Fritz Keller, Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) | dpa

Krise beim Deutschen Fußball-Bund Rücktritt von DFB-Chef Keller gefordert

Stand: 02.05.2021 14:46 Uhr

Die Landesverbände des Deutschen Fußball-Bundes haben DFB-Chef Keller und Generalsekretär Curtius ihr Vertrauen entzogen. Keller wurde aufgefordert, von seinem Amt zurückzutreten. Auslöser war ein Nazi-Vergleich.

Die Führungsstreitigkeiten innerhalb des DFB haben einen neuen Höhepunkt erreicht: In einer geheimen Abstimmung entzogen die Präsidenten der Landes- und Regionalverbände DFB-Präsident Fritz Keller das Vertrauen und forderten ihn auf, von seinem Amt zurückzutreten.

Dies ist das Ergebnis einer außerordentlichen Konferenz an diesem Wochenende in Potsdam. Auch Generalsekretär Friedrich Curtius wurde das Vertrauen entzogen, wie aus einer vom DFB verbreiteten Mitteilung hervorgeht.

Schatzmeister Stephan Osnabrügge und Vizepräsident Rainer Koch sei das Vertrauen in einer geheimen Abstimmung hingegen ausgesprochen worden. Zudem habe sich die Versammlung gegen einen außerordentlichen Bundestag ausgesprochen.

Entschuldigung nach Nazi-Vergleich

Der öffentliche Druck auf den DFB in seiner massiven Führungs- und Außendarstellungskrise war in den vergangenen Tagen massiv gestiegen. Der 64 Jahre alte Keller war nach einem Nazi-Vergleich in einer Präsidiumssitzung in den vergangenen Tagen in Erklärungsnot geraten. 

Er hatte Koch als "Freisler" bezeichnet und so mit Roland Freisler, dem Vorsitzenden des Volksgerichtshofes im Nationalsozialismus, verglichen. Keller hatte daraufhin Koch um Entschuldigung gebeten.

Generalsekretär Curtius und Schatzmeister Osnabrügge hatten Keller für den Nazi-Vergleich scharf kritisiert. Nach "Spiegel"-Informationen zeigte Curtius die Verfehlung des DFB-Bosses bei der Ethikkommission des Verbandes an.

Intern kritisierte der DFB-Betriebsrat in einem Schreiben, über das die "Bild am Sonntag" berichtete, dass der Verband ein "desaströses Bild" abgebe und forderte "richtungsweisende Entscheidungen". "Bei einem Neuanfang dürfen sowohl strukturelle als auch personelle Konsequenzen nicht ausgeschlossen werden".

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 02. Mai 2021 um 15:00 Uhr.