Stadtansicht von Brisbane mit Story Bridge im Vordergrund | picture alliance / Newscom

Entscheidung des IOC Olympische Spiele 2032 gehen an Brisbane

Stand: 21.07.2021 11:23 Uhr

Brisbane wird Gastgeber der Olympischen Spiele 2032. Die Metropole im australischen Bundesstaat Queensland erhielt den Zuschlag für die Sommerspiele in elf Jahren. Die Vergabe hinterlässt jedoch einen Beigeschmack.

Brisbane ist Gastgeber der Olympischen Spiele 2032. Die Metropole im australischen Bundesstaat Queensland erhielt von der 138. Session des Internationalen Olympischen Komitees in Tokio den Zuschlag für die Sommerspiele in elf Jahren. Brisbane war im Rahmen eines neuen Vergabeverfahrens vom IOC zum "bevorzugten Bewerber" erklärt worden und stand daher als einziger Kandidat für die Spiele der 35. Olympiade zur Wahl. Für Australien werden es die dritten Sommerspiele nach 1956 in Melbourne und 2000 in Sydney. Die Eröffnungsfeier soll am 24. Juli 2032 stattfinden.

Die frühzeitige Vorauswahl von Brisbane hatte bei anderen Interessenten für Überraschung und Kritik gesorgt. Auch die Region Rhein-Ruhr hatte sich mit einem Olympia-Projekt um die Spiele 2032 bemüht. Die private Initiative war von der Landesregierung und den Kommunen unterstützt worden. Der Deutsche Olympische Sportbund hatte aber noch keine förmliche Bewerbung beim IOC hinterlegt, weil der Dachverband noch viele Fragen ungeklärt sah und von einer deutlich späteren Vergabe-Entscheidung ausgegangen war.

Vergabe hinterlässt Beigeschmack

IOC-Präsident Thomas Bach hatte die Bewerbung von Brisbane als "unwiderstehlich" bezeichnet. Zumindest einen Beigeschmack hinterlässt die Tatsache, dass der australische IOC-Vizepräsident John Coates das neue Vergabeverfahren federführend entwickelt hatte - und der erste Sieger nun ausgerechnet sein Heimatland ist. Das IOC bestritt einen Interessenskonflikt. Coates habe bei keiner Entscheidung mit abgestimmt.

Die Kosten für die Spiele in Brisbane berechneten die Organisatoren mit knapp drei Milliarden Euro. Die Hälfte davon trägt der australische Staat. Brisbane wirbt damit, dass nur ein kleiner Teil der olympischen Arenen neu gebaut werden muss. In der Region gibt es laut Umfragen eine breite Zustimmung für die Olympia-Pläne.

Nach den Spielen in Tokio, die am Freitag eröffnet werden sollen, sind Paris 2024 und Los Angeles 2028 die nächsten Sommer-Gastgeber. Die Winterspiele 2022 finden in Peking statt, 2026 sind Mailand und Cortina d'Ampezzo die Ausrichter.

DOSB-Präsident begrüßt Entscheidung des IOC

Der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbunds (DOSB), Alfons Hörmann, bezeichnete den vom IOC gewählten Gastgeber Brisbane als "perfekte Lösung". "Vor Monaten haben wir schon betont, dass die Stadt alle Voraussetzungen mitbringt, um hervorragender Gastgeber für die Spiele 2032 zu werden. Von daher war uns vor zwei Jahren im Gegensatz zu anderen schon bewusst, dass Brisbane ein klarer Favorit für die Vergabe ist", sagte Hörmann der Nachrichtenagentur dpa.

"Was Deutschland aus dieser Entscheidung macht und wann der Zeitpunkt für eine neue Bewerbung für Sommer oder Winter ist, muss in aller Ruhe diskutiert und besprochen werden. Ich will dem nicht vorgreifen", sagte Hörmann, der im Dezember nicht mehr zur Wiederwahl antreten wird.

Diskutiert wurde zuletzt über eine Kandidatur für die Sommerspiele 2036, also 100 Jahre nach denen unter dem Nazi-Regime 1936 in Berlin. Für eine Entscheidung bleibe genügend Zeit, sagte Hörmann. "Ich gehe davon aus, dass man in voller Verantwortung sich damit auseinandersetzt und dann auch beispielsweise mit der Initiative Rhein-Ruhr", fügte der DOSB-Präsident hinzu. NRW-Ministerpräsident Armin Laschet und die Bewerberstädte an Rhein und Ruhr hatten signalisiert, ihre Bemühungen um Sommerspiele fortsetzen zu wollen.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 21. Juli 2021 um 11:00 Uhr.