Deutschlands Daniel Theis nach der WM-Niederlage gegen die Dominikanische Republik.

Basketball-WM Deutschland scheitert in der Vorrunde

Stand: 03.09.2019 12:15 Uhr

Die deutschen Basketballer haben sich bei der WM in China kräftig blamiert. Durch die Niederlage gegen die Dominikanische Republik und den Sieg der Franzosen gegen Jordanien ist Deutschland bereits in der Vorrunde gescheitert. Die Konsequenzen sind weitreichend.

Nach ihrem Fehlstart gegen Frankreich (74:78) verlor die Mannschaft auch gegen den Außenseiter aus der Karibik überraschend mit 68:70 (39:37). Da Frankreich im zweiten Spiel des Tages in Shenzhen wie erwartet 103:64 gegen Jordanien gewonnen hat, ist das Scheitern schon nach dem zweiten Spiel perfekt. Das Team von Bundestrainer Henrik Rödl ist damit bei der WM nicht nur frühzeitig ausgeschieden, sondern muss auch um die Teilnahme an den Olympischen Spielen zittern.

Es droht die Platzierungsrunde

Durch den unerklärlichen Aussetzer des talentierten Teams geht es nach der Vorrunde in der Platzierungsrunde um die Positionen 17 bis 32 weiter. Der Deutsche Basketball Bund (DBB) muss nun ernsthaft um Tokio 2020 bangen. In China werden sieben Direkttickets für Olympia vergeben, diese sind nicht mehr zu erreichen. 16 weitere Teams schaffen es zu einem Qualifikationsturnier, ein solches Ticket war das Minimalziel. Reicht es auch dafür nicht, muss der DBB hoffen, als eines von zwei europäischen Teams per Nominierung zu einem der vier Quali-Turniere zugelassen zu werden. Bester DBB-Werfer im spärlich gefüllten Shenzhen Bay Sports Center war NBA-Star Schröder mit 20 Punkten, Daniel Theis kam auf zwölf Zähler.

Rödl: "Haben extrem hart gearbeitet"
Rödl: "Haben extrem hart gearbeitet"

"Ich finde, dass wir weit unter unseren Möglichkeiten bleiben im Moment", sagte der sichtlich niedergeschlagene Rödl: "Natürlich ist das jetzt in diesem Augenblick sehr enttäuschend. Das ist bitter, da müssen wir durch."

Erneut schlechter Start

Trotz des ernüchternden ersten Viertels gegen die Franzosen, in dem eine deutsche Mannschaft erstmals in der WM-Geschichte nur vier Punkte verbuchte, vertraute Rödl gegen den Weltranglisten-18. der Startformation vom Auftaktspiel. An der Seite von Schröder begannen wieder Ismet Akpinar, Paul Zipser, Maxi Kleber und Theis. Es holperte wie im ersten Spiel.

Der Start war erneut enorm durchwachsen, nach nicht einmal zwei Minuten stand es 0:8. Theis erzielte dann per Korbleger die ersten Punkte gegen die sehr physisch agierenden Spieler des Karibikstaats. Der gegen Frankreich noch enttäuschende Profi der Boston Celtics war in dieser Phase die erste Option des DBB-Teams, Schröder sorgte mit einem Drei-Punkte-Spiel zum 13:12 für die erste Führung (3.). Doch die Unsicherheit blieb.

Unter dem Korb schwach

Der Kontrahent um Trainer Nestor Garcia, der bei der WM ohne seine NBA-All-Stars Karl-Anthony Towns (Minnesota Timberwolves) und Al Horford (Philadelphia 76ers) auskommen muss, bereitete der deutschen Mannschaft trotz einer miserablen Dreierquote größte Probleme. Gerade unter den Körben agierte Rödls Team schwach. Der Bundestrainer, der zeitweise immer wieder nervös zum Statistikwürfel hochschaute, hatte weiteren Grund zur Sorge: Schröder musste im zweiten Viertel neben der Bank liegend am Rücken behandelt werden.

Keine Struktur

In der zweiten Halbzeit musste ein anderes Gesicht her, doch die Struktur fehlte weiter völlig. Die deutsche Mannschaft leistete sich viel zu viele Fehler und spielte ohne echte Überzeugung. Reihenweise verfehlten offene Würfe ihr Ziel, allein Theis setzte drei Dreierversuche weit vorbei. Dagegen kam der Gegner immer wieder zu einfachen Punkten. Beim Stand von 52:55 ging es in den Schlussabschnitt, auch eine Auszeit Rödls bei 63:69 brachte keine Besserung. Wenig später war das Desaster perfekt.

Quelle: sportschau.de

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 03. September 2019 um 12:00 Uhr im Sportressort.

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