Fritz Keller, Präsident vom Deutschen Fußball-Bund (DFB), steht unter einem riesigen DFB-Logo beim DFB- Bundestag .

Trotz Rücktrittsforderungen DFB-Chef Keller macht vorerst weiter

Stand: 07.05.2021 15:07 Uhr

Fritz Keller hält zunächst an seinem Amt als Präsident des Deutschen Fußball-Bundes fest. Trotz des eindeutigen Misstrauensvotums der Amateurvertreter möchte er die Entscheidung des Sportgerichtes abwarten. Für seine Entgleisung gegenüber Vizepräsident Rainer Koch entschuldigte er sich erneut.

"Ich respektiere das Votum der Konferenz der Regional- und Landesverbände und nehme dieses sehr ernst. Ich bedauere meine affektbeladene Entgleisung zutiefst und bitte erneut um Verzeihung", wurde Keller am Freitag (07.05.2021) in einer Mitteilung des DFB zitiert.

"Ich stelle mich selbstverständlich dem zuständigen Sportgericht und falls nötig dem Bundesgericht, in einem laufenden Verfahren, das nach Aussage des Vorsitzenden noch im Mai abgeschlossen sein soll", hieß es weiter.

Er sei für mehr Transparenz im DFB und seinen Gremien angetreten. "Die bestehenden organisatorischen Herausforderungen des DFB und die dringenden Fragen zur inneren Struktur und Zusammenarbeit in der DFB-Führung müssen jetzt offen angegangen werden. Die Öffentlichkeit verlangt die Aufarbeitung und Klärung der dringlichen Fragen. Ich werde mich den anstehenden Diskussionen nicht entziehen", sagte Keller. Es liege ihm am Herzen, "persönlich den Weg zu bereiten, dass der DFB mit der Integrität und Transparenz geführt wird, die der Fußball verdient und die nötig ist, um wieder seine volle gesellschaftliche Kraft zu entfalten."

Landesverbände tagen erneut

Die Präsidenten der Landes- und Regionalverbände im DFB, die nach Informationen der Sportschau am Freitag erneut tagen, hatten Keller das Vertrauen entzogen. Keller war nach einem Nazi-Vergleich in einer Präsidiumssitzung in Erklärungsnot geraten. Die Ethikkommission beriet über den Nazi-Vergleich Kellers und legte das Resultat am Montag dem DFB-Sportgericht zu einer Entscheidung vor. Auch Generalsekretär Friedrich Curtius war das Vertrauen entzogen worden.

Keller hatte am Freitag vor einer Woche bei einer Präsidiumssitzung Koch als "Freisler" bezeichnet und so mit Roland Freisler, dem Vorsitzenden des Volksgerichtshofes im Nationalsozialismus, verglichen. Keller hatte daraufhin Koch um Entschuldigung gebeten.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 07. Mai 2021 um 15:10 Uhr.