Preuß und Wierer jeweils eine Scheibe nicht, blieben so aber eng beieinander. Die Ukrainerin Julija Dschyma übernahm vorerst die Führung, wurde aber auf dem Weg zum nächsten Schießen wieder eingeholt. Hettich erlaubte sich im zweiten Liegendanschlag einen Fehler, Hinz derer drei. Auch Herrmann musste einmal mehr 300 Zusatzmeter einnehmen. Ganz am Ende des Feldes leistete sich Simon fünf weitere Fahrkarten, lag aber auf Grund der Ergebnisse der Kontrahentinnen zu diesem Zeitpunkt in Disziplin-Wertung noch immer in Führung.

Bei stärker werdendem Wind leisteten sich zahlreiche Athletinnen gleich mehrere Fehler, einzig die Weißrussin Dsinara Alimbekawa konnte alle fünf Versuche ins Schwarze und lief von Position zwölf nach ganz vorne. Dahinter wurden die Platzierungen erst einmal durchgewirbelt. Hettich war nun Dritte hinter Wierer, Preuß fiel bis auf Rang elf zurück. Hinz war nach dem Schießen 19., Denise Herrmann traf wieder nur drei ihrer Versuche und lag mit fast zwei Minuten Defizit auf Position 24.

Wierer steht und steht und steht

Auch im finalen Schießen wackelten die Gewehre mächtig im Wind. Alimbekawa musste drei Mal in die Runde, ging trotzdem knapp vor Ingrid Landmark Tandrevold auf die Strecke zurück. Franziska Preuß kam mit einem Fehler vergleichsweise gut durch und ging als Vierte wieder auf die Strecke. Wierer ließ sich unfassbar viel Zeit - über zwei Minuten - und musste Konkurrentin um Konkurrentin vorbeiziehen lassen. Trotzdem traf sie am Ende drei Scheiben nicht. Hettich verlies den Schießstand als Siebte, Herrmann hatte sich auf Position zwölf nach vorne gekämpft.

Auf der Schlussrunde überholte Trandevold zunächst Alimbekawa, dahinter lief Preuß auf die beiden Führenden auf, schaffte es aber nicht mehr ganz an sie heran.

Simon mit 15 Fahrkarten

Julia Simon beendete ihren Tag zum Vergessen mit 15 Schießfehlern und fast fünf Minuten Rückstand auf dem letzten Rang. Einen Rang vor ihr kam Marte Olsbu Röiselan ins Ziel (10/+3:16,1 min), die vor dem Rennen als Zweite im Massenstart-Weltcup ebenfalls noch beste Aussichten auf die kleine Kristallkugel hatte.

Quelle: sportschau.de