Eröffnungsfeier im Olympiastadion "Vogelnest" in Peking.  | dpa

Feier im "Vogelnest"-Stadion Olympische Spiele in Peking eröffnet

Stand: 04.02.2022 17:03 Uhr

Die 24. Olympischen Winterspiele haben begonnen: Der chinesische Staatschef Xi sprach die traditionelle Eröffnungsformel. Nicht nur wegen der Pandemie finden die Spiele unter besonderen Vorzeichen statt.

Unter Pandemiebedingungen haben in Peking die Olympischen Winterspiele offiziell begonnen. Nach einer rund zweistündigen Zeremonie mit Showeinlagen und Feuerwerk im "Vogelnest"-Stadion gab Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping mit der traditionellen Formel "Ich erkläre die XXIV. Olympischen Winterspiele von Peking für eröffnet" das Startsignal.

Das olympische Feuer wurde anschließend von einer uigurischen Ski-Langläuferin im chinesischen Team, Dinigeer Yilamujiang, gemeinsam mit dem Nordischen Kombinierer Zhao Jiawen entzündet. Die Wahl einer Uigurin für diese besondere Rolle sorgte für Aufsehen. Die chinesische Führung steht wegen des Umgangs mit der muslimischen Minderheit in der Region Xinjiang international stark in der Kritik.

Die Entzündung des Olympischen Feuers durch Dinigeer Yilamujiang und Zhao Jiawen | dpa

Gemeinsam mit dem Nordischen Kombinierer Zhao Jiawen entzündete die uigurische Langläuferin Dinigeer Yilamujiang das Feuer. Bild: dpa

Peking ist nun die erste Stadt, die sowohl Winter- als auch Sommerspiele ausrichtete. Die deutschen Sportler wurden bei ihrem Einzug von Eisschnellläuferin Claudia Pechstein und Bobpilot Francesco Friedrich angeführt. Insgesamt starten knapp 2900 Sportlerinnen und Sportler aus 91 Nationen bei den Spielen in Peking und in den 200 Kilometer entfernten Bergen von Zhangjiakou und Yanqing. In 109 Wettbewerben werden Medaillen vergeben.

Diplomatischer Boykott durch mehrere Staaten

Als höchster ausländischer Staatsgast war Russlands Präsident Wladimir Putin der Einladung seines Verbündeten Xi gefolgt und bei der Eröffnungsfeier anwesend. Vor Olympia-Beginn hatte er mit Xi Einigkeit in der Ukraine-Krise und bei den wachsenden Spannungen mit den USA demonstriert.

Die meisten westlichen Länder haben darauf verzichtet, Spitzenpolitiker zur Eröffnungszeremonie zu entsenden. Die USA, Kanada, Großbritannien, Australien und andere Länder hatten aus Protest gegen Menschenrechtsverletzungen in China sogar einen diplomatischen Boykott verkündet.

Deutschland hatte sich diesem Schritt offiziell nicht angeschlossen. Weder Außenministerin Annalena Baerbock noch die für den Sport zuständige Innenministerin Nancy Faeser sind aber nach Peking gereist.

Bach vermeidet Kritik

IOC-Chef Thomas Bach sagte in seiner Rede: "In unserer brüchigen Welt, in der Spaltung, Konflikte und Misstrauen ständig zunehmen, zeigen wir der Welt: Ja, es ist möglich, erbitterter Gegner zu sein, zugleich friedlich und respektvoll zusammen zu leben." Auf Kritik am Gastgeber ging er nicht ein.

Auch zuvor hatte Bach immer wieder die Neutralität des Internationalen Olympischen Komitee betont und damit klare Aussagen zur Verfolgung der Uiguren und Tibeter, der Unterdrückung der Demokratiebewegung in Hongkong oder der Meinungsfreiheit durch China vermieden.

Thomas Bach spricht bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele in Peking. | dpa

IOC-Chef Bach ging in seiner Rede nicht auf Kritik am Gastgeberein. Bild: dpa

Strenge Regeln wegen Corona

Die Spiele dauern bis zum 20. Februar. Während der Wettbewerbe in Peking sind in den Stadien nur ausgewählte Besucher zugelassen. Aus dem Ausland dürfen gar keine Zuschauer anreisen. 

Alle Teilnehmer - neben den Sportlerinnen und Sportlern auch Zehntausende Angestellte, Freiwillige und Journalisten - dürfen sich wegen der Corona-Restriktionen ausschließlich in einer "Olympia-Blase" aufhalten, die von der Außenwelt abgeschirmt ist. Trotzdem wurden nach Angaben der Organisatoren innerhalb dieser "Blase" bereits Hunderte Corona-Fälle festgestellt.

Wie sehr das Thema Corona die Winterspiele bestimmt, bekam die deutsche Mannschaft wenige Stunden vor Beginn der Eröffnungsfeier erneut zu spüren. Die Nordischen Kombinierer Eric Frenzel und Terence Weber mussten laut dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) nach positiven Tests in die Corona-Quarantäne. Als ersten deutschen Sportler hatte es am Mittwoch Eiskunstläufer Nolan Seegert erwischt.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 04. Februar 2022 um 15:00 Uhr.