Aktivisten halten bei der Entzündung des Olympischen Feuers eine Tibet-Flagge und ein Plakat mit der Aufschrift "No Genocide Games" (Keine Genozidspiele) hoch. | AFP

Vor Winterspielen in Peking Protest bei Entzündung der Olympischen Fackel

Stand: 18.10.2021 16:44 Uhr

Im kommenden Jahr finden die Olympischen Winterspiele in Peking statt. Bei der feierlichen Entzündung des Olympischen Feuers in Athen gab es Proteste gegen das Gastgeberland China - unter anderem wegen des Umgangs mit Tibet.

Bei der feierlichen Entzündung der Olympischen Flamme in Griechenland für die kommenden Winterspiele haben Aktivisten gegen das Gastgeberland China protestiert. Wie ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichtete, hielten die drei Demonstranten im antiken Olympia eine Tibet-Flagge sowie ein Banner mit der Aufschrift "No Genocide Games" (Keine Völkermord-Spiele) hoch. Ordnungskräfte unterbanden den Protest und nahmen die Aktivisten fest.

Der Vorfall wurde von den TV-Kameras des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) nicht gezeigt, wie die Nachrichtenagentur SID berichtete. Einen Tag zuvor hatten Tibet-Aktivisten bereits bei einem Protest auf der Akropolis in Athen zum Boykott der Spiele im Februar in Peking aufgerufen.

Traditioneller Fackellauf in Griechenland entfällt

Die traditionelle Zeremonie in Olympia fand aufgrund der Corona-Beschränkungen unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Im Beisein des IOC-Präsidenten Thomas Bach, der griechischen Präsidentin Katerina Sakellaropoulou und einer kleinen Delegation aus China entzündete eine "Priesterin", verkörpert von einer Schauspielerin, die Fackel nach alter Sitte im Tempel der Hera mithilfe eines Parabolspiegels.

"In diesen schwierigen Zeiten, die wir immer noch durchleben, werden die Olympischen Winterspiele 2022 in Peking ein wichtiger Moment sein, um die Welt im Geiste des Friedens, der Freundschaft und der Solidarität zusammenzubringen", sagte Bach in einer Rede. Die Flamme wird nach Athen auf die Akropolis getragen, ehe sie am Dienstag nach China geflogen werden soll. Der traditionelle Fackellauf in Griechenland entfällt dieses Jahr wegen der Pandemie.

China kontrolliert Tibet mit harter Hand

Dem autoritär regierten China werden Menschenrechtsverletzungen vor allem gegen Minderheiten wie den muslimischen Uiguren vorgeworfen. Menschenrechtsgruppen nennen als Beispiele für chinesische Repressalien den Umgang mit den autonomen Regionen Xinjiang, Tibet und Hongkong.

Tibet hat seit Jahrhunderten ein angespanntes Verhältnis zu China. Nach phasenweiser Unabhängigkeit hatte China immer wieder die Kontrolle über die Himalaya-Region übernommen. 1951 besetzte die Volksrepublik das Gebiet. Bis heute kontrolliert Peking die autonome Region und die angrenzenden Provinzen, in denen ebenfalls viele Tibeter leben, mit harter Hand.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 18. Oktober 2021 um 12:00 Uhr in den Nachrichten.