DFB Zentrale Frankfurt | dpa

Verdacht der Untreue Razzia beim Deutschen Fußball-Bund

Stand: 03.03.2022 15:15 Uhr

Wieder hat es Durchsuchungen beim DFB gegeben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts der Untreue gegen einen Ex-Verantwortlichen des Deutschen Fußball-Bundes. Auch die Privatwohnung und Geschäftsräume wurden durchsucht.

Die Staatsanwaltschaft Frankfurt/Main ermittelt wegen des Verdachts der Untreue gegen einen ehemaligen Verantwortlichen des Deutschen Fußball-Bundes. Dies teilte die Behörde mit und bestätigte Hausdurchsuchungen in der DFB-Zentrale, der Privatwohnung des früheren Funktionärs sowie in Geschäftsräumen von fünf Unternehmen.

Zuerst hatte das ZDF von den Hausdurchsuchungen berichtet. "Ein ehemaliger Verantwortlicher des DFB soll im Namen des DFB einen Dienstleistungsvertrag mit einer Kommunikationsagentur geschlossen haben. Aufgrund dieses Vertrags soll der DFB insgesamt 360.000 Euro an die Kommunikationsagentur gezahlt haben", teilte die Staatsanwaltschaft mit. "Bei dem Vertrag soll es sich um einen bloßen Scheinvertrag gehandelt haben." Den Namen des früheren Funktionärs nannte die Behörde nicht.

Durchsuchungen in vier Bundesländern

Wegen des Verdachts der Beihilfe zur Untreue wird auch gegen einen Verantwortlichen der Kommunikationsagentur ermittelt. An den Durchsuchungsmaßnahmen in Hessen, Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Berlin und Bremen seien insgesamt rund 70 Beamte beteiligt gewesen.

Der DFB erklärte in einer Mitteilung, man habe den Ermittlern bei der Klärung der im Raum stehenden Vorwürfe Kooperation zugesagt. "Weder der DFB selbst noch aktuell beim DFB in der Verantwortung stehende Personen stehen unter Verdacht", betonte der Verband. Zugleich räumte er ein: "Überprüft werden mögliche Unregelmäßigkeiten bei einem Vertrag mit einer Medienagentur. Das Verfahren richtet sich gegen einen ehemaligen Mitarbeiter des DFB sowie Dritte."

Vorwurf der Steuerhinterziehung

Im November 2021 hatte die Staatsanwaltschaft wegen des Vorwurfs der Steuerhinterziehung Unterlagen aus der Zentrale von Sponsor Adidas mitgenommen. Medienberichten zufolge ging es dabei um die Versteuerung von Sachzuwendungen durch den langjährigen DFB-Sponsor zwischen 2015 und 2020.

Bandenwerbung: Steuerverfahren eingestellt

Im Oktober 2020 waren in einem anderen Fall die Geschäftsräume des DFB in der Frankfurter Otto-Fleck-Schneise sowie Privatwohnungen mehrerer Funktionäre von Steuerfahndern durchsucht worden. Dabei ging es um die Besteuerung der Einnahmen aus der Bandenwerbung bei Heimspielen der Nationalmannschaft in den Jahren 2014 und 2015.

Der DFB sei einer Besteuerung in Höhe von etwa 4,7 Millionen Euro entgangen, hatten die Ermittler damals mitgeteilt. Später stellte die Staatsanwaltschaft das Steuerverfahren gegen den DFB-Interimsboss Rainer Koch aber ein. Der Präsident des Bayerischen Fußball-Verbandes gehört auch der UEFA-Exekutive an.

Davor waren bereits die Verfahren gegen die früheren DFB-Spitzenfunktionäre Reinhard Rauball und Helmut Sandrock eingestellt worden. Insgesamt sechs Funktionären war Beteiligung an einer Steuerhinterziehung in besonders schweren Fällen vorgeworfen worden.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 03. März 2022 um 09:55 Uhr.