Eine Frau hält die russische Flagge hoch, im Hintergrund schimmert das Symbol der Olympischen Ringe. | Bildquelle: dpa

Dopingverdacht Russland legt Einspruch gegen Sperre ein

Stand: 19.12.2019 13:16 Uhr

Russland will die vierjährige Sperre für seine Athleten durch die WADA nicht hinnehmen und will Einspruch beim Internationalen Gerichtshof einlegen. Hunderte russische Doping-Analysen sollen verfälscht worden sein.

Russland wehrt sich gegen die vierjährige Sperre für seine Athleten. Die russische Anti-Doping-Agentur Rusada kündigte an, beim Internationalen Sportgerichtshof CAS Einspruch einzulegen.

Vor anderthalb Wochen hatte die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) die Strafe gegen Russland verhängt. Russische Sportler sowie Trainer und Betreuer dürfen vier Jahre lang nur unter neutraler Flagge an großen Sportwettkämpfen teilnehmen, die dem WADA-Code unterliegen. Darunter fallen die Olympischen Spiele 2020 und 2022 sowie Weltmeisterschaften. Außerdem darf Russland bis 2023 kein Gastgeber von großen sportlichen Ereignissen sein oder sich um deren Ausrichtung bewerben. Auch für Olympia 2032 oder die Paralympics im selben Jahr darf Russland keine Bewerbung als Gastgeber einreichen.

Ausnahmen sind die Fußball-Europameisterschaft im kommenden Jahr mit Spielen in St. Petersburg und das Champions-League-Finale 2021, weil es sich nach WADA-Definition nur um regionale Ereignisse handelt.

Hunderte Doping-Analysen gelöscht oder verfälscht?

Die WADA wirft Russland vor, "Hunderte von mutmaßlich nachteiligen Analyseergebnissen gelöscht oder gefälscht zu haben". Der Vorwurf bezieht sich auf Dopinguntersuchungen der RUSADA aus den Jahren 2012 bis 2015. Laut WADA wurden vermutlich mindestens 145 Doping-Fälle vertuscht.

Putin spricht von "ungerechter" Strafe

Der russische Präsident Wladimir Putin wies die Vorwürfe zurück und bezeichnete die Strafe als "ungerecht". Russland werde für ein und denselben Verstoß mehrfach bestraft. "Die Mehrheit der Sportler in Russland ist sauber", betonte der Kreml-Chef. Russland werde alles dafür tun, damit seine Athleten unter der eigenen Landesflagge bei den Olympischen Spielen antreten dürfen. Dem Chef der Rusada, Juri Ganus, zufolge seien die Erfolgschancen des Einspruchs beim CAS aber aussichtslos.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 19. Dezember 2019 um 14:00 Uhr.

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