Felix Uduokhai (l) und Philipp Max bei einem Augsburg-Spiel im Okotber 2019  | Bildquelle: firo Sportphoto

Drei Partien für Löws Team Zwei neue Spieler im DFB-Kader

Stand: 06.11.2020 12:17 Uhr

Bundestrainer Joachim Löw hat für die drei anstehenden Partien der Nationalmannschaft 29 Spieler in seinen Kader berufen. Philipp Max und Felix Uduokhai sind als Neulinge dabei, İlkay Gündoğan und Leroy Sané kehren zurück. Angesichts der Entwicklung in der Corona-Pandemie gab sich Löw sehr nachdenklich.

Wie der Deutsche Fußball-Bund (DFB) am Freitag (06.11.2020) bekannt gab, gehören 25 Feldspieler und vier Torhüter zum Aufgebot. Deutschland trifft am Mittwoch in Leipzig zunächst in einem Testspiel auf Tschechien. Drei Tage später steht an selber Stelle die Partie der Nations League gegen die Ukraine an. Am 17. November kommt es in Sevilla zum Rückspiel in der Nations League gegen Spanien.

Erstmals im Aufgebot des DFB sind Linksverteidiger Philipp Max und Innenverteidiger Felix Uduokhai. Die Beiden haben beim FC Augsburg zusammen in der Bundesliga gespielt. Max wechselte jedoch inzwischen zur PSV Eindhoven in die niederländische Eredivisie.

Bundestrainer in Sorge wegen der Corona-Entwicklung

In einem vom DFB veröffentlichten Interview ordnete Löw die sportlichen Aufgaben der kommenden Wochen angesichts weiterhin stark steigender Corona-Infektionen als zweitrangig ein: "Die Sorge, gesund zu bleiben, steht über allem. Das ist natürlich auch bei den Vereinen zu spüren, bei denen die Spieler unter Vertrag stehen und die sie bezahlen." Erstmals waren in Deutschland am Freitag mehr als 20.000 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages registriert worden.

"Mich bewegen und beschäftigen zur Zeit viele Dinge", sagte Löw. Schon nach dem Ausbruch der Corona-Pandemie im März hatte er emotional die weitreichenden Konsequenzen beschrieben. Auch jetzt sei er dankbar, "dass es unter diesen Umständen überhaupt möglich war und ist, diese Länderspiele auszutragen. Das in einer Zeit, in denen die Menschen mit anderen Themen beschäftigt sind als mit Fußball". Er sei in seiner Rolle als Bundestrainer "in einer ganz sensiblen Position, der ich mir bewusst bin und der ich gerecht werden will", sagte Löw und räumte ein: "Vielleicht gelingt mir da auch nicht immer alles perfekt."

DFB intensiviert Corona-Schutz

Der DFB teilte unterdessen mit, dass die Maßnahmen zum Schutz der Nationalspieler noch einmal intensiviert werden. Zentrale Vorkehrungen sind nach Verbandsangaben vom Freitag eine engmaschige Testung der Mannschaft, der sportlichen Leitung sowie des Betreuerstabes. Zudem soll der DFB-Tross während der gesamten Länderspielphase mit den Partien in Leipzig gegen Tschechien und die Ukraine sowie zum Abschluss auswärts gegen Spanien isoliert werden. Im Vergleich zu den Partien im Oktober werde die Zahl der Testungen nochmals erhöht.

Besondere Vorgaben gibt es laut DFB für den kurzen Trip nach Sevilla. Spanien weist das Auswärtige Amt unverändert als Risikogebiet aus. Daher sei sowohl unmittelbar vor dem Abflug eine Testung vorgesehen als auch unmittelbar nach der Landung in Sevilla. So soll sichergestellt werden, dass alle Beteiligten die 48-Stunden-Frist wahren und sich bei negativen Testergebnissen nach der Rückkehr nach Deutschland nicht in Quarantäne begeben müssen. Um Kontakte mit Personen außerhalb des DFB-Trosses so weit wie möglich zu reduzieren, wird die Mannschaft im Charterflieger am 16. November von Leipzig nach Sevilla reisen. Die Rückreise nach dem Spiel erfolgt ebenfalls in einem Sonderflieger, der via München nach Düsseldorf fliegen wird.

Felix Uduokhai (l) und Philipp Max bei einem Augsburg-Spiel im Okotber 2019 | Bildquelle: firo Sportphoto
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Gemeinsame Zeiten beim FC Augsburg: Felix Uduokhai (l.) und Philipp Max

Ohne ter Stegen und Reus

Löw verzichtet neben Torwart Marc-André ter Stegen, der nach einer längeren Verletzungspause beim FC Barcelona gerade erst sein Comeback gegeben hat, erneut auf Marco Reus, obwohl der 31 Jahre alte Offensivspieler bei Borussia Dortmund inzwischen wieder im Spielrhythmus ist.

Im Vergleich zum Kader der vergangenen Länderspiele gegen die Türkei, die Auswärtspartie gegen die Ukraine und die Schweiz im Oktober werden Lukas Klostermann (RB Leipzig), Julian Draxler (Paris Saint-Germain), Suat Serdar (FC Schalke 04), Emre Can (Borussia Dortmund), Niklas Süle (FC Bayern München) und Kai Havertz (FC Chelsea) fehlen.

Viele Spieler fallen für den Test aus

Treffpunkt für die Auswahl ist am Montag in Leipzig. Erst am Donnerstag stoßen jedoch Manuel Neuer, Serge Gnabry, Leon Goretzka, Joshua Kimmich, Sané (alle FC Bayern München) sowie Matthias Ginter (Borussia Mönchengladbach), Toni Kroos (Real Madrid) und Timo Werner (FC Chelsea) dazu. Sie fallen damit für das Testspiel am Mittwoch aus.

Das Aufgebot des DFB:

Tor: Manuel Neuer (Bayern München), Bernd Leno (FC Arsenal), Kevin Trapp (Eintracht Frankfurt), Oliver Baumann (TSG Hoffenheim)
Abwehr: Thilo Kehrer (Paris Saint-Germain), Matthias Ginter (Borussia Mönchengladbach), Robin Gosens (Atalanta Bergamo), Marcel Halstenberg, Benjamin Henrichs (beide RB Leipzig), Robin Koch (Leeds United), Antonio Rüdiger (FC Chelsea), Nico Schulz (Borussia Dortmund), Niklas Stark (Hertha BSC), Jonathan Tah (Bayer Leverkusen), Philipp Max (PSV Eindhoven), Felix Uduokhai (FC Augsburg)
Mittelfeld: Nadiem Amiri (Bayer Leverkusen), Julian Brandt, Mahmoud Dahoud (beide Borussia Dortmund), Leon Goretzka, Joshua Kimmich (alle Bayern München), Ilkay Gündogan (Manchester City), Jonas Hofmann, Florian Neuhaus (beide Borussia Mönchengladbach), Toni Kroos (Real Madrid)
Angriff: Serge Gnabry, Leroy Sané (beide Bayern München), Luca Waldschmidt (Benfica Lissabon), Timo Werner (FC Chelsea)

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 06. November 2020 um 13:14 Uhr.

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