Lionel Messi nimmt es mit drei Isländern auf | Bildquelle: AFP

FIFA-WM 2018 Messi und Argentinien verzweifeln an Island

Stand: 16.06.2018 17:15 Uhr

Argentinien hat zum WM-Auftakt einen Fehlstart hingelegt. Island trotzte Lionel Messi und Co. am Samstag ein Remis ab - auch, weil der Superstar einen Elfmeter vergab.

Nach Frankreich und Spanien ist mit Argentinien ein weiterer Titelfavorit mühsam in die WM in Russland gestartet. Die Südamerikaner kamen am Samstag (16.06.2018) in Gruppe D nicht über ein 1:1 gegen Island hinaus. Sergio Agüero hatte die Führung für Argentinien erzielt (19.), Augsburg-Stürmer Alfred Finnbogason (23.) besorgte den Ausgleich. Lionel Messi wurde dann in der 64. Minute zur tragischen Figur. Islands Torhüter Hannes Halldorsson parierte einen schwach geschossenen Elfmeter des Barca-Stars. "Es war nicht unser Tag", sagte Argentiniens Javier Mascherano. "Wir dürfen jetzt nicht aufgeben."

Argentinien gegen Island - die Zusammenfassung
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Lionel Messi nimmt es mit drei Isländern auf | Bildquelle: AFP
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Fast immer kümmerten sich gleich mehrere Isländer um Messi.

Argentiniens Führung hält nur kurz

Das Spiel vor 44.190 Fans im Spartak-Stadion in Moskau lief von Beginn an nach einem erwarteten Muster ab. Island stand mit zwei eng gestaffelten Viererketten, Argentinien hatte zwar deutlich mehr Ballbesitz, kam aber nur selten gefährlich ins letzte Drittel des Spielfelds. Messi musste sich oft fallen lassen, um überhaupt am Spielgeschehen teilzunehmen. Wenn er dann am Ball war, schien es, als würden alle stehen bleiben und auf ein Kunststück des Angreifers warten.

Der geniale Moment kam dann nach 19 Minuten, aber er kam von ManCity-Stürmer Agüero. Der Angreifer stoppte einen Schuss von Marcos Rojo im Strafraum der Nordeuropäer, drehte sich blitzschnell nach links und nagelte den Ball zur Führung in den Winkel. Doch Island - bis dahin nur nach einem Missverständnis der Gaucho-Defensive gefährlich - glich mit der nächsten Offensivaktion (23.) direkt aus. Einen Schuss von Gylfi Sigurdsson ließ Wilfredo Caballero im Tor der Südamerikaner nach vorne abklatschen und Finnbogason stand goldrichtig. "Das Tor bleibt für immer, davon habe ich als kleiner Junge geträumt", freute sich Finnbogason.

Messi vergibt vom Punkt

Durch den schnellen Ausgleich änderte sich an der Grundstruktur der Partie nicht viel, es stand einfach nur 1:1. Phasenweise drängten Messi und Co. die beiden Abwehrketten des WM-Neulings in der Folge bis an den Strafraum zurück. 77 Prozent Ballbesitz hatten die Argentinier in der Spitze. Das erinnerte an Handball, allerdings gab es im Vergleich zur in Island ebenfalls sehr populären Sportart lange kaum Abschlüsse für die Südamerikaner.

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Ganz im Gegenteil, die wenigen Entlastungsangriffe des Außenseiters waren zeitweise gefährlicher, etwa Sigurdssons Schuss mit der Innenseite (45.). Es dauerte bis zur 63. Minute, ehe Argentinien zur nächsten Gelegenheit kam - aber das war eine riesige. Nach einem Foul gegen Maximiliano Meza gab es zurecht Elfmeter. Doch Messi ließ die Chance fast schon leichtfertig aus, sein Strafstoß war halbhoch und viel zu zentral. Danach wurden Angriffe der Argentinier immer wütender, gerade Messi wollte seinen Patzer unbedingt ausgleichen und hatte am Ende mehr Torschüsse als alle Isländer zusammen. Doch mit Glück (nachdem Cristian Pavon im Strafraum fiel, gab es keinen Elfmeter) und einem starken Keeper Hannes Halldorsson rettete der WM-Neuling das Remis über die Zeit.

Am Donnerstag (21.06.2018) geht es für Argentinien ab 20 Uhr gegen Kroatien weiter, Island tritt einen Tag später ab 17 Uhr gegen Nigeria an.

Quelle: sportschau.de

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