Interview

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Anti-Doping-Razzia "Eine ziemlich große Nummer"

Stand: 09.07.2019 13:51 Uhr

Die Dimension der Anti-Doping-Razzien sei beispiellos, sagt ARD-Dopingexperte Seppelt im tagesschau24-Interview. Von besonderer Bedeutung seien die Kontrollen bei Sportveranstaltungen.

tagesschau24: Die Razzia wird von den Behörden als beispielgebender Erfolg verkauft. Wie schätzen Sie das ein?

Hajo Seppelt: Ich glaube schon, dass man diese Formulierung wählen kann. Beispiellos ist es insofern, als dass es von der Größenordnung bisher nichts Vergleichbares gegeben hat, aber man muss natürlich ein Stück weit auch die Kirche im Dorf lassen.

Große Razzien hat es auch schon in den Vorjahren gegeben - man denke an die Olympischen Sommerspiele in Peking 2008. Damals gab es im Umfeld auch große Razzien weltweit, von Interpol organisiert, auch schon damals mit Unterstützung und Wohlwollen der Weltantidopingagentur. Das ist auch jetzt wieder der Fall gewesen. Allerdings: 33 Länder, 23 davon aus der Europäischen Union - das ist schon eine ziemlich große Nummer.

Hajo Seppelt, ARD-Dopingexperte, zur Größenordnung der Europol-Razzia
tagesschau24 12:15 Uhr, 09.07.2019

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tagesschau24: Die Menge der gefundenen Doping-Präparate ist riesig. Überrascht Sie das?

Seppelt: Das überrascht mich überhaupt nicht. Das zeigt eigentlich nur, wie groß dieser Markt ist, und wie florierend er ist. Er beginnt meistens in China, Thailand, Indien oder Osteuropa, wo Dopingsubstanzen - sehr häufig Rohsubstanzen - billig hergestellt werden können, die dann ihren Weg nach Westeuropa, Nordeuropa, Südeuropa oder nach Nordamerika finden.

Dort werden sie dann weiterverarbeitet, zum Beispiel zu Tabletten, und billig verkauft. Das ist nichts Besonderes. Das gibt es schon ziemlich lange, und es zeigt sich jetzt nur, dass dieses Geschäft offensichtlich weiter floriert und dass man es bisher nicht hat eindämmen können. Das ist sicherlich eine Lehre, die wir aus dieser Razzia ziehen können.

tagesschau24: Wer sind denn die Abnehmer der Präparate?

Seppelt: Das ist jetzt die spannende Frage. Es gibt zumindest Hinweise, die dieses Mal in eine andere Richtung gehen als sonst. Üblicherweise sprechen wir immer davon, dass solche Substanzen im Fitness- und im Breitensport verwendet werden, vor allem im Kraftsport und Bodybuilding, in Fitnessstudios. Das wird auch hier wahrscheinlich größtenteils der Fall sein.

Es ist aber auch davon die Rede, dass es Dopingkontrollen bei Sportveranstaltungen gegeben hat. Nun könnte man glauben, das sind vielleicht irgendwelche Bodybuilding-Wettbewerbe. Das mag sein, es könnte aber durchaus sein, dass es sich hier um Dopingtests bei Spitzensport-Ereignissen handelt. Und wenn das so ist, und wenn die veranlasst worden sind, dann hat das einen Grund. Wenn es einen Grund hat, dann kann man davon ausgehen, dass eben auch Spitzensportler unter Verdacht stehen. Sollte das so sein, dann werden die jetzt wahrscheinlich nicht richtig gut schlafen können.

Die Fragen stellte Alexander Kobs, tagesschau24.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 09. Juli 2019 um 12:15 Uhr.

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