BVB-Stürmer Haaland | Bildquelle: Martin Meissner/POOL/EPA-EFE/Shu

Champions League Dortmund müht sich zurück in die Spur

Stand: 28.10.2020 22:53 Uhr

Gegen ein extrem defensives Zenit St. Petersburg hatte Borussia Dortmund in der Champions League lange Mühe, sich Chancen herauszuspielen. Ein Foulelfmeter brachte den BVB dann aber auf die Siegerstraße.

Von Robin Tillenburg

Jadon Sancho gelang am Mittwochabend (28.10.2020) in der 78. Minute per Foulelfmeter das erste Tor, Erling Haaland legte in der Nachspielzeit nach (90.+1).

Durch das am Ende trotz keineswegs glanzvoller Vorstellung verdiente 2:0 (0:0) feierten die sichtlich erleichterten Dortmunder den ersten Dreier der Champions-League-Saison. Das Auftaktspiel hatte die Mannschaft von rainer Lucien Favre gegen Lazio Rom verloren.

Wenig Chancen - viel Ballbesitz

In einer zähen Anfangsphase dauerte es eine Viertelstunde bis zur ersten Torgelegenheit. BVB-Youngster Giovanni Reyna zielte mit einem Schussversuch vom Strafraumrand aber knapp links am Pfosten des Gästetores vorbei. Wiederum zehn Minuten später prüfte der in die Startelf zurückgekehrte Marco Reus den russischen Keeper Michail Kerzhakov mit einem für den Torhüter doch dankbaren Freistoß.

Von den Russen, die teilweise mit acht Mann im eigenen Strafraum verteidigten, kam offensiv so gut wie nichts. Sebastian Driussi hatte nach 35 Minuten gegen den in dieser Szene etwas unglücklich agierenden Roman Bürki eine Kopfballchance, setzte den Ball aber ein Stück über den Kasten. Ansonsten bot sich die komplette erste Hälfte eigentlich ein identisches Bild: Dortmund quasi dauerhaft am Ball, Zenit weit zurückgezogen - kaum Abschlusschancen. Kurz vor dem Halbzeitpfiff hätte Haaland bei der besten Möglichkeit eigentlich auf 1:0 stellen müssen, zielte aber aus halblinker Position ungewohnt weit rechts unten vorbei (42.). Mit 67 Prozent Ballbesitz, aber ohne einen Treffer ging der BVB schließlich in die Pause.

Strafstoß bringt die Erlösung

Genau wie das Wetter wurde auch das Spiel in der zweiten Hälfte nicht besser. Die Dortmunder befanden sich dauerhaft auf der Suche nach der Lücke im Abwehrverbund der Gäste. Mahmoud Dahoud kam mit einem Distanzschuss in der 65. Minute zumindest relativ nah an einen Torerfolg, Kerzhakov lenkte den Ball aber um den Pfosten. Die Gäste hatten ihre zaghaften Angriffsversuche aus der ersten Hälfte längst völlig ad acta gelegt, die Elf von Sergei Semak wollte diesen einen Punkt unbedingt absichern.

Das wäre ihr womöglich auch gelungen, wenn Vyacheslav Karavaev sich im Zweikampf mit Thorgan Hazard nicht extrem ungeschickt angestellt und den Belgier elfmeterreif zu Boden gezogen hätte. Sancho verwandelte den fälligen Strafstoß rechts unten ins Eck. Die große Schlussoffensive der Gäste blieb trotz des Rückstandes aus. Dortmund brachte den knappen Erfolg schließlich über die Zeit, in der Nachspielzeit gelang Haaland dann auch noch frei vor Kerzhakov das zweite Tor.

Nächste Woche gegen Brügge

"Wir hatten oft den Ball und mussten schnell spielen. Wir wussten, dass die Chance kommt. Am Ende sind es drei wichtige Punkte. Wir mussten geduldig sein", sagte Haaland nach dem Spiel bei "Sky". Favre nannte die Leistung "ganz okay" und war durchaus nicht unzufrieden.

Als Gruppendritter mit einem Zähler Rückstand auf Lazio Rom und den FC Brügge haben die Dortmunder am kommenden Mittwoch (04.11.2020) gegen Brügge die Gelegenheit, sich auf einen der ersten beiden Plätze zu schieben. Zenit muss als punktloser Gruppenletzter gegen Lazio dann eigentlich schon zwingend punkten.

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 28. Oktober 2020 um 22:35 Uhr.

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