Der FC Schalke 04 trennte sich von Sponsor Gazprom. | Caroline Seidel-Dißmann/dpa

Russischer Angriff auf Ukraine Schalke beendet Partnerschaft mit Gazprom

Stand: 28.02.2022 13:17 Uhr

Die Mitteilung war kurz und knapp, aber weitreichend: Schalke 04 beendet nach dem russischen Angriff auf die Ukraine seine Partnerschaft mit seinem umstrittenen Hauptsponsor Gazprom und verzichtet damit trotz großer finanzieller Probleme auf einen zweistelligen Millionenbetrag.

Der FC Schalke 04 trennte sich von Sponsor Gazprom. | Caroline Seidel-Dißmann/dpa

Der FC Schalke 04 trennte sich von Sponsor Gazprom. Bild: Caroline Seidel-Dißmann/dpa

Die gemeinsame Entscheidung des Vorstands und des Aufsichtsrats verkündete der Klub am Montag. Weitere Informationen werde der Verein "zu gegebener Zeit bekannt gegeben". Der Vertrag der finanziell klammen "Knappen" mit Gazprom lief noch bis 2025.

Die Partnerschaft auf den Weg gebracht hatte 2007 der damalige Aufsichtsratschef Clemens Tönnies, der sich als persönlicher Freund von Russlands Staatspräsident Wladimir Putin bezeichnet.

Watzke stellt Hilfe in Aussicht

In der 2. Liga sollten vom russischen Gaslieferanten neun Millionen Euro jährlich fließen, bei einem Aufstieg wäre die Summe wohl auf 15 Millionen Euro pro Saison angestiegen. "Die vollständige finanzielle Handlungsfähigkeit des Vereins bleibt von dieser Entscheidung unberührt. Die Vereinsführung ist zuversichtlich, zeitnah einen neuen Partner präsentieren zu können", teilten die Schalker mit.

DFB-Interimspräsident Hans-Joachim Watzke hatte Schalke für den Fall einer Trennung vom Hauptsponsor finanzielle Hilfen in Aussicht gestellt. "Und wenn es dazu dann auch der Solidarität der anderen Klubs in Deutschland bedarf, um sie aus dieser Situation einigermaßen gut herauszuführen, dann müssen wir darüber diskutieren, wie wir das hinkriegen können", hatte der Geschäftsführer von Borussia Dortmund im ZDF-Sportstudio erklärt.

Aufsichtsrat Warnig tritt zurück

Matthias Warnig, Geschäftsführer der Nord Stream 2 AG | Jens Büttner/dpa

Matthias Warnig, Geschäftsführer der Nord Stream 2 AG Bild: Jens Büttner/dpa

Bereits am Donnerstag hatte mit Matthias Warnig ein enger Vertrauter Putins sein S04-Aufsichtsratsmandat niedergelegt. Er ist Geschäftsführer von Nord Stream 2 und steht im Zuge des russischen Angriffs auf die Ukraine unter Sanktionen der USA. Das Finanzministerium der Vereinigten Staaten von Amerika setzte ihn am Mittwoch (Ortszeit) auf die Liste sanktionierter Personen.

Schalkes ehemaliger Finanzvorstand Peter Peters, der die Zusammenarbeit mit Gazprom mit beschlossen hatte, sagte nun: "Wenn man Fehler macht, muss man die einräumen. Das muss man im Lichte der jetzigen Erkenntnis tun." Er sehe das Sponsoring als "süßes Gift. Es war süß, weil es Geld gab. Aber nun wissen wir auch, dass es Gift war", meinte der DFB-Präsidentschaftskandidat.

Die Wahl zwischen Werten und Geld dürfe "künftig nicht mehr nur über Geld entschieden werden", führte der Funktionär aus. Er sei optimistisch, dass es auch ohne die Gazprom-Millionen weitergehe: "Schalke 04 ist größer als jeder Sponsor und kann das mit seiner Wucht bewerkstelligen. Auch wenn es schwer wird."

Große Nachfrage zu Schalker Sondertrikots - Shop überlastet

Schon beim Auswärtsspiel am Samstag in Karlsruhe (1:1) liefen die Schalker Profis mit dem Schriftzug "FC Schalke 04" anstelle des Namens des umstrittenen Sponsors auf der Brust auf.

Die Nachfrage nach den Sondertrikots ohne den bisherigen russischen Hauptsponsor auf der Brust ist groß. So groß, dass der Onlineshop am Montag überlastet war. "Wir bitten euch um etwas Geduld", der Onlineshop stoße an seine Grenzen, twitterte der Club. Die Trikots in den Schalker Gründungsfarben rot und gelb werden seit Montag in begrenzter Stückzahl verkauft.