Bayern-Spieler jubeln | Bildquelle: REUTERS

4:2-Sieg in Leverkusen Bayern kommt dem Titel immer näher

Stand: 06.06.2020 20:06 Uhr

Bayern München marschiert unaufhaltsam seiner achten deutschen Meisterschaft in Serie entgegen: Das Team von Trainer Hansi Flick gewann nach einer weiteren beeindruckenden Vorstellung das Spitzenspiel in der Fußball-Bundesliga bei Bayer Leverkusen verdient mit 4:2 (3:1) und dürfte sich die Schale kaum noch entreißen lassen.

Der Rekordtitelträger benötigt auf dem Weg zu seiner 30. Meisterschaft nur noch maximal zwei Siege aus vier Partien, mit Borussia Mönchengladbach wartet dabei nur noch ein Topteam. Dank der Treffer von Kingsley Coman (27.), Leon Goretzka (42.), Serge Gnabry (45.) und Robert Lewandowski (66.) lösten die Bayern die wohl schwerste verbliebene Aufgabe im Saisonendspurt in meisterlicher Manier.

Lucas Alario (9., nach Videobeweis) hatte die ohne ihren angeschlagenen und von Bayern umworbenen Topstar Kai Havertz angetretene Werkself früh in Führung gebracht. Der erst 17-jährige Florian Wirtz (89.) sorgte mit seinem ersten Bundesligator für den Endstand. Goretzka analysierte die jüngste Erfolgsserie in der ARD-Sportschau: "Wir haben uns eine gute Situation erarbeitet, wissen aber auch, dass wir noch Punkte holen müssen, um Meister zu werden. Wir haben überhaupt nicht im Kopf, jetzt den Fuß vom Gaspedal zu nehmen." Bayer-Trainer Bosz sagte der Sportschau: "Wir haben heute gegen eine Top-Mannschaft verloren. In den ersten 30 Minuten sah es so aus, als ob wir mitspielen würden, aber da habe ich schon gespürt, dass wir heute nicht unsere Top-Leistung bringen. Das lag natürlich viel an Bayern."

Starkes Statement gegen Rassismus

Vor der Partie hatten sich die Münchner mit einem T-Shirt mit der Aufschrift "Rot gegen Rassismus" und "#blacklivesmatter" warmgemacht. Damit setzten die Bayern ein klares Statement gegen die Diskriminierung von Menschen und zeigten Unterstützung für die Proteste gegen Rassismus. Alle Spieler beider Mannschaften trugen zudem schwarze Armbinden als Zeichen der Trauer für die Opfer von rassistischen Übergriffen. Die Aktion sei aus der Mannschaft gekommen, sagte Flick im TV-Sender Sky vor der Partie: "Das zeichnet die Mannschaft aus, dass sie sagt, wir wollen ein Zeichen setzen." Auch beim Auftaktspiel der Basketballer beim Bundesliga-Finalturnier am Abend in München sowie am Sonntag beim Auswärtsspiel der Fußball-Frauen in Potsdam würden die Spieler und Spielerinnen beim Aufwärmen Shirts der Vereins-Aktion "Rot gegen Rassismus" tragen, teilte der Verein mit.

Rückschlag für Bayer im Kampf um die Champions-League-Quali

Der FCB wahrte mit seinem Sieg auch im fünften Spiel nach dem Restart seine weiße Weste und feierte insgesamt den neunten Sieg in Serie in der Bundesliga. Zudem nahm der Rekordchampion Revanche für das 1:2 im Hinspiel. Für Leverkusen war die erst zweite Pleite in den letzten 15 Pflichtspielen im Kampf um die Champions League zwar ein Rückschlag, aufgrund der überraschenden Niederlage von Borussia Mönchengladbach am Freitag (0:1 in Freiburg) aber zu verschmerzen.

Die Bayer-Führung schockte die Münchner nur kurz. Die Bayern versuchten, die Werkself etwas rauszulocken und selbst zu kontern - mit Erfolg. Nach Ballverlust von Moussa Diaby traf Coman alleine vor Hradecky ins lange Eck, Goretzka vollendete aus 16 Metern einen Konter nach Eckball der Bosz-Elf. Die nun sehr hoch stehenden Gastgeber befanden sind in den letzten fünf Minuten vor der Pause im Tiefschlaf. So tauchte Gnabry innerhalb von 60 Sekunden gleich zweimal mutterseelenallein vor Hradecky auf und vollendete im zweiten Versuch per Lupfer.

Auch fünf Wechsel bringen nichts

Bosz reagierte zur Pause mit einem Dreifachwechsel und einer Umstellung auf Viererkette, doch es half nur wenig. Bis auf zwei harmlose Distanzschüsse von Diaby (48./63.) kamen die mutig nach vorne spielenden Rheinländer aber nicht zu Abschlüssen. Stattdessen ließ die Flick-Elf auf der Gegenseite zunächst durch Gnabry (64.) einen Hochkaräter liegen, ehe Lewandowski per Kopf sein 30. Saisontor erzielte. Bayer-Teenager Wirtz sorgte für den Schlusspunkt.

Wirtz jüngster Torschütze der Geschichte

Wirtz ist mit seinem Treffer der jüngste Torschütze der Bundesliga-Geschichte. Der Neuzugang löste mit seinem Tor zum 2:4 mit 17 Jahren und 34 Tagen Nuri Sahin ab, der 2005 mit 17 Jahren und 82 Tage für Borussia Dortmund getroffen hatte.

Sowohl Bayer Leverkusen als auch die Bayern haben unter der Woche die Chance auf den Einzug ins DFB-Pokalfinale: Leverkusen spielt am Dienstag (09.06.20) ab 20.45 Uhr bei Underdog 1. FC Saarbrücken, die Münchner empfangen tags drauf ebenfalls ab 20.45 Uhr die Frankfurter Eintracht. Beide Spiele gibt es live im Ersten und natürlich im Live-Ticker bei sportschau.de. Danach kann sich Leverkusen recht lange von der anstrengenden Englischen Woche erholen, die Rheinländer beschließen den 31. Spieltag am Sonntag (14.06.20) ab 18 Uhr beim FC Schalke 04. Der Rekordmeister aus München hat bereits am Samstag ab 15.30 Uhr die nächste schwere Aufgabe vor der Brust, die Borussia aus Gladbach kommt in die Arena.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 06. Juni 2020 um 17:45 Uhr in den Nachrichten.

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